Eine Schlange mit Bespaßung

Bei der Hocketse der beim TSV Enzweihingen läuft alles super

Von Sabine Rücker Erstellt: 19. August 2019
Eine Schlange mit Bespaßung Beim TSV Enzweihingen kann bei angenehmen Temperaturen das Angebot an Essen und Trinken genossen werden. Fotos: Rücker

926 Teilnehmer wurden am Samstag bei der Jubiläums-Tour gezählt, manche kamen von ziemlich weit her. Ein Radler konnte mit Urkunden aus 30 Jahren Tour-Geschichte aufwarten. Die Gäste wurden bestens vom Vereinsteam verpflegt und das Warten durch Spaßeinlagen versüßt.

Enzweihingen. Thomas Futterer fällt auf, als er bei der Hocketse auf dem Gelände des TSV Enzweihingen an einem Auto mit Karlsruher Kennzeichen Fahrräder auflädt. Wie sich herausstellt, handelt es sich um eine Art S-VKZ-Veteran, der aus Östringen bei Sinsheim kommt. „Ich war bestimmt schon zehnmal dabei“, erzählt er mit badischen Zungenschlag. Er fahre gerne organisierte Radstrecken, war schon bei der Tour de Ländle dabei und erst kürzlich bei der Radtour des Bayerischen Rundfunks. Irgendwann und irgendwie kam er auch zur Veranstaltung der Kreissparkasse und Vaihinger Kreiszeitung. „Schon prima, das Wetter hat gepasst“, ist sein Kommentar zur knapp 31 Kilometer langen Radlerstrecke, die er mit seinem Arbeitskollegen aus Wiesloch bewältigt.

Auch Uwe Schirpke ist geradelt und lässt sich am Stand der VKZ seine Teilnehmerurkunde ausstellen. Er ist zum dritten Mal dabei, fand aber die vorhergehenden Strecken schöner. „Aber die ist okay gewesen“, fügt der Oberriexinger dazu. Gerlinde Häcker aus Vaihingen ist mitgewandert. „Die Route war sehr schön“, sagt die Teilnehmerin, die schon öfter bei den Wanderern dabei war. „Man hat so einen schönen Blick gehabt und die Beschilderung war gut“, lobt sie die Planer der Ortsgruppe Enzweihingen des Schwäbischen Albvereins.

666 Radler und 260 Wanderer sind anhand der Startkarten verbrieft, weiß Volker Blessing. Der VKZ-Verkaufsleiter moderiert die Veranstaltung und ist Vorsitzender des einladenden TSV Enzweihingen. „Ich bin heute hauptsächlich für die VKZ unterwegs, weil ich ein gutes Team um mich rum hab’, die das alles organisiert haben“, lässt er wissen. Lisa Fischer, Michael Schöck und Frank Prieger sind das Trio, das genannt wird. Wobei Lisa Fischer die Hauptorgansiatorin gewesen sei.

Für 900 Gäste stehen auf dem weitläufigen Sportplatz Biertischgarnituren bereit, 90 Vereinsmitglieder sind beim Helfen dabei. An zwei Hauptkassen werden Bons verkauft, Getränke gibt es an den Ständen auch gegen Bares. Eine Schlangenbildung auch an den Grillständen kann nicht verhindert werden. „Das gehört dazu“, meint Fischer. Es seien keine Profis am Grill, aber Vereinsmitglieder, die bei allen Festen grillen. „Die geben ihr Bestes“, sagt die Organisatorin. Außerdem werden die Wartenden an den Schlangen bespaßt, spricht sie und demonstriert das bei den Steak-Fans mit der Veggiepfanne in der Hand. „Insgesamt läuft’s super“, fasst Fischer zusammen. Auch bei der Nachtwache sei alles entspannt gewesen. Ebenso ist vom Essen in allen Sparten von Fleisch, Wurst über Vegetarisches bis zu den Pommes bis zum Schluss genügend da. Richtig Spaß an seiner Aufgabe hat auch Ramazan Yildiz. Der TSVler ist als Ordner eingeteilt, der Auto- und Radfahrer dirigieren muss. Mit Stolz verkündet er: „Es ist alles einwandfrei.“

Spannend wird es, als Moderator Blessing schließlich die Tombola ankündigt. Zuvor wird ein Extrapreis an denjenigen, der die meisten Teilnehmerurkunden vorlegen kann, vergeben. Dem Sieger winkt ein Gutschein für eine Sportbrille im Wert von 100 Euro von Optik Mesinger. Peter Schimke wagt sich mit einem Packen Urkunden aus der Deckung und der Linken-Stadt- und Kreisrat macht das Rennen. Am Samstag ist seine 30. Tour. „Es war eine sehr gute Strecke, ich hab’ sie noch nicht gekannt“, sagt er. Dieses Lob können die Experten des Vaihinger Radsportvereins für sich verbuchen. 30 Urkunden kann Schimke den Damen vom VKZ-Team vorlegen. „Er ist ein Sammler, er hebt alles auf“, verrät seine Frau Doris. Mitgebracht wurden die Dokumente in einer wasserdichten Satteltasche, „die sind heilig“, sagt die Gattin.

Insgesamt drei Tour-Teilnehmer haben sich die Mühe gemacht, ihre gesammelten Werke mitzunehmen. Helga Öhler aus Aurich bringt es zwar „nur“ auf 25, dafür kann sie mit einer Urkunde aus dem Jahr 1980 von der ersten Tour auftrumpfen. Ob sie noch weiß, wo dort das Ziel war? „Haja, das war Riet“, sagt die Auricherin. Sie habe alle ihre Radler-Urkunden in Ehren gehalten und blättere sie immer mal wieder durch.

Bei der Tombola ziehen die Enzweihingerinnen Glücksfeen Nele und Leoni die Gewinner anhand der Startkartennummern. Oberbürgermeister Gerd Maisch ruft die Nummern aus und alle Preise können dieses mal an die Gewinner übergeben werden.

Matthias Schillinger aus Gündelbach gewinnt den Gutschein für zwei Personen vom Hotel-Restaurant Lamm in Horrheim. Antonio Ancona aus Hochdorf gewinnt den dritten Preis, die Ballonfahrt vom Lembergerland Roßwag. „Ich bleib auf dem Boden“, lässt er aber gleich wissen. Ob er sich noch umentschieden oder vielleicht mit jemandem getauscht hat, ist nicht bekannt. Der zweite Preis, ein Gutschein für eine Stocherkahnfahrt für zwölf Personen von der Stadt Vaihingen, geht an Luca Flattich aus Eberdingen, der mit seinem Opa Dietmar aus Illingen mitgeradelt ist. Sophie Schmid aus Aurich räumt den Hauptpreis ab: eine Palette Sprudel von Ensinger Mineral-Heilquellen. Der Sonderpreis – ein Wochenende mit einem Cabrio von Sevo Automobile – wird von der fünfköpfigen Familie Warga aus Vaihingen gewonnen. Emma, noch nicht im Führerscheinalter, hatte sich zuerst freudestrahlend als Gewinnerin gemeldet. Papa Christian darf das Auto dann bestimmt auch fahren.

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