Ein Ex-Profi reist extra aus Frankfurt an

Cannon kommt aus Hessen, um Basketballern beim Camp der BSG Vaihingen/Sachsenheim den Spaß an dieser Sportart vermitteln

Von Jan Simecek Erstellt: 29. Juli 2015
Ein Ex-Profi reist extra aus Frankfurt an Die Trainerin Anna-Catharina Polemidhiotis (rechts) erklärt der zehnjährigen Emily Schwach aus Mühlacker (links) eine Übung zum Ballhandling. Finn Arbinger und Trainerin Rebecca Roller (im Hintergrund von links) schauen zu. Foto: Simecek

In der Nachwuchsarbeit gibt es verschiedene Ansätze. Einer, der vor allem in den USA üblich ist, ist die Heranführung und Weiterbildung über Camps. Was läge also näher, als dies bei einer US-affinen Sportart wie Basketball auch in Deutschland zu versuchen? Bei der BSG Vaihingen/Sachsenheim veranstaltet man deshalb schon seit einigen Jahren ein Jugendcamp.

Vaihingen/Sachsenheim. Woran es genau liegt, kann keiner mit Bestimmtheit sagen. Die Anmeldezahlen des diesjährigen Jugendcamps blieben jedenfalls etwa ein Drittel hinter denen des Vorjahres zurück. „Letztes Mal waren einige Teilnehmer schon an der oberen Altersgrenze“, vermutet Dominic Cannon, einer der Trainer beim Camp. Dass einige Spieler aufgrund ihres Alters nicht mehr teilnehmen dürfen, hätten jüngere Akteure nicht ausgeglichen. Cannon ist extra für das Camp aus Frankfurt angereist. Er hat vor einigen Jahren mit Michael Nachreiner zusammen Profi-Basketball bei Avitos Lich in der zweiten Liga gespielt und hat den Kontakt nie abreißen lassen. Als Nachreiner dann vor einigen Jahren die Organisation des Camps übernommen hat, hat Cannon nicht gezögert und als Trainer zugesagt. „Ich habe selbst früher Camps gespielt. Und es war immer das Schönste, wenn wir Trainer hatten, die selbst gespielt haben“, erklärt der 1,90 Meter große ehemalige Flügelspieler.

Für Cannon hat das Camp aber auch einen schönen Nebeneffekt. „Von Frankfurt ist es nicht allzu weit. Da kann meine Freundin mit und zum Beispiel in Stuttgart einkaufen. Außerdem haben wir einige Bekannte in der baden-württembergischen Landeshauptstadt. So können wir das Ganze auch noch mit einem Besuch verbinden“, berichtet der 32-Jährige. Das Camp macht ihm aber auch so richtig Spaß. Es ist jedes Mal aufs Neue spannend für ihn, welches Potenzial bei den Teilnehmern schlummert. Deshalb freut er sich auch ganz besonders auf den Abschluss, wenn ein Turnier mit den Teilnehmern und Trainern stattfindet. In diesem Jahr hat man zudem die Eltern der Teilnehmer gebeten, auch das Sportzeug mitzubringen, und ein Team zu stellen.

Damit kein falscher Gedanke aufkommt: Es geht zwar um sportlichen Fortschritt und damit um den Leistungsgedanken, aber darüber soll niemand den Spaß am Basketball verlieren. „Teamgeist und Spaß stehen ganz klar im Vordergrund“, sagt Cannon. In den Vorjahren waren die Trainingsgruppen zwar nach Spielstärke eingeteilt gewesen, doch wegen der geringen Teilnehmerzahl hat man in diesem Jahr einen anderen Weg beschritten. Von Anfang an ließ man die Teams, die am Ende beim Turnier antreten sollten, die Übungen gemeinsam absolvieren. Auch das sollte den Teamgeist stärken. Deshalb achtete man auch darauf, dass alle Mannschaften etwa gleich stark besetzt waren. „Wenn man in einem schwachen Team landet und dann im Spiel schnell hoffnungslos hinten liegt, verliert man doch die Lust“, erklärt Cannon.

Neben den anders zusammengesetzten Trainingsgruppen gab es in diesem Jahr eine weitere, einmalige Neuerung. Die Nachmittagseinheit nach dem gemeinsamen Mittagessen verlegte man kurzerhand auf die Gartenschau nach Mühlacker. Dort präsentierten sich verschiedene Vereine. Und bei den Basketballern aus Vaihingen und Sachsenheim hoffte man, dort vielleicht ein paar Kinder und Eltern zum Mitmachen zu motivieren, um zu zeigen, dass Basketball eine tolle Sportart ist.

Die Trainingsinhalte stellten die Teilnehmer natürlich vor unterschiedliche Herausforderungen. Was den einen schon in Fleisch und Blut übergegangen ist, ist für die anderen noch ziemliches Neuland. Selbst das Dribbeln des Balls und die tiefe Position dabei, um beweglicher zu sein, stellte für den einen oder anderen eine große Herausforderung dar. „Aber genau dafür sind ja solche Camps gut. Man kann viel besser Neulinge integrieren, die im Trainingsalltag leicht mal ins Hintertreffen geraten. So kann man sie auch eher ins Boot holen“, erklärt Nachreiner.

Da eben einige Neulinge dabei waren und durch die geringere Teilnehmerzahl jeder öfter zum Zug kam, hat man sich entschieden, das Camp von zwei auf einen Tag zu verkürzen. „Die individuelle Belastung ist durch die kleineren Gruppen einfach höher“, berichtet Nachreiner. Gerne würde er in Zukunft aber wieder ein zweitägiges Camp anbieten. An den Trainern soll es nicht scheitern. Und den Kindern war der Spaß an der Sache auch anzusehen. So gesehen sollte einer Neuauflage im nächsten Jahr nicht mehr viel im Wege stehen.

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