Bulut sticht aus Kollektiv etwas heraus

BSG bezwingt Elchingen II mit 88:74 – Spielertrainer Koupidis: „Egal, wen ich reingeworfen habe, er hat Leistung gebracht“

Von Michael Nachreiner Erstellt: 18. Dezember 2018
Bulut sticht aus Kollektiv etwas heraus Haydar Bulut (am Ball) avancierte mit 22 Zählern, davon fünf Drei-Punkte-Würfe, zum erfolgreichsten Werfer der BSG Vaihingen/Sachsenheim. Fotos: Leitner

Die Basketballer der BSG Vaihingen/Sachsenheim haben sich mit einem Sieg in die Winterpause der Oberliga Württemberg verabschiedet. Gegen den Tabellenfünften Scanplus Baskets Elchingen II fuhr die Mannschaft um Spielertrainer Themis Koupidis einen eigentlich nie gefährdeten 88:74-Erfolg ein und überwintert auf dem neunten Platz.

Vaihingen/Sachsenheim. Die Anfangsphase gehörte Haydar Bulut. Von den ersten 15 Zählern der BSG Vaihingen/Sachsenheim gegen die Scanplus Baskets Elchingen II erzielte der Guard neun – drei von drei Drei-Punkte-Würfen. „Er hat uns am Anfang ins Spiel gebracht“, freut sich Buluts Spielertrainer Themis Koupidis, der selbst nach rund drei Minuten mit einer Zerrung oder einem Muskelfaserriss im Oberschenkel passen musste, und fügt lobend hinzu: „In dieser Form brauchen wir ihn in jeder Partie. Wir wissen auch alle, dass er so spielen kann. Oft ist bei ihm aber die Frage, ob er es auch abrufen will.“ Nach gut vier Minuten bei 10:15-Rückstand hatte „Elche“-Trainer Yavuz Düngüz genug. Er stellte in der Defensive von Zonen- auf Mannverteidigung um und ließ Moritz Ufschlag Bulut an die Leine legen.

Dadurch wurden die Kreise des BSG-Guards in der Offensive zwar eingeengt. Durch eine gute Wurfauswahl traf er aber weiterhin hochprozentig. Außerdem trat er nun immer öfter als Assistgeber auf, also als der Spieler, der den entscheidenden Pass zum Korberfolg spielt. In der Defensive machte der 20 Jahre alte Sachsenheimer aber weiter auf sich aufmerksam. Durch geschicktes Stellungsspiel fing er ein ums andere Mal Pässe der Elchinger ab oder zwang die Gäste dazu, den Ball ins Aus zu werfen, weil Pässe zu lang oder zu hoch gerieten.

Die Elchinger, die selbst eine Zonenpresse spielten und damit eigentlich mit Druck gegen sich umgehen müssten, agierten gegen die Zonenpresse der Vaihinger und Sachsenheimer teilweise allerdings auch dilettantisch. „Ich war sehr überrascht, wie oft sie den Ball weggeworfen haben. Eigentlich haben sie Spieler, die Basketball spielen können. Und die Basics wie Dribbeln, Passen und Fangen sind auch vorhanden“, berichtet Themis Koupidis. „Aber sie haben wohl nicht damit gerechnet, dass wir eine Presse spielen, und sind damit überhaupt nicht zurechtgekommen.“

Den Boost, den Bulut den Gastgebern in der Anfangsphase gegeben hat, griffen zu Beginn des zweiten Viertels Youngster Mirko Herr und Routinier Thomas Gabriel auf. Der 19-jährige Herr erzielte alle seine zehn Punkte innerhalb von fünf Minuten. Der 38 Jahre alte Gabriel packte anschließend weitere sechs Zähler drauf. Da auch Matthias Müller zwei Freiwürfe und Bulut einen Dreier zum Start des zweiten Abschnitts versenkt hatten, setzten sich die Vaihinger und Sachsenheimer von 23:19 (10. Minute) auf 44:27 (18.) ab. Durch einige Unkonzentriertheiten kamen die Elchinger aber bis zum Seitenwechsel wieder auf 34:46 heran.

Den Schwung nahmen die Gäste nach Wiederanpfiff mit aus der Kabine. Mit einer aggressiven 1-2-2-Zonenpresse kamen sie zu einigen Ballgewinnen und verkürzten auf 41:49 (22.). „Was wir unbedingt noch verbessern müssen ist, dass wir unsere Ballverluste minimieren. Nach dem Rebound sind wir oft zu überhastet“, ärgert sich Themis Koupidis. Bulut nahm den Gästen mit seinem fünften erfolgreichen Dreier aber sofort wieder allen Wind aus den Segeln (23.). Und näher als die acht Punkte ließen die Vaihinger und Sachsenheimer die Elchinger auch nicht mehr kommen. Vielmehr setzten sie sich bis zum Ende des dritten Viertels sogar peu à peu auf 72:54 ab. „Die Elchinger sind mit unserer Offense überhaupt nicht zurechtgekommen. Wir haben uns selbst und damit auch den Ball viel bewegt. Dadurch kamen wir auch zu vielen Offensivrebounds und damit zweiten und dritten Wurfchancen“, zollt Themis Koupidis seinem Team Respekt.

Der Schlussabschnitt geriet dann zum Schaulaufen für die Gastgeber. „Insgesamt hat man den Elchingern angesehen, dass sie nicht mehr an eine Wende glaubten. Zwar hat der eine oder andere immer wieder versucht, seine Mannschaftskameraden mitzureißen. Aber das hat nicht funktioniert“, berichtet der BSG-Spielertrainer. Unzufrieden war er aber damit, was seine Mannschaft in der Schlussphase gezeigt hat. Themis Koupidis: „Ich hatte zwar nie das Gefühl, dass wir die Partie noch aus der Hand geben würden. Aber es ist schade, dass wir die Elchinger nicht mit 20 nach Hause geschickt haben.“ Zu wenig konsequent agierten die Gastgeber in den letzten rund fünf Minuten im Angriff und spielten nicht mehr wirklich als Team zusammen. Dadurch kamen die Gäste von 54:75 (31.) wieder auf 74:88 (40.) heran.

Dennoch zieht Themis Koupidis ein positives Fazit: „Das, was uns schon seit der vergangenen Saison auszeichnet, hat uns auch heute wieder ausgezeichnet. Wir haben eine enorm tiefe Bank. Egal, wen ich reingeworfen habe, er hat seine Leistung gebracht.“

BSG Vaihingen/Sachsenheim: Haydar Bulut (22), Leonard Hellwig (12), Thomas Gabriel (11), Mirko Herr (10), Ingo Jahn (9), Lucas Schneider (8), Nikolaos Koupidis (6), Jens Ehmke (4), Lennard Schurr (4), Matthias Müller (2), Themis Koupidis, Oliver Gräßer.

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