Von Sonnenbrand verschont

Die 11,5 Kilometer lange Strecke führt 260 Wanderer nach Aurich und wieder zurück

Von Michael Banholzer Erstellt: 19. August 2019
Von Sonnenbrand verschont Von ein bisschen Regen ließen sich die Teilnehmer die Laune nicht vermiesen.

Nur einmal in den vergangenen zehn Jahren – nämlich 2015 – sind bei der S-VKZ-Tour mehr Wanderer an den Start gegangen. Nach der Hitzeschlacht vom vergangenen Jahr hatten die 260 fußläufigen Tour-Teilnehmer dieses Mal dank des etwas wechselhaften Wetters eine recht angenehme Rundwanderung zu absolvieren.

Enzweihingen. Bange Blicke gen Himmel gab es am Samstagmorgen unter den Wanderern trotz der grauen Wolken eher wenige. Die Vorhersage hatte schließlich nur gelegentliche Schauer prognostiziert. Und die Wetterfrösche sollten recht behalten. Von leichtem Regen wurden die rund 260 Wanderer lediglich in den ersten ein bis eineinhalb Stunden begleitet. Manche zückten daraufhin die vorsorglich mitgebrachten Regenschirme, die dem sich langsam in Richtung Aurich schiebenden Tross einen bunten Anstrich gaben.

Die meisten Teilnehmer schienen ohnehin froh zu sein, dass die Hitze der vergangenen Wochen einer gemäßigteren Witterung Platz gemacht hatte. Das galt besonders für jene, die zum ersten Mal dabei waren. So wie Manuela Stadtfeld, die mit Mann Andreas die Schuhe geschnürt hatte. Wandern sei bisher eigentlich nicht so ihr Ding gewesen, so die Hochdorferin und war sich daher sicher: „Meine Freunde werden staunen.“ Die 11,5 Kilometer der S-VKZ-Tour seien dabei eigentlich nur so etwas wie die Generalprobe. Demnächst stehe noch Urlaub in den österreichischen Alpen an. Darauf wolle sie sich vorbereiten.

Aus Sachsenheim war Familie Antoni erstmals gekommen – aufmerksam geworden durch die Sonderbeilage der VKZ zum runden Geburtstag der Tour. Die Wanderung sei der perfekte Urlaubsabschluss befanden Beate und Oliver Antoni, die im umfunktionierten Fahrradanhänger Söhnchen Noah mitnahmen. Der Fünfjährige wandere auch schon fleißig mit, erklärten die Eltern. Den Wagen habe man trotzdem mitgenommen. Dem Bub solle schließlich die Freude am Wandern nicht vergehen, so Papa Oliver, sich an manch unerfreuliche Episode in der eigenen Kindheit erinnernd.

Kaum eine Erinnerung an diese Tour dürfte Sarah Pfitzner im Gedächtnis behalten. Die Ensingerin dürfte mit gerade einmal sechs Monaten die jüngste Teilnehmerin gewesen sein. Genüsslich verschlief die Kleine den Großteil der Tour im Kinderwagen, den die Eltern, Kerstin und Thomas Pfitzner wechselweise schoben. „Sie war vergangenes Jahr schon dabei – damals noch in meinem Bauch“, erzählte die stolze Mama.

Die von der Ortsgruppe Enzweihingen des Schwäbischen Albvereins ausgesuchte Strecke sei sehr schön, war von verschiedenen Teilnehmern während der Wanderung zu hören. Auch wenn es am Anfang etwas beengt zuging. Wer Tempo machen wollte, der musste sich gleich am Anfang an die Spitze setzen. Denn nachdem die ersten paar Hundert Meter durch Enzweihingen absolviert waren, ging es auf einem gleichermaßen malerischen wie schmalen Weg am Kreuzbach entlang in Richtung Aurich. Überholen war da kaum noch möglich – zumal wuchernde Brennnesseln und stachelige Brombeeren am Wegesrand jeden Vorbeikommenden festzuhalten trachteten.

Kurz vor Aurich wurde der Weg wieder breiter, der Tross der Teilnehmer zog sich langsam auseinander. An der Getränkestation von Ensinger am Schützenhaus trafen sich viele zur Rast wieder. Die Gratis-Erfrischungen auf nicht ganz halber Strecke waren auch ohne drückende Hitze gefragt. All jene, die mit Hund unterwegs waren, packten dort Leckerlis und Schälchen für das Wasser aus und gönnten ihrm Vierbeiner eine Pause.

Hinter Aurich öffneten sich weite Felder. Auf dem Weg in Richtung Nussdorf querten die Fußgänger auch das Gewann „Sonnenbrand“, das seinem Namen an diesem Tag aber – zum Glück – keine Ehre machte. Hiltrud Bischoff hätte derartiges nämlich gerade noch gefehlt. „Ich gehör’ eigentlich ins Bett“, so die erkältete Gündelbacherin. Aber man müsse ja schon mal Werbung für das nächste Jahr machen. Dann ist nämlich Vaihingens nördlichster Stadtteil Ziel der Tour. „Dann ist bestimmt das ganze Dorf dabei“, war sich Bischoff jetzt schon sicher. Die aus Gündelach stammende Enzweihingerin Monika Bahmer hat bei der Tour schon oft mitgemacht – bis zu einer Panne auf dem Rad und seither zu Fuß. Doch schon dieses Mal wusste sie, dass sie 2020 nicht wird mitwandern können. „Dann muss ich arbeiten“ – und zwar auf der Hocketse in ihrem alten Heimatort.

Vielleicht sind dann aber wieder Ina und Sven Kreeb mit auf der Wanderstrecke. Für das Paar war es am Samstag eine ganz besondere Wanderung. Die beiden Illinger marschierten an ihrem dritten Hochzeitstag mit. Und seit drei Jahren sind sie auch immer bei der S-VKZ-Tour dabei. „Wir drücken ein bisschen den Altersdurchschnitt“, sagten die beiden 35 und 27 Jahre jungen Eheleute schmunzelnd. Das Tolle sei, dass man dabei immer neue Routen kennenlerne. Dass die Tour immer ungefähr auf den Hochzeitstag fällt, nutzen Ina und Sven Kreeb nun immer für eine zweisame Wanderung. „Das machen wir für uns allein.“

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