Im Land der Burgen, Wälder, Felsen und des Bieres

Sabine Keller beschreibt atemberaubende Wanderwege in der Fränkischen Schweiz. Es gibt 69 familiengeführte Brauereien.

Erstellt: 1. Juli 2020
Im Land der Burgen, Wälder,  Felsen und des Bieres In der Teufelshöhle.

Von der Nordsee bis ins Allgäu: Der Urlaub vor der Haustüre ist in diesem Jahr angesagt. Zwar machen die Grenzöffnungen vielleicht auch eine Reise nach Spanien, die Türkei oder Griechenland möglich, doch der Urlaub wird bestimmt nicht so sein wie früher. Die Vaihinger Kreiszeitung präsentiert deshalb in einer Serie die besten Ideen für Ferien im eigenen Land. Sabine Keller vom VKZ-Reisebüro ist heute in der Fränkischen Schweiz unterwegs.

Kaum ein anderer Landstrich in Deutschland weiß mit solchen bizarren Felsformationen zu überzeugen. Die Orte sind teilweise direkt an, in und auf die Felsnadeln gebaut, dies ergibt eine wunderbare Mischung aus Fachwerkhäusern und wilder Natur. Tolle Fotomotive finden sich im ganzen Naturpark. Auch wunderschöne und alte Burgen kann man entdecken, wie die Burg Rabenstein mit der Falknerei oder die 1000-jährige Burg Pottenstein, wo schon die Heilige Elisabeth aus Thüringen nächtigte.

In Pottenstein, dem touristischen Zentrum, kann man viel erleben. Hier gibt es zum Beispiel die Himmelsleiter, einen spektakulären Aussichtsturm, und sogar einen Skywalk über die Wälder und Felsen, eine Sommerrodelbahn, E-Gokarts und natürlich nicht zu vergessen die Teufelshöhle, eine der schönsten und größten Tropfsteinhöhlen Bayerns. Die Führung dauert 45 Minuten und man muss rund 400 Stufen bewältigen, aber es lohnt sich auf jeden Fall, auch wenn das Atmen unter der Mundnasemaske bei 90 Grad Luftfeuchtigkeit etwas schwerfällt.

„Auf Schusters Rappen“ wird ganz groß geschrieben in der Fränkischen Schweiz, es gibt wunderschöne und atemberaubende Wanderwege, an denen man entlang Grotten, Höhlen und die schrägsten Felsfiguren entdecken kann. Zum Beispiel der Karstkundliche Wanderweg bei Neuhaus an der Pegnitz bietet 13 Kilometer abwechslungsreiche Landschaften, mehrere Grotten (auch zum Durchlaufen) und die Steinerne Stadt. Rast kann man im Gasthaus Grottenhof einlegen, selbstgemachtes Holzofenbrot und in einer Grotte gereifter „Grottenkäse“ – wo gibt es das schon.

Bei solchen Felsen ist die Fränkische Schweiz natürlich ein Kletterparadies. Legendäre Felshänge in den unterschiedlichsten Schwierigkeitsgraden warten auf den Kletterer, es gibt rund 12 000 Kletterrouten an 800 einzelnen Felsen. Auch bei Hagel, Schnee oder Regen müssen Mann und Frau nicht aufs Klettern verzichten, es gibt zahlreiche Kletter- und Boulderhallen in der Frankenjura.

Ist es zu warm zum Wandern oder Klettern? Dann kann man sich zum Beispiel ein Kanu oder Kajak leihen und auf dem Fluss Wiesent eine kleine ruhige oder auch größere, spritzige Tour unternehmen, Rückfahrt zur Einstiegsstelle inklusive – ein Heidenspaß für Groß und Klein.

Auch die Kultur kommt nicht zu kurz, zu erlebnisreichen Tagesausflügen laden Bayreuth ein, die Unesco-Weltkulturerbe-Stadt Bamberg oder auch Kulmbach.

Was wäre die Fränkische Schweiz ohne das Bier, es gibt hier rund 69 familiengeführte Brauereien. Auf verschiedenen Wanderwegen kann man die Bierquellen oder verschiedene Brauereien (Fünf-Seidla-Weg, Brauereienweg) entdecken. Im Frühjahr gibt es in der Stadt Pegnitz immer das spezielle Flinderer Bier, wöchentlich in einem anderen Gasthaus und auch nur dort. Dies ist eine alte Tradition von 1728, in den Wintermonaten durften alle „Brauberechtigten“ Bier brauen, in den Sommermonaten wechselte das Recht wöchentlich. Heute übernehmen die beiden Pegnitzer Brauereien dieses Recht, die Gasthäuser wechseln aber noch wie damals.

Fast jedes Gasthaus hat einen eigenen Biergarten, denn wo lässt es sich nach einer Wanderung oder Radtour am besten entspannen, natürlich im Biergarten bei einen Seidla und einer Brotzeit, Mundnasemaske hin oder her. Das Essen und das Bier sind nicht nur gut, sondern auch erschwinglich (Kloß mit Braten und Soße unter zehn Euro, das Seidla rund 3,50 Euro).

Hier lässt es sich aushalten, vor allem bei der fränkischen, herzlichen Gastlichkeit mit dem charmanten (fränkisch: scharmandden) Dialekt. Es gibt viel zu entdecken, nichts wie los!

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Kreidefelsen und Badestrand

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