Die große Bereitschaft, solidarisch zu sein

: Fast 40 000 Euro für den Nothilfefonds der Diakonischen Bezirksstelle Vaihingen – Dekan Zeyher: „Überwältigendes Ergebnis“

Von Uwe Bögel Erstellt: 29. Dezember 2018
Die große Bereitschaft, solidarisch zu sein Rolf Regener, Vorsitzender des Diakonischen Bezirksausschusses, Michael Marek, Geschäftsführer der Diakonischen Bezirksstelle, VKZ-Redaktionsleiter Uwe Bögel und Dekan Reiner Zeyer (von links) freuen sich über die erfolgreiche Spendenaktion. Fotos: p/Romanoswski

Dieser Betrag kann sich sehen lassen: Bei der VKZ-Weihnachtsaktion zugunsten des Nothilfefonds der Diakonischen Bezirksstelle Vaihingen spendeten die Leser exakt 39 315,93 Euro. „Knapp 40 000 Euro – das überwältigt mich“, kommentiert Dekan Reiner Zeyher, Schirmherr der Spendenaktion.

Vaihingen. Eine Notsituation oder eine Lebenskrise kann jeden von uns treffen. Der Nothilfefonds der Diakonischen Bezirksstelle in der Heilbronner Straße in Vaihingen unterstützt hilfebedürftige Menschen unbürokratisch, effektiv und möglichst nachhaltig. Eine Familie, die zerbricht, Altersarmut, eine schwere Krankheit, Arbeitslosigkeit oder ein Burnout – es gibt viele Gründe, existenziell in Not zu geraten und nicht mehr weiter zu wissen.

Durch die große Bereitschaft der VKZ-Leser hat die Diakonische Bezirksstelle mit Geschäftsführer Michael Marek die größte Spende erhalten, die es jemals in der Geschichte der Einrichtung gab. „Das ist eine riesige Freude, mit diesem unglaublich hohen Betrag hat niemand gerechnet“, fasst Diakonie-Geschäftsführer Michael Marek die Gefühlslage zusammen. „Mit diesen Geldern haben wir ganz neue Möglichkeiten, die bisher noch nie da waren.“

Gestern beim offiziellen Abschluss bedankten sich Michael Marek, Dekan Reiner Zeyher und Dr. Rolf Regener, Vorsitzender des Diakonischen Bezirksausschusses, bei allen Spendern, egal, ob es nur ein kleiner Beitrag war oder eine Großspende eines Unternehmens. So gab es die Fünf-Euro-Überweisung mit dem Hinweis „Mehr können wir leider nicht geben“ oder den Briefumschlag mit zehn Euro, die die ältere Dame von ihrer kleinen Rente abgezweigt hat, genauso wie die 4000 Euro des HNO-Zentrums Fischer – die größte Einzelspende. „Wir haben jetzt ganz andere Planungssicherheit“, sagt Michael Marek.

Und das Geld der Leser wurde bereits gebraucht –jeder Cent kommt ohne Abzug in den Nothilfefonds. Mit dem Geld konnte die Diakonische Bezirksstelle in Vaihingen zwei Familien vor Weihnachten die Wohnungen erhalten. Die Mietschulden wurden beglichen, der Weg in die Obdachlosenunterkunft abgewiesen. „Wir organisieren es dann so, dass die Familien künftig keine neuen Schulden mehr machen müssen.“ Oder die Mutter, die mit zwei kleinen Kindern am 24. Dezember in die Heilbronner Straße kam: Aus dem Nothilfefonds gab es Mittel für den Kauf von Lebensmitteln und für die Kinder noch zwei kleine Weihnachtsgeschenke. „Damit hat die Mutter überhaupt nicht gerechnet“, so Marek.

Durch den Erfolg der Spendenaktion könne man sehr zuversichtlich ins neue Jahr gehen. „Marek: „Wir können so Menschen, die bei uns in Notsituationen aufschlagen, schnell und unbürokratisch helfen. Wir müssen sie nicht im Regen stehen lassen, sondern können für sie da sein.“

Vor allem nach dem grandiosen Benefizkonzert von Besser in der Nussdorfer Kirche, das auch weit über 2000 Euro für die Spendenaktion brachte, setzte ein richtiggehender Spendenschub ein. „Die Leute waren wie wachgerüttelt“, so Marek.

Dekan Reiner Zeyher sieht die Spendenaktion auch als Gegenrede gegen alle Miesmacher, die die Gesellschaft am Abgrund sehen. „Diese 40 000 Euro sprechen eine ganz andere Sprache. Es ist eine große Bereitschaft da, Geld zu teilen, die Not zu sehen und solidarisch zu sein.“

„Die Spendenaktion ist auch ein großes Stück Motivation für uns, weil wir sehen, dass die Arbeit der Diakonischen Bezirksstelle von der Bevölkerung mitgetragen wird“, so Marek.

Wort und Tat könne so konkret zusammengefügt werden.

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