Mit Unterschriften und Wut gegen die Pläne

Zur Infoveranstaltung der neu formierten Vaihinger Bürger-Gärten-Bewegung kommen fast 60 Personen – Heute erneutes Treffen

Von Claudia Maria Rostek Erstellt: 19. Juni 2017
Mit Unterschriften und Wut gegen die Pläne Bereits am Samstag informierte Andreas Schuller über die Bürgergärten. Heute um 19 Uhr gibt es noch mal Gelegenheit. Foto: Rostek

Die erst vor wenigen Tagen ins Leben gerufene Bürger-Gärten-Bewegung stößt auf große Resonanz: Bei einer  Infoveranstaltung und kostenloser Führung entlang der Vaihinger Bürgergärten machen am Samstag etliche Leute ihrem Ärger Luft.

Vaihingen. „Das ist zum Kotzen“, sagte ein Mann und entschuldigte sich sogleich für die Ausdrucksweise. Doch mit seiner Sicht war er am Samstag nicht allein. Wirt und Stadtführer Andreas Schuller hatte zum Köpfwiesenparkhaus eingeladen, um dort über die Pläne für das angrenzende Gelände mitsamt der Bürgergärten zu informieren. Rund 60 Leute kamen, darunter zahlreiche Personen, die sich um das Areal und das Stadtbild sorgen.

Die Wut der Männer und Frauen richtete sich nicht ausschließlich gegen die Pläne rund ums Enssle-Areal, sondern um die Art und Weise, wie sich die Vaihinger Kernstadt in den zurückliegenden Jahren entwickelt hat. „Früher hat man von Enzweihingen kommend schon von weitem eine tolle Sicht aufs Schloss gehabt. Jetzt ist das alles zugebaut“, echauffierte sich ein Mann und monierte, dass einer Wohnbaugesellschaft die halbe Stadt gehöre. Das Problem sei, dass in der Verwaltung viele Leute arbeiten, die nicht von hier seien und die Bedeutung der alten Bauten nicht wertschätzen, mischte sich eine Frau ein und verwies beispielhaft auf das frühere WLZ-Gelände in der Hans-Krieg-Straße.

Auch das eigentliche Thema – die Pläne für die Köpfwiesen – stieß bei den Bürgern sauer auf. Nach und nach trugen sich die Leute in eine Unterschriftenliste ein. „Wir sind für den Erhalt, den Schutz und die Pflege aller Bürgergärten in den Köpfwiesen und der Sanierung der alten Lederhandschuhfabrik Enßle“, steht dort geschrieben.

Die Mitglieder der Bürger-Gärten-Bewegung befürchten eine Überbauung von drei alten Vaihinger Bürgergärten. Andreas Schuller, der sich eigentlich gewünscht hätte, dass Verwaltung oder Gemeinderat seine Arbeit übernehmen und die Leute über die Pläne informierten, wiederholte seine Ansprache vom vergangenen Montag, als er zu einem Informations- und Diskussionsabend in seine Gaststube eingeladen hatte. Rund 20 Personen waren dazu gekommen (die VKZ berichtete).

Ein zusätzliches Geschmäckle bekamen die Ausführungen Schullers, als der langjährige Stadtführer Knut Berberich die Schilderungen um eine weitere Notiz ergänzte. Er erzählte, wie die Stadt eine Führung durch die Bürgergärten bei der Touristinformation gebucht hatte, um den Gemeinderäten die Gärten zu zeigen. Am 19. Juli 2014 hätte Berberich den Volksvertretern die Anlagen zeigen sollen. Doch daraus wurde nichts. „Der Termin wurde abgesagt mit der Begründung, dass nicht alle Stadträte ihn wahrnehmen können“, erzählte er. Ein Nachholtermin hätte auf die Schnelle nicht organisiert werden können, „da diesen nur der Ältestenrat festlegen könne“. So jedenfalls habe man es ihm erzählt, teilte Berberich mit und bezeichnete das Vorgehen als fadenscheinig, zumal kurz danach eine Sitzung im Gemeinderat stattfand, bei der es um das Areal ging.

Heute Abend lädt die Bürger-Gärten-Bewegung erneut zu einer Informationsveranstaltung. Treffpunkt ist um 19 Uhr am Köpfwiesenparkhaus in Vaihingen.

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