„Dann bis im kommenden Jahr, Frau Burger“

Mit 104 Jahren die älteste Einwohnerin Vaihingens – Oberbürgermeister Gerd Maisch gratuliert

Erstellt: 13. Februar 2018
„Dann bis im  kommenden  Jahr, Frau Burger“ Emma Pauline Burger, geboren am 10. Februar 1914, ist mit 104 Jahren die älteste Einwohnerin Vaihingens. Oberbürgermeister Gerd Maisch freut sich, dass die Jubilarin nach wie vor körperlich und geistig fit ist. Foto: Arning

„Dann bis im kommenden Jahr!“ So verabschiedete sich Vaihingens Oberbürgermeister Gerd Maisch vor einem Jahr von Emma Pauline Burger. Und auch jetzt hat er sich wieder für einen Besuch im Jahre 2019 angekündigt – dann zum 105. (!) Geburtstag. Gestern gratulierte der OB der rüstigen Dame in der Jauerniger Straße.

Vaihingen (aa). Emma Pauline Burger, geborene Brixner, ist mit 104 Jahre die älteste Einwohnerin der Stadt Vaihingen. Aktuell sind in der Stadt noch zwei Frauen älter als hundert Jahre (101 und 102). Im März kommt noch ein hundertster Geburtstag dazu.

Die Jubilarin bewegt sich mit dem Rollator flott durch ihre Wohnung in der Jauerniger Straße, plaudert mit den Gästen, erzählt von Ereignissen aus ihrem langen Leben, erklärt Bilder, zum Beispiel von der goldenen Hochzeit. Oberbürgermeister Maisch kennt viele Geschichten schon, er kommt ja seit dem hundersten Geburtstag regelmäßig mit einem Blumenstrauß und freut sich, „dass Frau Burger nicht älter wird“. Die Jubilarin lächelt verschmitzt, steht schnell auf und holt den Menüplan für das Mittagsessen des Arbeitersamariterbundes. Da wird der OB fast neidisch. „A Süße sind Sie aber schon“, stellt er bei anhand der Kreuzchen ihrer Menüwahl fest.

Frühstück und Abendessen mache sie noch selbst, berichtet Emma Burger. Auch in die Kompressionsstrümpfe komme sie ohne Hilfe rein. Beim Ausziehen müssten die Schwestern der Sozialstation, die morgens und abends vorbeischauen, helfen. Schuhe anziehen und binden, kein Problem. Mit einem langen Schuhlöffel und einem Schemele gehe das noch gut. Auch die Blumen verdursten bei ihr nicht. Das Gießkännle wird auf den Rollator gestellt „und ab geht’s“. Sie lobt die Therapeutin, die einmal die Woche mit ihr Übungen und bei schönem Wetter auch einen kleinen Spaziergang macht, um fit zu bleiben .

Ihr Neffe Dieter Brixner aus Illingen erledigt mit ihr die Arztbesuche und verwaltet das Grundstück mit mehreren Wohneinheiten und den vermieteten Hallen. Und dann schauen auch immer die Nachbarn, dass bei der alleine lebenden Seniorin Licht brennt. Für den Fall des Falles trägt sie einen Notrufmelder am Arm. Den hat sie nach einem Sturz und einem Oberschenkelhalsbruch auch schon gebraucht. Froh ist sie, dass sie die „Vaihinger Kreiszeitung“ noch lesen kann und gut informiert ist. Die dicken Bücher hat sie aufgegeben – ja, Hera Lind hat sie gerne gelesen.

Die Jubilarin stammt aus Auenstein. Dort hat sie ihren aus Vaihingen stammenden Mann Eugen Burger kennengelernt, der als Erntehelfer arbeitete. „Mein Vater hatte einen Bauern aus der Gegend für mich im Auge und war mit der Heirat nicht ganz einverstanden“, erzählt sie. Sie hat sich durchgesetzt. 1936 wurde in Vaihingen geheiratet.

Die Ehe blieb jedoch kinderlos. Das Paar lebte zunächst in Stuttgart-Rohr, dann unterm Kaltenstein. In den 50er-Jahren wurde auf einem Grundstück in der Jauerniger Straße eine Schreinerei gebaut und ein Schreinerhandel eingerichtet. Emma Burger muss nicht lange überlegen, wenn man sie nach ihren Lieblingsbeschäftigungen fragt. Geknüpft hat sie gerne (das Landschaftsbild über dem Sofa ist ein Beweis), mit Begeisterung hat sie tapeziert oder auch genäht. Und bis Mitte 90 ist sie auch noch selbst Auto gefahren. Vor zwei Jahren verriet sie dem OB, dass sie sogar ohne Führerschein unterwegs sei.

Gerd Maisch hat sich nun vorgenommen, mal zu recherchieren, ob es im Landkreis Ludwigsburg noch ältere Menschen gibt. 2019 will er es Emma Burger berichten. Also: Gesund und fit bleiben, Frau Burger!

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