Maskenpflicht beim Wochenmarkt

In Vaihingen sind aktuell die 20- bis 30-Jährigen vom Corona-Virus betroffen. 166 neue Fälle im Kreis.

Von Uwe Bögel Erstellt: 17. Oktober 2020

Vaihingen. Auch in Vaihingen mit seinen knapp 30 000 Einwohnern wächst das Infektionsgeschehen. Seit Beginn der Pandemie haben sich im Stadtgebiet 166 Menschen mit dem Covid-19-Virus angesteckt. Aktuell sind mehr als 40 Menschen mit dem Virus infiziert. Dazu kommen rund 250 Kontaktpersonen, die sich ebenfalls in Quarantäne befinden. „Und es ist davon auszugehen, dass die Zahlen weiter steigen werden“, sagt Florian Volz, Leiter des Ordnungs- und Sozialamtes der Stadt Vaihingen. Betroffen sind derzeit von Corona vor allem die 20- bis 30-Jährigen, die im Berufsleben stehen. Rentner und Bewohner von Altenheimen befinden sich aktuell nicht unter den Infizierten.

Am Donnerstag hat auch wieder der Verwaltungsstab Corona getagt. Seit Ende Juni kam dieses Gremium nicht mehr zusammen. Die nächste Sitzung ist für den kommenden Mittwoch terminiert.

Die steigenden Infektionszahlen in Vaihingen haben auch Konsequenzen für den Schul- und Kindergartenbetrieb. Beim Friedrich-Abel-Gymnasium sind zwei Klassen in Quarantäne, im Kindergarten Aurich zwei Gruppen und in der CJD-Betreunngseinrichtung Schlosszwerge ebenfalls zwei Gruppen.

Durch die Allgemeinverfügung des Landratsamtes Ludwigsburg und die Beschlüsse der Ministerkonferenz gilt jetzt für die Gastronomie eine Sperrstunde ab 23 Uhr. Das hat aber eher Auswirkungen in den Großstädten. Ordnungsamtschef Volz: „Hier in Vaihingen haben wir nicht die Partyszene, die ab 23 Uhr auf der Walz ist.“

Ausgeweitet wurde auch die Maskenpflicht, die jetzt auch im öffentlichen Raum gilt, wenn der Mindestabstand von 1,50 Meter nicht eingehalten werden kann. So müssen die Besucher des Vaihinger Wochenmarktes heute beispielsweise eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Vaihingen hätte auch die Ermächtigunsggrundlage, in Bereichen der Fußgängerzone die Maskenpflicht einzuführen. Volz: „Da sehen wir aber aktuell keinen Handlungsbedarf.“

Gravierende Einschränkungen gibt es dagegen beim geselligen Beisammensein. Bei privaten Feiern in Gaststätten, Vereinsheimen oder Gemeindehäusern sind künftig nur noch 25 Personen erlaubt. Diese können dann ohne Wahrung des Mindestabstandes und dem Tragen von Masken zusammenkommen. Bei Privatfeiern in der eigenen Wohnung sind nur noch zehn Personen erlaubt – und diese dürfen nach dem Beschluss der Ministerkonferenz auch nur aus zwei Haushalten stammen.

Weitere Einschränkungen beim Vereinssport gibt es bis jetzt nicht.

Im Enzkreis gibt es aktuell zehn Neuinfektionen, davon zwei in Mühlacker. Die 7-Tage-Inzidienz wird mit 27,1 angegeben, also noch unter dem Warnwert von 35. Insgesamt haben sich seit Beginn der Pandemie 994 Menschen infiziert.

Einen sprunghaften Anstieg um 166 Fälle zum Vortag auf 3460 gab es gestern Nachmittag im Landkreis Ludwigsburg. Damit klettert die 7-Tage-Inzidenz um 16,3 auf 68. Aktuell infiziert im Landkreis sind 631 Personen. Allein 54 neue Fälle gibt es in Bietigheim-Bissingen. Auch in Eberdingen klettert die Zahl der Infizierten auf 43, das sind sechs mehr als am Donnerstag. Sachsenheim hat 21 neue Infizierte.

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