„Software verändert unsere Welt“

Ehepaar Diana und Philipp Knodel zu Gast am Friedrich-Abel-Gymnasium in Vaihingen

Erstellt: 14. März 2020
„Software verändert unsere Welt“ Gäste am FAG: von links Dr. Diana Knodel, Dr. Philipp Knodel, Julia Klein, Philipp Peters und Heike Dercks. Foto: p

Als Diana Knodel, geborene Schimke, im Sommer 2000 am Friedrich-Abel-Gymnasium in Vaihingen ihr Abitur ablegte, hatte sie von Informatik noch nicht viel gehört. Das Fach war in ihrer Stundentafel bis dato nicht aufgetaucht und steckte in den didaktischen Kinderschuhen.

Vaihingen (my). Heute ist das anders. Mit ihrem Mann Philipp – auch er ein ehemaliger Schüler vom FAG und Sohn des früheren Illinger Diakons – erstellt sie digitale Unterrichtsmaterialien für zum Beispiel APP-Entwicklungen. Außerdem haben beide im Auftrag des Kultusministeriums ebensolche Materialien für Inhalte des Bildungsplans Informatik für die Klassenstufe 7 der Gymnasien in Baden-Württemberg ausgearbeitet. Sie nennen es bescheiden den „bottom-up“-Weg zum Erfolg und beschreiben damit eine Firmen- und Lebensgeschichte voller überraschender Wendungen. Das Ehepaar Dr. Diana und Dr. Philipp Knodel waren jetzt zu „Gast am Friedrich-Abel-Gymnasium“.

Dabei hatte alles ganz unspektakulär begonnen: Weil sie Mathematik liebt, entscheidet sich die Abiturientin Diana Schimke für das Fach Medieninformatik an der Universität Ulm. Sie lernt programmieren und begeistert sich als analytisch-logische Denkerin nachhaltig für die Informatik. Während ihrer Elternzeit besucht sie, die mit Mann und Kindern heute in Hamburg lebt, einen Kurs in San Francisco, USA, wo sich auch Philipp Knodel von der Faszination des Programmierens anstecken lässt. Er geht zu diesem Zeitpunkt als Politikwissenschaftler mit dem Themenschwerpunkt „Bildung“ an die neue Herausforderung heran. Beseelt vom Gedanken, allen Jugendlichen, aber vor allem Mädchen einen Zugang zur digitalen Bildung zu ermöglichen, führt das Ehepaar das erste Sommer-Camp in Hamburg durch. Was sie damals noch nicht wussten: Viele sollten noch folgen!

Weil das ZDF auf ihre Arbeit aufmerksam geworden war, begann nun die eigentliche Erfolgsgeschichte: Auszeichnungen und Preise wie zum Beipiel „Google impact“ machten es erforderlich, das Preisgeld auf ein Firmenkonto einzahlen zu können. Und so entschied sich das Ehepaar im Jahr 2014 zur Gründung von „APP Camps“, einer gemeinnützig arbeitenden Firma, die nach sechs Jahren bereits mehr als 200 000 Schüler in Deutschland, der Schweiz und Österreich mit Material versorgt, das auf einfache Weise mit leicht nachvollziehbaren Schritten zu einem Grundverständnis von Digitalisierung verhilft. 99 Prozent der Nutzer sind Lehrer, die gewissermaßen als Multiplikatoren fungieren. Und das nicht bloß in weiterführenden Lehranstalten. So gibt es auch eine Schule in Köln, in der angehende Köche mit dem Programm der Knodels arbeiten und lernen.

„Software verändert unsere Welt!“ Davon ist das Ehepaar überzeugt. Im Bereich der Medizin oder der Künstlichen Intelligenz wurden innerhalb der vergangenen eineinhalb Jahrzehnte rasante Fortschritte erzielt. Da spielt die Früherkennung von Krankheiten wie Depression oder Demenz eine Rolle. Die Polizei nutzt die neuen Medien zur Aufklärung von Straftaten und zur Prävention. Aber Algorithmen können leider auch zur sozialen Kontrolle eingesetzt werden. „Deshalb brauchen wir Menschen, die verstehen und einordnen können, was in der digitalen Welt geschieht.“

Dieses Credo wurde auch in der anschließenden Fragerunde, die von Julia Klein (J I) und Philipp Peters (J II) geleitet wurde, immer wieder deutlich.

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