Eishockey. Die Bietigheim Steelers kommen in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) 2 immer noch nicht richtig in Tritt. Zwar gewannen sie am Sonntag das Heimspiel in der Ege-Trans-Arena gegen den TSV Kaufbeuren mit 9:3, doch zwei Tage zuvor hatten sie bei den Starbulls Rosenheim eine 3:4-Niederlage kassiert. Damit sind sie weiterhin Drittletzter der DEL 2.
Im Ellental den höchsten Saisonsieg eingefahren
Dank einer Gala der Import-Spieler Brett Kemp, Jack Dugan, Cole Fonstad und Marek Racuk zerlegten die Steelers am Sonntag den ESV in die Einzelteile. Mit 9:3 feierten die Bietigheim Steelers gegen Kaufbeuren den bis dato deutlichsten Saisonsieg und zerlegten die Gäste phasenweise nach Strich und Faden. Trotz der Dominanzleistung mahnte SCB-Coach Alexander Dück aber an: „Ich würde nicht sagen, dass es unser bestes Spiel war. Lange war es durchschnittlich. Ich bin mit dem ersten Drittel gar nicht zufrieden mit der Spielweise.“
Denn der Trainer musste schon nach sechs Spielminuten mit ansehen, wie sein Team in Rückstand geriet. Die Joker, die eine turbulente Deutschland-Cup-Pause inklusive Trainerwechsel hinter sich haben, kamen durch Maximilian Hadraschek früh in Führung. Sein Schuss von der blauen Linie an der Bande zog an Freund und Feind vorbei, wurde wohl noch von einem Bietigheimer Schläger leicht abgefälscht und landete im langen Eck.
Brett-Kemp-Show im Spiel gegen Kaufbeuren
Doch davon ließen sich die Ellentäler nicht beunruhigen. Fünf Minuten später begann die Brett-Kemp-Show. Nach dauerhaftem hohem Forechecking forcierte der SCB einen Scheibenverlust, der Kanadier ging allein auf das Gäste-Netz zu und legte im letzten Moment auf Tim Schüle quer, der nur noch zum 1:1 einschieben musste. Auch in der Folge blieben die Steelers spielbestimmend, in einer Überzahl nagelte Jack Dugan erst den Puck ans Gebälk, unmittelbar danach war Marek Racuk die Endstation einer Kemp-Kombination – 2:1 (13. Minute). Und damit noch nicht genug. 12 Sekunden vor der Drittelpause brachten Kemp und Racuk erneut das Hartgummi in die gefährliche Zone, dort stand Mike Fischer. Der Sturmkollege hatte bei seinem Schuss Glück, dass Tyson McLellan ihn mit dem Schlittschuh unhaltbar über Goalie Rihards Babulis hinweg in die eigenen Maschen zum Bietigheimer 3:1 lupfte.
Ohne den 25-Jährigen auf dem Eis wollte nichts klappen, Dugan, Benjamin Zientek und Cole Fonstad ließen gute Chancen aus. Dafür durften sich die Steelers bei Goalie Olafr Schmidt bedanken, der ihnen Mitte des zweiten Drittels den Vorsprung rettete. Nach einem Scheibenverlust mitten im Wechsel war der Deutsch-Kanadier aber machtlos, als Jonas Fischer ein sehenswertes Solo zum Anschlusstreffer vollendete (32.).
Sololauf weckt die Hausherren rechtzeitig wieder auf
Es brauchte also wieder einen Hallo-Wach-Effekt und den brachte Kemp – wer sonst. Er weckte die Hausherren mit einem guten Solo wieder auf und brachte sie damit aus der schläfrigen Phase, auch wenn das Tor hier noch ausblieb. Dafür stellte erst Dugan in der 35. Minute den alten Vorsprung per platziertem Abschluss wieder her, keine 80 Sekunden später nagelte Fonstad den Puck aus spitzem Winkel ins lange Eck und sorgte mit dem 5:2 schon einmal für die Vorentscheidung. Beim ESV kochten anschließend die Emotionen hoch, Benedikt Jiranek und Mike Fischer lieferten sich einen Faustkampf mit Alec Zawatsky und Max Oswald, für den Jiranek und Oswald jeweils für zwei Minuten ausdampfen durften.
Wieder keine drei Minuten später, noch vor der zweiten Drittelpause, legte Fonstad sogar noch einen oben drauf. Bei einem Konter umkurvte Dugan das ESV-Netz, hatte eigentlich selbst die Chance auf den Schuss, legte aber lieber noch einmal auf den mitgelaufenen Sturmkollegen quer, der keine Mühe zum 6:2 hatte. Ganz übel wurde es für Kaufbeuren nach 43 Minuten, als McNeely in Überzahl das siebte Tor erzielte und in der Folge die Joker-Ultras die Halle verließen. Den Support hatten sie zuvor schon eingestellt, mehr als 15 Minuten vor Schluss packten sie ihre Trommeln und Fahnen ein und begaben sich frühzeitig auf den Heimweg.
Gästefans sind lang vor der Schlusssirene auf der Heimfahrt
Nach einer halben Stunde ohne Scorerpunkt hatte Brett Kemp dann auch wieder Bock, sich noch einmal in die Statistik einzutragen. Der Kanadier durfte in der 48. Minute auch selbst noch einen Treffer bejubeln. Erneut war der SCB in Überzahl und erneut bekam Kaufbeuren keinen Zugriff. Der rabenschwarze Tag für die Joker setzte sich aber auch danach fort, als zehn Minuten vor Schluss auch noch Goalie Babulis nach einem Check von Dugan verletzt vom Eis musste. In einer Schlägerei im Anschluss wurd aufgeräumt, insgesamt sechs Spieler wurden des Eises verwiesen und bekamen eine spontane Aggressions-Therapie in der Strafbox.
Feierabend war zu dem Zeitpunkt aber noch nicht angesagt, denn nicht nur in Über-, sondern auch in Unterzahl schlug Bietigheim noch einmal zu. Nach einer Spieldauerstrafe gegen Jiranek enteilten plötzlich Alexander Preibisch und McNeely, die das 9:2 erzielten (58.), 61 Sekunden vor Schluss gelang Bast noch einmal ein Ehrentreffer, Jubel war allerdings kaum zu hören, da die Kaufbeurer Fans beinahe komplett schon auf dem Heimweg waren.
Niederlage am Freitagabend, nachdem ein 1:3-Rückstand schon aufgeholt war
Bereits am Freitag hatten die Eishockeyspieler aus dem Ellental unglücklich in Rosenheim verloren. Beim 3:4 hatten sie zwar einen 1:3-Rückstand aufgeholt, dann aber nicht mehr den entscheidenden Treffer nachgelegt. Torschützen für die Steelers waren Brett Kemp (42.), Cole Fonstad (50.) und Marek Racuk (50.). Doch drei Minuten später traf der Rosenheimer erst den Pfosten, bevor er im Anschluss aus spitzem Winkel zum 4:3-Siegtreffer einschob. nb/red

