Sommer-Kino-Feeling mit großer Bandbreite

Am 4. August geht es mit „Faking Bullshit“ auf dem Schulhof hinter der Vaihinger Stadthalle los. Filmbeginn ist jeweils um 21.15 Uhr.

Erstellt: 1. August 2020
Sommer-Kino-Feeling mit großer Bandbreite Das Open-Air-Kino findet ab Dienstag hinter der Vaihinger Stadthalle statt. Foto: pv

Vaihingen (pv). Am 4. August öffnet der Freiluft-Kinosaal auf dem Schulhof hinter der Vaihinger Stadthalle wieder seine Pforten. Draußen, in Sitzgruppen, mit anspruchsvollem Catering und großer Weinkarte. Veranstalter Michael Eisinger hat in Zusammenarbeit mit der Stadt Vaihingen ein aufwendiges Konzept erarbeitet (die VKZ berichtete), das es ermöglicht, der aktuellen Corona-Verordnung gerecht zu werden und den Kinobesuchern maximalen Schutz zu bieten. Aber vor allem schafft er Sommer-Kino-Feeling vom Feinsten, ohne „gefühlte“ Einschränkung und mit einer großen Bandbreite an Filmen, die für jeden Geschmack etwas bieten.

Das Open-Air-Kino startet am Dienstag (4. August) mit der deutschen Komödie „Faking Bullshit“ und Grimme-Preis-Gewinner Bjarne Mädel. Darin droht einer Polizeiwache wegen Mangels an Kriminalität die Schließung. Die Kommissarin Tina wird von einer übergeordneten Behörde damit beauftragt, dies schnellstmöglich abzuwickeln. Die Polizisten Deniz, Rocky, Annette und Hagen wollen das jedoch nicht auf sich sitzen lassen. Um von der „Notwendigkeit“ ihrer Wache zu überzeugen, beschließen sie kurzerhand, einfach selbst Straftaten zu faken und zudem eine angestrengte Ermittlungsarbeit zu simulieren. Dabei finden sie bald einen Obdachlosen, dem sie das ein oder andere in die Schuhe schieben. Dieser führt sie überraschend zu einem echten Kriminalfall, in dem einst auch Tina schon erfolglos ermittelte: ein Kunstraub sehr kontrovers diskutierter erotischer Fotografien. Um sich zu rehabilitieren, nachdem das damalige Scheitern der Ermittlungen ihr zugeschoben wurde, wird Tina wieder ermittlerisch tätig und findet schließlich die Bilder. Auch dem Räuber kommt sie mit Hilfe eines Sondereinsatzkommandos auf die Spur. Doch dann fängt Rocky aus heiterem Himmel an, den Großeinsatz zu sabotieren.

Weiter geht es am 5. August mit dem Film „Besser Welt als Nie“. Gezeigt wird die Geschichte von Dennis Kailing, der innerhalb von zwei Jahren die Erde umrundet. Alleine – auf einem Fahrrad. Er ist zwar alleine unterwegs, aber so wirklich alleine ist er nur selten. Viele Begegnungen mit interessanten, verrückten oder auch „ganz normalen“ Menschen gewähren ihm Einblicke, die einem als gewöhnlicher Tourist vorenthalten bleiben. Während sich andere eine durchstrukturierte Pauschalreise wünschen, ist diese Radtour eine Reise in die Ungewissheit. Aber in der Ungewissheit verbergen sich die größten Abenteuer – das wird Dennis nach und nach bewusst.

Vor 40 Jahren kam die amerikanische Action-Komödie „Blues Brothers“ in die Kinos und entwickelte sich zum Dauerbrenner. Nun gibt es den Klassiker mit Dan Aykroyd und John Belushi am 6. August in einer 15 Minuten längeren Version zu sehen. Ganove Jake wurde gerade aus dem Gefängnis entlassen und gelobt endlich Besserung. Er hat dafür auch schon eine Idee. Mit seinem Bruder Elwood Blues will er ihre alte Band wieder zusammenbringen, um an die 5000 Dollar zu kommen, die dem Waisenhaus fehlen, in dem sie selber früher aufgewachsen sind. Die Brüder setzen alles daran, ihren Plan umzusetzen. Das Problem ist allerdings, dass die ehemalige Band in alle Winde zerstreut ist und Jake und Elwood zudem die Polizei am Hals haben. Aber davon lassen sich die beiden Musiker nicht beeindrucken, denn sie haben eine wichtige Mission zu erfüllen. Gegen zahlreiche Widerstände, zu denen Nazis, Countrymusikfans und andere verrückte Gestalten beitragen, verfolgen sie ihr Ziel. Dabei hinterlassen sie eine Spur des Chaos.

Im amerikanischen Drama „Joker“ (7. August) fristet Arthur Fleck (Oskar-Gewinner Joaquin Phoenix) ein trostloses Leben. Wenn er nicht gerade auf den Straßen von Gotham City als Clown verkleidet Werbeschilder für Schlussverkäufe herumwirbelt oder von jugendlichen Schlägern verprügelt wird, kümmert er sich zu Hause um seine kranke Mutter Penny. Flecks Geisteskrankheit wird durch die ständigen Demütigungen immer schlimmer. Mittlerweile schluckt er sogar sieben Psychopharmaka gleichzeitig. Sein Leben nimmt eine dramatische Wendung, als er von seinem Kollegen Randall einen Revolver geschenkt bekommt, für den er kurz danach auch Verwendung findet: Als in der U-Bahn drei betrunkene Yuppies für Stunk sorgen, knallt er sie kurzerhand ab – und löst damit unbeabsichtigt eine Bewegung aus, die gegen die Oberschicht aufbegehrt. Trotz seiner instabilen psychischen Verfassung verfolgt Arthur seine Karriere als Stand-up-Comedian dennoch weiter und landet schließlich bei seinem großen Idol, dem Late-Night-Talker Murray Franklin. Der hat für das Nachwuchstalent jedoch nichts als Spott übrig und führt ihn als unlustigsten Komiker aller Zeit vor.

Die neue Komödie von „Willkommen bei den Hartmanns“-Regisseur Simon Verhoeven „Nightlife“, die am 8. August über die Kinoleinwand flimmern wird, thematisiert eine durchgeknallte Jagd durch das nächtliche Berlin. Milo arbeitet als Barkeeper in Berlin. Wenn er nicht gerade den Tag zur Nacht macht und danach noch weiterfeiert, wacht er bei fremden Frauen im Bett auf und beobachtet andere dabei, wie sie bei Tageslicht ein ganz normales Leben führen. Eines Nachts trifft er durch eine Reihe von Zufällen seine Traumfrau Sunny. Sie liebt Musik über alles und hat von ihrer Chefin das Angebot bekommen, bei einem Musiklabel in Atlanta zu arbeiten. In der nächsten Woche soll es für sie schon in die USA gehen. Die beiden verabreden sich für ein Date noch am selben Abend, schließlich will Milo verhindern, dass die Frau seines Lebens die Stadt verlässt. Die bislang so perfekte romantische Verabredung eskaliert, als Milos chaotischer Freund Renzo hereinplatzt, dem die halbe Berliner Unterwelt auf den Fersen ist. Die Jagd durchs nächtliche Berlin beginnt.

Am Sonntag (9. August) und Montag (10. August) werden keine Filme gezeigt.

Im Wettbewerb der 69. Internationalen Filmfestspielen Berlin 2019 feierte „Systemsprenger“ (11. August) eine fulminante Premiere. Die Regisseurin Nora Fingscheidt überzeugte die Jury und durfte sich für ihr intensives und gefühlvolles Spielfilmdebüt über den „Silbernen Bären“ freuen. In dem mitreißenden Film geht es um Benni, die egal wo sie hinkommt – Pflegefamilie, Wohngruppe oder Sonderschule – sofort wieder rausfliegt. Die wilde Neunjährige ist das, was man im Jugendamt einen „Systemsprenger“ nennt. Dabei will Benni nur eines: Liebe, Geborgenheit und wieder bei ihrer Mutter wohnen! Doch Bianca hat Angst vor ihrer unberechenbaren Tochter. Als es keinen Platz mehr für Benni zu geben scheint und keine Lösung mehr in Sicht ist, versucht der Anti-Gewalttrainer Micha, sie aus der Spirale von Wut und Aggression zu befreien.

Die Verfilmung des Buches „Die Känguru Chroniken“ von Marc-Uwe Kling läuft am 12. August. Der unterambitionierte Berliner Kleinkünstler Marc-Uwe und das vorlaute Känguru (gesprochen von Marc-Uwe Kling) nehmen es mit dem rechtspopulistischen Immobilienhai Dwigs auf, der den malerischen Nachbarschaftskiez verschandeln will. Doch davor müssen die beiden sich erst mal kennenlernen. Und das geschieht, als das sprechende Beuteltier bei Marc-Uwe an der Tür klingelt und wenig später ungefragt sein Mitbewohner wird. Fortan häufen sich die abstrusen Erlebnisse des ungleichen Teams. Denn wo das antikapitalistische Känguru ist, da ist auch das Chaos nicht weit. Das Tier unterwandert jede gesellschaftliche Regel mit Links. Die eigene Faulheit zum Beispiel stellt es wortgewandt als „Akt der Rebellion“ gegen den Kapitalismus hin und WG-Regeln sind in den Augen des Kängurus nur eine mildere Form der Unterdrückung.

Am 13. August steht die Verfilmung des Romans „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ von Judith Kerr auf dem Programm des Open-Air-Kinos. Darin gerät das Leben der kleinen Anna Kemper im Jahr 1933 völlig aus den Fugen: Denn nach Hitlers Machtergreifung ist ihr Vater Arthur gezwungen, das Land zu verlassen. Der berühmte Theaterkritiker und erklärte Feind der Nationalsozialisten beschließt, von Berlin in die Schweiz zu flüchten. Seine Frau Dorothea sowie Anna und Sohn Max kommen nach. Doch es muss alles ganz schnell gehen, Zeit zu packen bleibt kaum: Und so kommt es, dass Anna ausgerechnet ihr rosa Stoffkaninchen zurücklassen muss. Doch auch in der Schweiz haben es die Flüchtlinge nicht leicht, sodass die Kempers schon bald weiterziehen. Über Paris geht es bis nach London, wo die Familie endlich ankommen kann. Während Anna ihr geliebtes Stoffkaninchen schmerzlich vermisst, ist sie dennoch davon überzeugt, dass schon alles irgendwie gut gehen wird, solange ihre Familie zusammenhält.

Erfolgsregisseur Bora Dagtekin beschert seinem Publikum mit seiner Komödie „Das perfekte Geheimnis“ wieder einen Streifen mit Deutschlands beliebtesten und erfolgreichsten Schauspielern. Drei Frauen (Karoline Herfurth, Jella Haase, Jessica Schwarz) und vier Männer (Elyas M’Barek, Florian David Fitz, Frederick Lau, Wotan Wilke Möhring): Jeder hat ein Handy, das macht insgesamt sieben Mobiltelefone. Als die Freunde eines Abends zum Essen zusammenkommen, kommt ihnen plötzlich eine Idee. Sie spielen ein Spiel: Jeder legt sein Handy in die Mitte des Tisches und ganz egal, wer nun welche Bilder oder Nachrichten geschickt bekommt, und seien sie noch so kurz – alles muss mit den anderen geteilt werden. Telefonate sind nur über den Lautsprecher erlaubt. Doch was als kurzweiliger Zeitvertreib beginnt, der ein bisschen Spannung in den Abend bringen soll, führt schon bald zu einigen peinlichen und angespannten Situationen voller Überraschungen. Und schon bald droht nicht nur die Stimmung zu kippen, auch die langjährigen Beziehungen stehen durch die Aufdeckung von brisanten Lügen und Geheimnissen auf dem Spiel. Gezeigt wird dieser Film am 14. August.

Der amerikanische Familienfilm „Die fantastische Reise des Dr. Dolittle“, der im Großbritannien des 19. Jahrhunderts spielt, kommt am Samstag (15. August) ins Open-Air-Kino. Dr. Dolittle war einst ein berühmter Arzt und Veterinär. Doch als er seine Frau vor sieben Jahren verlor, zog er sich komplett zurück. Wie ein Einsiedler lebt er nun hinter den hohen Mauern seines Anwesens, fast ohne Kontakt zu anderen Menschen. Nur seine Tiere, mit denen der Arzt sogar sprechen kann, leisten ihm hier Gesellschaft – etwa die eigensinnige Papageien-Dame Polynesia, die Dolittle mit Rat und Tat zur Seite steht, der zynische Strauß Plimpton oder der stets frierende Eisbär Yoshi. Als die junge Königin Victoria schwer krank wird, bleibt Dolittle nichts anderes übrig: Er muss hinaus in die weite Welt, um das Heilmittel zu finden. Doch dafür muss er ausgerechnet jene mysteriöse Insel finden, bei deren Suche einst seine Frau ums Leben kam.

Eine erneute Filmpause gibt es am Sonntag (16. August) und Montag (17. August).

Der „deutsche Roadmovie“ „Über Grenzen – Der Film einer langen Reise“ wird am 18. August zu sehen sein. Mit 64 Jahren setzt sich Margot zum ersten Mal auf ein Motorrad – und fährt einfach los: Vom Werra-Meißner-Kreis aus 117 Tage und 18 046 Kilometer lang mit der 125er Reiseenduro durch Zentralasien. Margot überquert nicht nur die Grenzen von 18 Ländern, sondern auch die zwischen Menschen von fremder Sprache und Kultur – und vor allem ihre eigenen: Ganz allein als ältere Frau unterwegs auf einem kleinen Motorrad, über die Wolga und das Pamir-Gebirge, durch Tadschikistan und den Iran.

In der finnischen Komödie „Master Cheng in Pohjanjoki“, die am 19. August beim Vaihinger Open-Air-Kino gezeigt wird, reist der chinesische Koch Cheng auf der Suche nach einem alten finnischen Freund in ein abgelegenes Dorf in Lappland. Bei der Ankunft scheint niemand im Dorf seinen Freund zu kennen, aber die lokale Cafébesitzerin Sirkka bietet ihm eine Unterkunft an. Im Gegenzug hilft Cheng ihr in der Küche und bald werden die Einheimischen mit den Köstlichkeiten der chinesischen Küche überrascht. Cheng findet trotz kultureller Unterschiede schnell Anerkennung und neue Freunde unter den Finnen. Als sein Touristenvisum abläuft, schmieden die Dorfbewohner einen Plan, der ihm helfen soll, zu bleiben.

Die französische Komödie „Das Beste kommt noch“ über zwei Freunde, die im Glauben, dass der andere bald sterben wird, ihre alten Tage genießen möchten, ist am 20. August zu sehen. Arthur und Cesar könnten unterschiedlicher nicht sein, sind jedoch bereits seit Kindheitstagen die besten Freunde. Als Cesar bei einer Routineuntersuchung im Krankenhaus seine Versichertenkarte vergisst, nutzt er prompt die seines besten Freundes. Nur wenige Tage später wird Arthur ins Krankenhaus bestellt. Die Diagnose: Er habe Krebs im fortgeschrittenen Stadium und nur noch drei Monate zu leben. Doch anstelle des großen Schocks ist Arthur fest davon überzeugt, dass Cesar statt ihm sterben wird. Schließlich hat dieser sich als er ausgegeben. Während Arthur nun versucht Cesar klar zu machen, dass er sterben wird, denkt Cesar stattdessen, dass Arthur in Wirklichkeit krank ist. Das große Missverständnis zum Anlass nehmend, beginnt für die beiden Freunde ein Leben, in denen sie verpasste Chancen nachholen und eine Reise in die Vergangenheit vollziehen. Sie wollen die verbleibende Zeit bestmöglich miteinander verbringen und genießen die kleinen Freuden des Lebens. Getreu dem Motto: Das Beste kommt noch!

Die wahre Lebensgeschichte der Freiheitskämpferin Harriet Tubmann wird am 21. August im amerikanischen Drama „Harriet – Der Weg in die Freiheit“ erzählt. Mitte des 19. Jahrhunderts lebt und arbeitet die Sklavin Minty auf einer Plantage von Edward Brodess in Maryland und träumt von einem besseren Leben für sich und ihre Familie in Freiheit. Mit dem Tod ihres Besitzers steht der Leibeigenen ein hartes Schicksal bevor, denn sie soll von ihrer Familie getrennt und an einen neuen Besitzer im Süden des Landes verkauft werden. Bevor es so weit kommen kann, ergreift sie die Flucht. Sie schafft es bis zur Anti-Slavery-Society nach Pennsylvania, wo sie William Still kennenlernt und sich fortan Harriet Tubmann nennt. Um unabhängig zu werden, hilft ihr die Unternehmerin Marie Buchanon dabei, sich eine eigene Existenz aufzubauen. Ihr neues Leben kann Harriet nicht genießen, denn noch immer gibt es Menschen, die das gleiche Schicksal wie sie teilen und als Sklaven arbeiten. Kurzerhand fasst sie den Plan, ihren Mann John Tubmann zu retten. Der ist zwar ein freier Mann, aber als Afroamerikaner in Maryland Freiwild. Sie reist in ihre alte Heimat zurück und macht sich als „Moses“ der „Underground Railroad“-Organisation einen Namen als Flüchtlingshelferin.

Zum Abschluss des diesjährigen Open-Air-Kinos wird am Samstag (22. August) nochmals die deutsche Komödie „Nightlife“ mit Elyas M’Barek, Palina Rojinski und Frederick Lau in den Hauptrollen gezeigt.

Begrenzte Tickets gibt es im Vorverkauf bei der Kultur- und Touristinformation, Marktplatz 5, im AXA-Versicherungsbüro Kretzler & Eisinger OHG, Franckstraße 19, und im Internet unter www.openairkino-bw.de. Der Eintritt kostet neun Euro. Filmbeginn ist jeweils gegen 21.15 Uhr. Der Einlass erfolgt ab 19 Uhr. Die Hygienevorschriften für den Besuch im Open-Air-Kino gibt es unter www.openairkino-bw.de.

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