Datum: 07.08.2022,

Veranstaltung:

Besuch und Eidünschtgläser

Vaihingen (p). Seit Corona sind sie beliebter denn je: Die Einkochgläser der Firma Weck haben sich in der Gastronomie bewährt, denn sie haben sich nicht nur zum hygienischen Servieren von Nachtischen und Salaten, sondern auch für das Essen to-go bewährt, als Restaurants und Gaststätten coronabedingt geschlossen werden mussten.

Bewährt haben sich die Gläser aber schon seit mehr als hundert Jahren, denn nicht immer hatten die Menschen die Möglichkeit, Konserven aller Art in Supermärkten einzukaufen. In den Geschäften in der Vaihinger Innenstadt konnten Eidünschtgläser und Saftflaschen in verschiedenen Größen und von mehreren Herstellern gekauft werden. Allein in der Stuttgarter Straße gab es drei Haushalts- und Küchenwarengeschäfte, die Läden von Gustav Kessel und Pauline Mürdter sogar direkt nebeneinander. Das Geschäft von Alfred Majer, besser bekannt als Eckmajer, war nicht weit von diesen beiden entfernt und auf dem Marktplatz, im momentan leerstehenden Bioladen, handelte Herbert Götz ebenfalls mit Haushaltswaren. Konkurrent war man sich offensichtlich nicht, erst mit dem Aufkommen der ersten Selbstbedienungsläden bekamen die Geschäfte die Konkurrenz zu spüren. Der erste Laden dieser Art, eine Filiale der Pforzheimer Unternehmensgruppe Pfannkuch, in Vaihingen öffnete übrigens 1952 am Marktplatz in dem – jetzt lange abgerissenen – Haus Klein seine Pforten. Die Gläser der Firma Weck haben sich kaum verändert. Nur die Spange zum Verschließen der Gläser, die während des Einkochens fest auf dem Glas sitzen musste, ist kleineren Clips gewichen. Nach wie vor bleibt es spannend, ob die Gläser dicht und somit der Inhalt über Monate und Jahre haltbar bleibt. Manch einer, der den Keller seiner Großeltern aufräumt, findet noch Gläser mit Kirschen, Bohnen und vielen weiteren Früchten und Gemüsen aus dem Garten, die zwar ihre Farbe verloren haben, aber vermutlich sogar noch genießbar sind.

Am Sonntag (7. August) bietet sich ein Besuch im städtischen Museum in der Vaihinger Peterskirche an. Weckgläser, Einkochkessel, Entsafter und andere Methoden der Haltbarmachung können hier (wieder) entdeckt werden. Das Museum ist von 14 bis 16 Uhr geöffnet. Das Museums-Team freut sich.

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