Basketballer leiden unter Frauenmangel

BSG Vaihingen/Sachsenheim meldet Mannschaft aus der Bezirksliga 2 ab – Nach mehreren Spielabsagen keine Besserung in Sicht

Von Ralph Küppers Erstellt: 2. Februar 2019
Basketballer leiden unter Frauenmangel Marco Alperstedt hat bis zuletzt die Frauenmannschaft der BSG gecoacht. Dabei kämpfte er mit chronischem Personalmangel. Foto: Nachreiner
  1. Das Kapitel Frauenbasketball in der BSG Vaihingen/Sachsenheim ist – zumindest vorübergehend – Geschichte. Nach erfolgreichen Jahren, die ein Team bis in die Regionalliga brachten, ging es jetzt nur noch in der Bezirksliga 2 um Punkte. Doch zuletzt musste die Mannschaft drei Spiele wegen Personalmangels absagen. Weil keine Besserung in Sicht war, haben die Verantwortlichen gehandelt. Am Donnerstag wurde die Mannschaft abgemeldet.

Vaihingen/Sachsenheim. „Es ist ein harter Schlag für uns als Verein“, berichtet Michael Nachreiner. Der Sportliche Leiter der BSG Vaihingen/Sachsenheim verkündet das Ende der Frauenmannschaft – zumindest für die laufende Saison. „Wir haben schon drei Mal absagen müssen, teils echt kurzfristig“, sagt Nachreiner. „Der Staffelleiter ist uns zwar entgegengekommen, so dass wir nicht am grünen Tisch verloren, sondern Neuansetzungen in Aussicht gehabt haben. Aber die personelle Situation wird sich auch auf absehbare Zeit nicht verbessern.“ Zwar war den Basketballern aus Vaihingen und Sachsenheim schon vor der Saison klar gewesen, dass die Personaldecke extrem dünn ist. Doch durch Verletzungen und private Verpflichtungen kamen zu den studienbedingten Ausfällen noch weitere hinzu. „Mit der Zeit haben es auch die verbliebenen Spielerinnen eingesehen, dass es so keinen Sinn mehr hat“, bedauert Nachreiner.

Der Kader war zuletzt auf sieben, acht Spielerinnen geschrumpft. Zu den Spieltagen standen aber nicht alle davon zur Verfügung. Theoretisch könnte man zwar zu viert auflaufen, erläutert der Sportliche Leiter der BSG, doch eine Dauerlösung sei das nicht. Kurzfristige Verstärkung aus der Nachbarschaft oder aus der Vereinsjugend war auch nicht zu bekommen. „Natalie Werner und Jocelyn Miley haben zwar nochmal versucht, Impulse zu setzen und die anderen aus ihrer Mannschaft mitzureißen“, sagt Nachreiner. Das hat aber nicht gereicht. Die Trainingsbeteiligung war schon längere Zeit nicht so, wie es sich die Verantwortlichen erhofft hatten. „Zum Teil waren nur drei, vier Spielerinnen in der Halle“, sagt Nachreiner. „Familiäre, schulische und berufliche Verpflichtungen standen einer regelmäßigen Trainingsteilnahme im Weg.“ Marco Alperstedt, der die Mannschaft coachte, musste mit immer weniger Spielerinnen auskommen.

„Diejenigen, die schon in der Regionalliga bei uns gespielt hatten und ein Team gesucht haben, bei dem der Wettkampfgedanke mehr im Vordergrund steht, haben uns schon vor Längerem verlassen“, berichtet Nachreiner. Zum Beispiel Patricia Roller, die bei der SG Weinstadt spielt, und Melanie Deisch, die mittlerweile das Trikot der BG Tamm/Bietigheim trägt. Studien- oder berufsbedingt aufgehört haben Rebecca Roller, Catharina Schön, Katharina Bews, Natascha Burger, Paula Mahler und Christine Kurtz. „In Vaihingen haben wir einen Standortnachteil“, sagt Nachreiner. „Wenn junge Menschen zum Studium nach Ludwigsburg, Stuttgart, Karlsruhe oder Pforzheim kommen, brauchen sie nicht nach Vaihingen zum Basketball zu fahren. Einen Verein finden sie vor Ort.“ Nadja Schuldes, Aileen Federer und Andrea Schneider hatten ihre Basketballschuhe sowieso an den Nagel gehängt.

Und mit einem Unterbau aus Jugendspielerinnen sieht es aktuell auch nicht rosig aus bei der BSG Vaihingen/Sachsenheim. Nachreiner: „Es gibt eine zu große Lücke. Es fehlen ein paar Jahrgänge. Entweder wurden die Mädchen gar nicht erst für Basketball begeistert oder wir haben sie nicht bei der Stange gehalten.“ Es gibt zwar eine U-18-Mannschaft im Verein, doch die meisten Spielerinnen sind erst 14 oder 15 Jahre alt. Wenigstens sie sollen der BSG erhalten bleiben, hofft Nachreiner, setzt aber hinzu: „Ich bin überzeugt davon, dass es wichtig ist, als Verein eine Perspektive für die Jugendspieler zu bieten.“ Die Abmeldung der Frauenmannschaft ist auch aus diesem Grund ein harter Schlag.

Weiterlesen

Weiterhin kein Befreiungsschlag für die BSG

Drucken Vaihingen/Sachsenheim (tw). Die Basketballer der BSG Vaihingen/Sachsenheim sind auch weiterhin Tabellenzehnter der Oberliga. 81:91 hieß es am Ende für die Zuffenhausen 89ers in fremder Halle. Obwohl die Zuffenhausener zahlenmäßig unterbesetzt anreisten, konnten die Vaihinger und Sachsenheimer kein... »