Ein Basketballer, der das Spiel revolutionierte

Buchverlosung: Die VKZ verlost drei Mal die Biografie „The Great Nowitzki“ von Thomas Pletzinger über den Würzburger Dirk Nowitzki, als erster Deutscher den NBA-Titel mit Dallas gewann und zum MVP der regulären Saison sowie der Finalserie gewählt wurde.

Von Michael Nachreiner Erstellt: 5. Dezember 2020
Ein Basketballer, der das Spiel revolutionierte Dirk Nowitzkis Markenzeichen: der sogenannte Fade-away-Sprungwurf, bei dem er noch ein Knie anzieht. Foto: ddp

Dallas/Würzburg. Schon in der Saison 1996/1997 hat unser Trainer – ich spielte damals in der 2. Bundesliga Süd unter Jochen Knell für den USC Heidelberg – eindringlich vor Dirk Nowitzki gewarnt. Mit seinen damals 18 Jahren war der Würzburger, der für seinen Heimatverein DJK s.Oliver auflief, so etwas wie die Zukunft des deutschen Basketballs. Er war ein ganz anderer Spielertyp: Für seine Größe von mehr als 2,10 Metern ging er sehr gut mit dem Ball um, konnte dribbeln und hatte einen guten Wurf von außen – darauf hatte Nowitzkis Mentor Holger Geschwindner immer geachtet. Das war Mitte der 1990er Jahre allerdings recht ungewöhnlich. Normalerweise hieß es bei großen Spielern – so auch bei mir: „Du spielst unter dem Korb. Wenn du also an oder in der Zone den Ball bekommst, dann dribble möglichst nicht, sondern dreh dich um und werfe.“

Deshalb kam es eigentlich nie zu einem direkten Eins-gegen-eins-Duell zwischen Nowitzki und mir. Denn während der Würzburger auf der großen Flügelposition, also als Small Forward, eingesetzt wurde, lief ich immer als Center auf. Was aber in Erinnerung blieb, waren nicht einmal so sehr Nowitzkis offensive Fähigkeiten. Denn der 88-Kilogramm-Schlaks, der er damals noch war, musste nicht den Part des Solisten im Team der DJK s.Oliver geben. Mit Marko Laine und dem US-Amerikaner James Robinson hatte Nowitzki zwei erstliga-erfahrene Spieler an seiner Seite. Dazu kam der nächste junge Wilde: Robert Garrett.

Vielmehr blieb in Erinnerung, wie der Würzburger meinen Mitspieler David „DJ“ Jones unter Kontrolle hielt. Der US-Amerikaner war der dominante Spieler des USC Heidelberg. Er war ein flinker und athletischer Shooting Guard. Ließ man ihm zu viel Platz, warf er einfach über einen drüber. Stand man ihm auf den Füßen, schlug er einen in der Regel mit einem schnellen ersten Schritt und zog zum Korb. Nowitzki nahm aber beide Stärken von „DJ“ Jones weg. Der Würzburger konnte genügend Abstand zum Heidelberger Amerikaner halten, so dass er nicht geschlagen wird. Denn durch die Armspannweite des Würzburgers war es Jones nicht möglich, einfach so über Nowitzki drüber zu werfen, auch wenn ihm Platz gelassen wurde.

Dass Nowitzki ein sehr guter Basketballer werden würde, das war schon damals abzusehen. Dass der Würzburger aber der beste deutsche Basketballer aller Zeiten werden würde, das konnte man noch nicht wirklich erahnen. Der entscheidende Durchbruch gelang Nowitzki beim alljährlichen Nike Hoop Summit in San Antonio, Texas, als er eine Junioren-Weltauswahl gegen die besten US-Talente mit einer überragenden Leistung zum Sieg führte (33 Punkte, 14 Rebounds und 3 Steals). Spätestens dann hatten auch die Verantwortlichen der nordamerikanischen Profiliga NBA Blut geleckt. Im Draft des gleichen Jahres, der Talente-Auswahl der NBA, wurde Nowitzki an neunter Stelle von den Milwaukee Bucks gezogen, doch direkt weiter zu den Dallas Mavericks getradet. Der Würzburger war der erste Deutsche, der direkt ausgewählt worden war.

In Dallas verbrachte Nowitzki den Rest seiner Profilaufbahn. 21 Spielzeiten – bis 2019 – schnürte er seine Basketballstiefel für die „Mavs“. Und feierte einen persönlichen Meilenstein nach dem anderen. In seiner zweiten Saison belegte er den zweiten Platz in der Wahl des am meisten verbesserten Spielers (Most Improved Player) der NBA. Seit der Spielzeit 2000/2001 war Nowitzki regelmäßig der erfolgreichste Korbjäger der Mavericks. Am Ende seiner Karriere hatte er 31 560 Punkte erzielt und steht damit auf Platz sechs in der ewigen NBA-Bestenliste – im Schnitt sind das 20,74 Zähler pro Partie. Seine 1522 Spiele bedeuten den dritten Rang in der Bestenliste. Er ist der Franchise-Rekordhalter der Dallas Mavericks in den Kategorien Spiele, Spielzeiten, Spielminuten, Punkte, verwandelte Würfe, verwandelte Zwei-Punkte-Würfe, verwandelte Drei-Punkte-Würfe, Freiwürfe, sämtlichen Schussversuchen, geblockte Würfe, Offensivrebounds, Defensivrebounds und Rebounds insgesamt.

2006 führte Deutschlands Basketballer des Jahres 1999 die „Mavs“ zum ersten Mal in die Finals, verlor die Best-of-Seven-Serie nach 2:0-Führung allerdings gegen die Miami Heat mit Dwayne Wade und Shaquille O’Neal. Fünf Jahre später gelang ihm dann der Titelgewinn. Mit 4:2 setzte sich Dallas erneut gegen Miami mit den sogenannten Big Three (große Drei) – Wade, LeBron James und Chris Bosh – durch. Dabei wurde Nowitzki zum wertvollsten Spieler (Most Valuable Player (MVP)) der Finalserie gewählt. Das wurde durch die Wahl zu Deutschlands Sportler des Jahres 2011 geehrt. Den MVP-Titel für die reguläre Saison wurde ihm bereits 2007 verliehen.

Außerdem führte Nowitzki die deutsche Basketball-Nationalmannschaft zu zwei Medaillen. Bei der WM 2002 in Indianapolis, USA, bei der er MVP und Korbschützenkönig wurde, holte Deutschland Bronze. Drei Jahre darauf bei der EM 2005 in Serbien-Montenegro, bei der der Würzburger erneut MVP und Korbschützenkönig wurde, gab es Silber.

Das Außergewöhnlichste aber: Nowitzki revolutionierte – genauso wie andere Spieler wie beispielsweise der Spanier Pau Gasol – das Basketballspiel. In etwa bis zur Jahrtausendwende waren große Spieler auch in der NBA für das Grobe unter den Körben zuständig – Punkten in der Zone, Rebounden, Shotblocking. Berühmte Center wie Wilt Chamberlain, Kareem Abdul-Jabbar, Patrick Ewing oder Hakeem Olajuwan waren praktisch nie an der Dreierlinie zu finden. Da Nowitzki und auch Gasol aber die Reichweite hatten, auch von jenseits der 7,24-Meter-Linie hochprozentig zu treffen, sowie die Fähigkeiten, Gegenspieler aus dem Dribbling zu schlagen, mussten auch alle anderen großen Spieler sich diese Fähigkeiten aneignen, allein um Spieler wie Nowitzki und Gasol verteidigen zu können. Center in der NBA heutzutage wie Joel Embiid oder Karl-Anthony Towns sind nicht mehr darauf limitiert, nur innerhalb und rund um die Zone abschließen zu können.

Nowitzki war in seiner Jugend auch ein guter Tennisspieler und wurde von der TG Würzburg für den Spielbetrieb der 2. Kreisklasse im Juli 2011 gemeldet. Wegen der langen NBA-Saison konnte er an diesem jedoch nicht teilnehmen.

Die Vaihinger Kreiszeitung verlost drei Mal eine Nowitzki-Biografie von Thomas Pletzinger „The Great Nowitzki“. Um an der Verlosung teilzunehmen, müssen alle drei Fragen korrekt beantwortet werden – entweder im oben abgedruckten Coupon oder online unter www.vkz.de/sport. Die Antworten mit den persönlichen Angaben dann bis Dienstag, 8. Dezember, um 12 Uhr zurücksenden an die Vaihinger Kreiszeitung, Marktplatz 15, 71665 Vaihingen.

Hier geht es zum Online-Formular für die Teilnahme.

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