Fürs Urlaubsgefühl auf Sand gebaut

Das Vaihinger Strandleben 2019 ist eröffnet – Bitte an Besucher: „Ein bisschen verantwortlich fühlen“ – Noch Strandpaten gesucht

Von Claudia Rieger Erstellt: 12. Juli 2019
Fürs Urlaubsgefühl auf Sand gebaut Alles vorbereitet: Brigitte Thomas (links) und Lisa Gayer-Widmann vom Orga-Team bauen Liegestühle für das Vaihinger Strandleben 2019 zusammen. Am Nachmittag fiel der Startschuss.      Fotos: Rieger

Urlaubsflair in der Innenstadt: Für zwei Monate verwandelt sich der Vaihinger Marktplatz wieder in einen großen Sandkasten mit Sonnenstühlen, Strandcafé und vielen Aktivitäten. Das Strandleben 2019 ist gestern eröffnet worden – dank des Engagements zahlreicher, zumeist ehrenamtlicher Helfer. Nun darf bis zum 2. September gesandelt werden.

Vaihingen. Der Regen, der gestern Morgen auf den Vaihinger Marktplatz tröpfelt, spielt eigentlich keine Rolle. Die Helfer haben zu viel zu tun, als dass sie sich über den grauen Himmel Gedanken machen könnten. Am Nachmittag soll das Vaihinger Strandleben 2019 mit einer kleinen Feier eröffnet werden – bis dahin muss alles vorbereitet sein. Seit Dienstbeginn um sieben Uhr sind vier Mitarbeiter des städtischen Bauhofs im Einsatz, die das ehrenamtliche Organisationsteam unterstützen. Mit Bagger, Kran und Schaufeln verteilen sie den wichtigsten Bestandteil der beliebten Sommeraktion: elf Lkw-Ladungen feinen Rheinsandes. Rund 240 Tonnen rieseln auf das Vaihinger Kopfsteinpflaster und bilden, eingefasst von Holzbohlen, Vaihingens größten Sandkasten. Das Strandleben bietet 400 Quadratmeter Platz zum Verweilen, Spielen, Schwatzen, Erholen mitten in der Innenstadt. Direkt vor dem Rathaus, mit Blick auf Stadtkirche und Schloss.

„Es ist ein Glücksfall, dass die Firma Zimmermann uns den Sand sehr preiswert bringt und ihn auch wieder abholt. Wir haben ihn sozusagen leihweise“, sagt Lisa Gayer-Widmann vom Orga-Team. Zehn ehrenamtliche Helfer packen an diesem Donnerstagmorgen mit an, schaufeln unter anderem Löcher für die 15 Sonnenschirmständer mit angebautem Tisch. Weil einige recht mitgenommen waren, hat Bauhofmitarbeiter Joachim Blessing fünf neue Halter gebaut und einen restauriert.

Neben den Ehrenamtlichen – manche nehmen für diesen Tag extra Urlaub – und den Beschäftigten der Stadt helfen dieses Mal auch Fares Fares und sein Bruder Said Fares bei den Vorbereitungen, schippen Sand, buddeln Schirmlöcher. „Eine Sozialarbeiterin hat gefragt, ob wir mitmachen würden“, berichtet der 21-jährige Fares Fares, der aus Syrien stammt und seit eineinhalb Jahren in Vaihingen lebt. Sein Bruder, habe mit Frau und Kindern das Strandleben im vergangenen Jahr schon besucht, er noch nicht. „Vielleicht dieses Mal“, sagt er.

Damit Strandlebenbesucher unter den Schirmen gemütlich in Liegestühlen dösen können, müssen diese zunächst mit Stoff, also der Sitzfläche, bespannt werden. Brigitte Thomas und Lisa Gayer-Widmann kommen dabei gut voran. „Aber die Qualität der Stühle wird immer schlechter. Wir brauchen jedes Jahr neue. Dieses Mal haben wir 20 Stück angeschafft, 25 haben wir noch vom letzten Jahr“, sagt Gayer-Widmann. Auch ein paar neue Schirme mussten her. Die Kosten kommen noch obendrauf auf den für das Strandleben aufzubringenden Fixbetrag von 3500 Euro. An den vergangenen zwei Samstagen haben die Macher Stände aufgestellt und so 640 Euro Spendengeld eingesammelt, bleiben aber auf weiteres für die Finanzierung der Aktion angewiesen. Dafür stehen Spendenkässchen in Vaihinger Geschäften, auch im VKZ-Servicecenter, bereit. „Jeder Cent zählt“, sagt Gayer-Widmann.

Um die Mittagszeit ist gestern schon alles erledigt: der Sand verteilt, kleine und große Liegestühle unter Sonnenschirmen bereitgestellt, der Leuchtturm für Aushänge und der Infokasten stehen ebenfalls, Aschenbecher sind angebracht. „Das ist wie Urlaub“, sagt ein Imbissmitarbeiter lächelnd beim Blick aus seinem Fenster auf den Markt.

Einige Stunden später ist vom Ferien-Feeling nicht mehr viel übrig geblieben. Zur Strandleben-Eröffnung um 16 Uhr spielt der Regen nun doch eine Rolle, denn aus ein paar Tropfen ist ein stetiger Guss geworden. Etwas enttäuscht sei man schon, sagt Brigitte Thomas. Schließlich habe man seit Jahresbeginn auf diesen Tag hin gearbeitet. Die Bläserklasse 4 der Schlossbergschule muss ohne Auftritt heim gehen, weil sie ihre Instrumente bei Nässe nicht spielen können. Die 13 Kinder vom Löwenchor der Schule bleiben, singen tapfer das Strandleben-Jingle „Hey ho Vaihinger Leo, gebt Euch die Hand, auf geht’s zum Strand“ und weitere Lieder, dürfen anschließend das Strandleben für eröffnet erklären und sich schließlich zur Belohnung ein Eis holen.

Noch kleinere Mädchen und Jungen sollen im Übrigen in diesem Jahr eine Ecke des Stadtstrandes weitgehend für sich haben. Abgesperrt werde aber nicht. „Wir wünschen uns, dass sich die Strandlebenbesucher auch ein bisschen verantwortlich fühlen“, sagt Gayer-Widmann. Wer sehe, dass die Kleineren durch Größere gestört werden, könne Letztere durchaus bitten, an anderer Stelle zu spielen. „Auch beim Rauchen im Sand bitten wir die Gäste, die Augen offen zu halten und Raucher gegebenenfalls anzusprechen. Das Strandleben ist eine Nichtraucherzone.“ Jeder könne zudem selbst Müll wegräumen. Und im Sand gefundene Zigarettenkippen könnten in die Aschenbecher außen an der Holzverkleidung geworfen werden, „aber bitte hier keinen Abfall entsorgen“.

Für junge Strandlebengäste haben die Organisatoren allerhand Spielzeug angeschafft, das die jeweilige Strandwache (erkenntbar am gelben Schüsselband und dem Aufkleber „Strandteam“ an der Kleidung) auf Nachfrage ausgibt und später wieder entgegennimmt. Gayer-Widmann: „Wir haben zum Beispiel ein Schwungnetz, ein Angelspiel, ein Geschicklichkeitsspiel – für alle Altersklassen etwas.“

Strandwachen/Strandpaten werden noch immer dringend für das Strandleben gesucht. Sie haben unter anderem ein Auge darauf, dass die Strandregeln eingehalten werden. Wer sich engagieren möchte, meldet sich bei Lisa Gayer-Widmann (Telefon 0 70 42 / 45 68, Mail: lisa.gayer-widmann@t-online) oder donnerstags beim Strandleben-Stammtisch um 20 Uhr am Marktplatz.

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