Eishockey. Die Eishockey-Cracks der Bietigheim Steelers haben durch zwei weitere Siege gegen die Icefighters Leipzig den Einzug ins Halbfinale der Play-offs geschafft, in denen es gegen die Tilburg Trappers geht. In Leipzig setzten sich die Steelers mit 4:0 durch und behielten vor heimischem Publikum mit 7:3 die Oberhand.
Ein starker Alexander Preibisch und Goalie Schmidt machen den Unterschied
Im Ice Dome in Leipzig lieferten sich beide Teams von Beginn an ein intensives Match. Die Anfangsphase gestaltete sich zwar verhalten, doch dann nutzte Alexander Preibisch eine Unachtsamkeit in der Leipziger Deckung eiskalt aus und netzte zum 1:0 ein. Die Hausherren wehrten sich, trafen unter anderem die Latte und scheiterten einige Male an Goalie Olafr Schmidt. Kurz vor der Pause fälschte Preibisch einen Schuss von Christoph Kiefersauer zum 2:0 ab. Den dritten Treffer verhinderte.
Eine Überzahl zu Beginn des Mittelabschnitts konnten die Steelers nicht nutzen. Ein vermeintlicher Treffer wurde nach Videobeweis aberkannt. Dann schlug Fedor Kolupaylo zu und erzielte nach schnellen Pässen von Sören Sturm und Bastian Eckl das dritte Tor. Bietigheim kontrollierte auch in der Folgezeit das Geschehen, hatte aber zwischenzeitlich auch Glück, dass der Puck in einer Situation nur am eigenen Pfosten landete. Im Gegenzug war es dann Pawel Dronia, der mit einem wuchtigen Schlagschuss für die Entscheidung sorgte.
Vor dem Rückspiel wird Max Prommersberger verabschiedet
Nach zehn Jahren im Trikot der Bietigheim Steelers, drei Meisterschaften und 482 Spielen ist Schluss für Max Prommersberger. Seit 2014 spielte der Verteidiger für Grün-Weiß-Blau, am Sonntagabend wurde sein Karriereende bekannt gegeben. Nicht nur die Heimfans gaben dem 37-Jährigen lauten Applaus, auch die mitgereisten Sachsen würdigten das Ende einer Ära.
Zum Abschied war Prommersberger nicht nur Puck-„Kind“, er bekam auch von seinem Team einen Sieg in Spiel fünf in der Viertelfinale-Serie gegen die Icefighters Leipzig geschenkt. Das 7:3 war gleichzeitig der vierte Erfolg des SCB und gleichbedeutend mit dem Einzug ins Halbfinale. Dort warten nun die Tilburg Trappers aus den Niederlanden. „Normalerweise gehen solche Spiele bei uns schief, bei denen wir eine Ehrung haben. Aber für uns war das eine ganz besondere Sache, den Prommi zu ehren“, sagt Kapitän Alexander Preibisch, der sechs Jahre lang mit Prommersberger das Eis teilte – die letzten beiden Spielzeiten hatte der Routinier verletzungsbedingt kein Spiel absolvieren können. Dabei hielt der Großteil der 3523 Fans in der Ege-Trans-Arena nach 58 Sekunden bereits die Luft an. Die Leipziger, für die es ein Do-or-Die-Spiel war, trafen schon in der ersten Minute den Pfosten. Einschüchtern ließen sich die Gastgeber davon aber nicht: Mick Hochreithers Distanzschuss, der von Erik Nemec noch gefährlich abgefälscht wurde, verpasste nur knapp den langen Pfosten (7. Minute).
Den ersten Schlag setzten dann aber doch die Gäste. Eine eigentlich schon geklärte Scheibe brachte Steve Hanusch noch einmal vors Tor. Von einem Steelers-Schläger abgelenkt, wurde der Pass zur Bogenlampe und landete direkt bei Jan-Luca Schumacher. Der Stürmer versenkte per Volleyabnahme direkt aus der Luft an Goalie Olafr Schmidt vorbei zum 1:0 (9.).
Auch in der Folge brannte es mehrfach lichterloh vor dem Deutsch-Kanadier, der aber, zum Glück für die Schwaben, noch die Fanghand in die Schüsse bekam. Vorne waren die Bietigheimer hingegen zu langsam, ungenau und fehleranfällig. Zu oft prallte die Scheibe von der eigenen Kelle zum Gegner oder der freie Puck wurde nicht schnell genug unter Kontrolle genommen.
Erst in einer Überzahlsituation wurde es dann auch mal vor Konstantin Kessler heiß. Jan Vesely brachte erst noch eine Hereingabe im Slot an den Pfosten (18.), kurz darauf überlistete Nemec den Schlussmann der Icefighter mit einem platzierten Flachschuss zum 1:1 (19.). Das Momentum des Ausgleichs nahm der Vizemeister der Südstaffel auch ins zweite Drittel mit. Erneut in einer Überzahl traf Preibisch nur die Latte (25.), nur Sekunden später gab es einen Penalty. Zur Verwunderung der meisten Fans lief Pawel Dronia an und versenkte aber sicher zur Führung.
Allerdings verpassten es die Gastgeber, das dritte Tor nachzulegen, so drehte sich die Partie Mitte des zweiten Abschnitts schon wieder. Einen Schuss aus dem Halbfeld von Daniel Visner konnte Schmidt nur prallen lassen, am zweiten Pfosten stand Dennis Reimer gänzlich ungedeckt und schob unbehindert ins leere Tor – Goalie Schmidt war machtlos (29.).
Beide Teams spielten fortan mit offenem Visier. Im Minutentakt gab es gute Gelegenheiten, die jedoch allesamt ungenutzt blieben. Kessler und Schmidt lieferten sich ein Fernduell über mehr als 50 Meter. Es grenzte an ein Wunder, dass es nur 2:2 stand, es hätte auch gut und gerne 7:6 stehen können.
Vom eigenen Mann wurde der Leipziger Goalie dann aber doch überwunden. Tyler McNeely hatte sich mit gutem Forechecking das Hartgummi erarbeitet, sein Querpass vors Tor wurde von einem Mann in weiß entgegen Kesslers Laufrichtung abgefälscht und klatschte an das Torgestänge. Den Abpraller staubte Bastian Eckl nach 36 Minuten locker zum 3:2 ab.
„Das ist ein bisschen zu hoch, aber sie mussten All-in gehen und das haben wir ausgenutzt.“
Alexander Preibisch, Bietigheim Steelers
Je länger das Spiel dauerte, desto hitziger wurde es. Immer wieder kam es zu kleineren Raufereien und Auseinandersetzungen. In der Hektik kam Leipzig erneut zum Ausgleich, Visner stand drei Sekunden nach einer Strafzeit gegen den SCB blank und nutzte die Gunst der Stunde (46.). Es war der erste Powerplay-Treffer der Leipziger in den Playoffs, der jedoch 34 Sekunden später auf die direkte Antwort traf: McNeely hatte aus dem Nichts freie Bahn in Richtung Kessler und netzte dieses Mal auch selbst zum 4:3 ein.
Da die Gastgeber nicht mehr offensiv drücken mussten, konzentrierten sie sich auf die Defensive und schlugen den Puck gut aus der eigenen Gefahrenzone. So kamen die Icefighters nicht mehr zu einer guten Chance. Vesely sorgte schließlich mit einem späten Doppelpack für die Vorentscheidung. Erst profitierte er von einer Schlafmützigkeit der Leipziger Hintermannschaft, die nach einer angezeigten Strafe schon den Weg in Richtung Bank angetreten hatte und so den Weg für den Tschechen zum 5:3 frei machte (54.). Als die Sachsen in einem letzten Versuch Kessler vom Eis nahmen, traf der Neuzugang zwei Minuten vor Schluss dann auch noch ins leere Tor. Das machte ihm Fedor Kolupaylo mit 13,6 Zeigerumdrehungen auf der Uhr nach, der Deutsch-Russe stellte so den 7:3-Endstand her. „Das ist ein bisschen zu hoch, aber sie mussten All-in gehen und das haben wir ausgenutzt“, resümiert Preibisch. nb/dd

