Kein Stillstand, sondern „zündende Ideen“

Bürger-Gärten-Bewegung stellt Visionen für den „Naherholungsraum Köpfwiesen“ in Vaihingen vor

Von Uwe Bögel Erstellt: 3. März 2018
Kein Stillstand, sondern „zündende Ideen“ Die Visualisierung des modernisierten Enßle-Gebäudes in den Köpfwiesen in Vaihingen: So könnte nach Vorstellung der Bürger-Gärten-Bewegung das bestehende Gebäude renoviert werden.

„Wir wollen auch das Enßle-Areal entwickeln, nur wollen wir kein Wohn- und Geschäftshaus“, sagt Renate Quiring. Die Bürger-Gärten-Bewegung hat jetzt in einem Pressegespräch Ideen vorgestellt, was in dem „Naherholungsraum Köpfwiesen“ in Vaihingen alles passieren könnte.

Vaihingen. Zwei Wochen vor dem Bürgerentscheid – in der Abstimmung geht es darum, ob in den nächsten drei Jahren die Änderung des Bebauungsplanes Köpfwiesen unterbleibt – hat sich die Bürger-Gärten-Bewegung davon distanziert, Stillstand zu wollen. „Im Gegenteil, da sind wir weit davon entfernt“, so Hans-Jürgen Steiger, Christiane Lawrence, Britta Lorenz und Renate Quiring in dem Pressegespräch. Wenn man den Bürgerentscheid gewinne, könne sofort der Prozess beginnen, das Enßle-Areal und die Köpfwiesen gemeinsam zu gestalten. Quiring: „Dabei geht es uns nicht um die drei Gärten, sondern auch um die Bürgerbeteiligung, um den frischen Wind, den man in der Stadt noch nicht so sehr gewohnt ist.“

Dabei gibt es innerhalb der Bürger-Gärten-Bewegung (BGB) keine einheitliche Meinung, wie was gestaltet werden kann. Bei dem Termin präsentierte beispielsweise Hans-Jürgen Steiger, von Beruf Architekt, eine Visualisierung des renovierten Enßle-Gebäudes. „Man muss das Gebäude als einziges Relikt des Lederhandwerks in der Stadt erhalten.“

Nach dem Beschluss des Vaihinger Gemeinderats soll das Enßle-Gebäude abgerissen und auf der Fläche, die von der Stadt gekauft wurde, ein Neubauprojekt entstehen. Neben Wohnungen sind Gewerbeflächen von rund 1800 Quadratmetern vorgesehen. Ein Investor ist bereits gefunden. Vorgestellt wurden jetzt auch die Ergebnisse einer Postkartenaktion, die die BGB beim Weihnachtsmarktgestartet hatte. Dabei konnten die Bürger ihre „zündenden Ideen“ schicken. Eine Mehrheit war dafür, an dieser Stelle der Köpfwiesen ein Café, eine Weinstube oder einen Biergarten zu eröffnen, mit Möglichkeiten draußen zu sitzen, einem schönen Kinderspielplatz und einem angrenzenden Park. Und nicht zu vergessen: mit der wichtigen Anbindung an den Enztalradweg. Viele, so die BGB, haben vorgeschlagen, ein Kino dort einzurichten oder einen Begegnungsraum, einen Treffpunkt für alle Bürger. Fast genauso viele waren für ein Museumskonzept: als Gerber- oder Museumsinsel, Galerieraum für lokale Künstler und Kunsthandwerker oder als richtiges Stadtmuseum. Eine Markthalle mit regionalen Produkten, einem angrenzenden Bistro und wöchentlichen Musikevents, so lauteten weitere Postkartenvorschläge. Noch eine Idee bestand in einem Co-Working-Space, in dem Freiberufler, digitale Nomaden, Kreative und kleine Start-ups, für die normale Büroräume zu teuer sind, zusammen arbeiten und kreativ sein können.

Roland Weikert und Timo Hauber stellten in dieser Woche das „Lifehouse“-Projekt vor – eine generationenübergreifende und ganzheitliche Idee, in der Enßle-Gebäude und Köpfwiesengärten als Einheit gestaltet werden sollen. Das Ziel ist ein Kultur- und Begegnungszentrum in Vaihingen, ein Ort des geistigen, geistlichen und gesellschaftlichen Lebens, ein Ort, an dem das Leben pulsiert. Weikert und Hauber sprachen von Kursangeboten, einer regelmäßigen Schülerarbeit, von Kulturangeboten wie Wohnzimmerkonzerten, Diskussionspodien, Kunstausstellungen und einem angrenzenden Gastronomiebetrieb. Das ganzheitliche Projekt „Lifehouse“ bekommt dann als Stadtpark mit einer Brücke noch einen Anschluss an den Enztalradweg, der bisher auf der anderen Uferseite verläuft.

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