Müller wirft wieder Erfahrung und Energie in Waagschale

Center gibt gegen Oberelchingen II nach halbem Jahr Comeback – Tabellenführer beim 86:69 aber insgesamt zu stark für BSG

Von Michael Nachreiner Erstellt: 14. Januar 2020
Müller wirft wieder Erfahrung und Energie in Waagschale Der Ball hat sich noch ein bisschen wie ein Fremdkörper nach der langen Pause angefühlt. Dennoch setzte Matthias Müller (Mitte) auch offensiv gleich wieder Akzente. Foto: Nachreiner

Matthias Müller ist zurück. Der Center der BSG Vaihingen/Sachsenheim hat gegen die Scanplus Baskets SV Oberelchingen II sein Saisondebüt in der Basketball-Oberliga Württemberg gegeben, nachdem er die gesamte Hinrunde wegen eines Patellasehnenspitzensyndroms pausieren musste. Die 69:86-Niederlage der BSG hat Müller aber auch nicht verhindern können.

Vaihingen/Sachsenheim. „Es war schön, wieder dabei zu sein. Ich habe jede Minute genossen“, erklärt Matthias Müller. Mehr als ein halbes Jahr war er außer Gefecht gesetzt. Sobald er in die Belastung ging, wurde sein Knie dick, und er hatte Schmerzen. Die Diagnose: ein sogenanntes Jumpers Knie, ein Patellasehnenspitzensyndrom. „Das hat sich zwar jetzt erheblich gezogen. Aber ich habe die Probleme mit Physiotherapie und Extraschichten im Fitnessstudio in den Griff bekommen. Jetzt bin ich wieder schmerzfrei, auch wenn das Knie bei Belastung immer noch leicht anschwillt“, berichtet der 35-Jährige.

Nach der langen Pause und nur einem Mannschaftstraining in der vergangenen Woche (BSG-Spielertrainer Themis Koupidis: „Eigentlich wollte er nur das Warm-up mitmachen und dann etwas werfen. Doch dann hat er doch die gesamte Einheit mitgemacht.“) limitierte BSG-Spielertrainer Themis Koupidis zwar Müllers Einsatzzeit, um nicht das Knie gleich wieder zu überreizen. Doch der Center nahm gleich entscheidenden Einfluss auf das Geschehen auf dem Feld. Zu Beginn des zweiten Viertels erzielte Müller sechs Punkte in Folge, davon vier von vier Freiwürfen. „Beim Wurf habe ich aber gemerkt, dass ich lange keinen Ball mehr in der Hand hatte. Nach nur einem Mannschaftstraining kann man auch keine Wunder erwarten. Und eigentlich lief es besser, als ich vermutet habe. Ich wusste, ich kann dem Team mit meiner Defensive und meinem Einsatz helfen. Und das habe ich versucht einzubringen“, berichtet der 35-Jährige.

Die Niederlage gegen den Oberliga-Tabellenführer, die Scanplus Baskets SV Oberelchingen II hat er aber auch nicht verhindern können. Dazu waren die Gäste einfach als Team zu tief besetzt. „Als wir wechseln mussten, hat man gemerkt, dass die Oberelchinger Spitzenreiter sind. Alleine dem Tempo, das sie gegangen sind, hatten wir nichts entgegenzusetzen“, erklärt Koupidis. „Die Gäste hatten praktisch acht Spieler, die in etwa das gleiche Niveau hatten.“ Angeführt von ihrem Spielertrainer Marko Markovic (30 Punkte), Dennis Heck (19, davon vier Drei-Punkte-Würfe) und Jonas Dierenbach (13) zogen die Oberelchinger nach einer ausgeglichenen Anfangsphase – 8:8 (3. Minute) – schnell auf 24:10 (8.) davon. Zur ersten Viertelpause führten die Gäste mit 24:14 (10.). „Bis dahin hatten wir drei leichte Korbleger liegen gelassen“, moniert Koupidis und ergänzt: „Ein 20:24 wäre auch psychologisch besser gewesen als ein 14:24.“

Auf diese Führung setzten die Gäste in den nächsten beiden Vierteln Punkt um Punkt oben drauf, bis sie in der 31. Minute beim 69:43 ihren größten Vorsprung herausgespielt hatten. „Man hat ganz deutlich gesehen, dass wir kein Selbstvertrauen haben. Aber das ist nach dem bisherigen Saisonverlauf auch nicht verwunderlich“, berichtet Müller.

Die Vaihinger und Sachsenheimer ließen sich aber nicht abschlachten. Mitte des dritten Viertels hatten sie sich durch einen kleinen 7:0-Lauf beispielsweise wieder auf 39:54 (27.) herangekämpft. „Hätten wir direkt davor nicht fünf Freiwürfe in Folge verworfen, hätte es sogar noch besser ausgesehen. Das sind zwar nur Kleinigkeiten, die aber eine große Auswirkung haben“, berichtet Koupidis. Und in den letzten Minuten betrieben sie dann auch noch einmal gehörig Ergebniskosmetik. Angeführt von Lennard Schurr und Achim Jesser verkürzten sie den Rückstand von 51:77 (34.) auf 69:86 (40.). „Das war aber sowieso keine Partie, die wir unbedingt gewinnen mussten. Für mich hatte es eher Trainingsspielcharakter. Ich habe allen Einsatzzeiten gegeben“, berichtet Koupidis.

BSG Vaihingen/Sachsenheim: Lennard Schurr (15), Achim Jesser (12), Mirko Herr (9), Themis Koupidis (6), Jens Ehmke (6), Matthias Müller (6), Oliver Gräßer (5), Ingo Jahn (5), Florian Staudenmaier (4), Tom Wagner (1), Lucas Schneider.

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