Hoffnung auf die Rückkehr an den Egelsee

Zum zweiten Mal kann der Inklusionslauf der Lebenshilfe Vaihingen/Mühlacker pandemiebedingt nur virtuell stattfinden. Die Teilnehmerzahlen liegen schon eine Woche vor Schluss auf einem hohen Niveau. Doch das reale Erlebnis wird schmerzlich vermisst.

Von Ralph Küppers Erstellt: 4. Mai 2021
Hoffnung auf die Rückkehr an den Egelsee Bei der Lebenshilfe freuen sich über die rege Teilnahme am virtuellen Inklusionslauf (von links) Markus Rösler, Sandra Sailer, Sybill von Berg und Elke Bauernfeind. Foto: Küppers

Vaihingen. Seit dem 18. April laufen schon mehr als 200 Menschen für die Lebenshilfe. Der Inklusionslauf kann auch in diesem Jahr coronabedingt nur virtuell stattfinden. Jetzt steht der Endspurt an. Elke Bauernfeind, bei der Lebenshilfe Vaihingen/Mühlacker für den ganz besonderen Spendenlauf zuständig, freut sich: „Allein am Sonntag waren es 30 neue Anmeldungen. So war es im vergangenen Jahr aber auch, dass in der letzten Woche richtig viel geht.“ Denn schon 2020 mussten die Organisatoren das reale Laufevent durch ein virtuelles ersetzen.

„Dieses Mal sind ganz viele Schulklassen dabei“, berichtet Bauernfeind. „Ihr Homeschooling-Sportprogramm läuft jetzt über unseren Lauf. Auch Kinderturnvereine sind mit ganzen Gruppen dabei, die endlich mal wieder laufen gehen. Vor einem Jahr waren es gerade mal vier Kinder – unsere eigenen.“ Allerdings vermisst Bauernfeind die vielen Firmen und Vereine, die in sonstigen Jahren das Gros der Teilnehmer ausmachen und für entsprechende Spenden sorgen. „Gerade bei den Firmen, die wir angeschrieben haben, hatten wir noch darauf hingewiesen, dass der Sport ein guter Ausgleich fürs Homeoffice sein könnte“, sagt Bauernfeind. „Aber manche haben uns gesagt: ,Wir geben Ihnen 200 Euro, aber laufen tut niemand.‘ Von den meisten kam aber gar keine Rückmeldung, darum wissen wir über die Gründe nichts.“ Einen Grund glaubt Dr. Markus Rösler, Vaihingens Landtagsabgeordneter der Grünen und Schirmherr der Veranstaltung, gerade in der Covid-19-Pandemie gefunden zu haben. „Für Firmen ist es doch ein großer Aufwand, die Teilnahme zu organisieren“, sagt er. „Während Corona haben sie aber mit allem anderen auch schon größeren Aufwand als sonst.“ Auch bei der Lebenshilfe selbst ist die Teilnahme rückläufig. „Jetzt ist fast jeder im Homeoffice“, sagt Bauernfeind. „Da ist es nicht so einfach wie sonst, dass man im Geschäft einfach was ausmacht wegen der Teilnahme am Lauf.“

Der Verlust des realen Laufs ist besonders schmerzlich für diejenigen, zu deren Gunsten er veranstaltet wird – Menschen mit Behinderung, die das Angebot der offenen Hilfen der Lebenshilfe in Anspruch nehmen. Der Inklusionslauf steht sonst als eines der ganz großen Ereignisse im Kalender der Lebenshilfe. „Normalerweise ist an dem Tag bei uns alles auf den Füßen und auf den Rädern. Egal ob mit Rollstuhl oder Rollator, da sind alle unterwegs“, sagt Sandra Sailer, die Geschäftsführerin der Lebenshilfe Vaihingen/Mühlacker. Eine virtuelle Veranstaltung ist für die meisten Bewohner und Klienten kein Ersatz für das sonst übliche Erlebnis. Dabei hat sich die hiesige Lebenshilfe seit einer Hauruck-Aktion im vergangen Herbst große Kompetenz im Bereich der sozialen Medien erworben. Damals musste der Lauf recht kurzfristig zu einem virtuellen Lauf umgewandelt werden, die Teilnehmer kamen wie üblich aus der Region. „Inzwischen haben wir eine riesige Reichweite aufgebaut“, freut sich Bauernfeind. „Und man kann sich nicht mehr nur mit deutschen Postleitzahlen anmelden, sondern auch aus der Schweiz und aus Österreich.“ Das werde auch genutzt, betont sie. Und ganz frech habe sie auch Zeitungen in Wien und Zürich angeschrieben, um Werbung für ihr Projekt zu machen.

Nicht zuletzt der überregionale Erfolg animiert die Macher des Inklusionslaufs, auch künftig auf Internet und soziale Medien zu setzen. Sybill von Berg, Leiterin des Bereichs offene Hilfen, sagt darum: „Wir wollen es weiterhin doppelt laufen lassen. Die Inklusionslauf-Homepage bleibt bestehen. Aber wir hoffen, dass wir dann wieder an den Egelsee zurückkehren können.“

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