Seemann und Schweickert sind im Enzkreis obenauf

In Wiernsheim hätte die AfD das Direktmandat gewonnen – allerdings nur ohne Berücksichtigung der Briefwähler. Die CDU stürzt noch weiter ab als im Jahr 2016.

Von Ralph Küppers Erstellt: 15. März 2021
Seemann und Schweickert sind im Enzkreis obenauf Coronakonform verdecktes Strahlen: Erik Schweickert freut sich über sein gutes Ergebnis, das er für die FDP im Enzkreis geholt hat. Vor allem die Ergebnisse seiner Heimatgemeinde Niefern-Öschelbronn (Hintergrund) sprechen für sich: Schweickert holte dort 34,73 Prozent. Foto: Küppers

Enzkreis. Im Wahlkreis Enz haben die Grünen den Wahlsieg errungen, Stefanie Seemann holte mit 30,87 Prozent der Stimmen das Direktmandat. Damit liegt sie knapp unter dem Landestrend. Im Landesvergleich fällt aber vor allem auf, dass die FDP sehr gut weggekommen ist: Erik Schweickert vereinigte 16,89 Prozent der Stimmen auf sich. Damit lag der Nieferner um mehr als die Hälfte über dem Landesschnitt seiner Partei. Philippe Singer holte für die CDU mit 19,53 Prozent ein deutlich schwächeres Ergebnis als vor fünf Jahren (24,7 Prozent). Bernd Gögel (AfD) bekam 12,93 Prozent, Michael Hofsäß (SPD) 9,57 Prozent – ein Debakel für die vormalige Volkspartei.

124 894 Wahlberechtigte hat der Wahlkreis Enz, der bis auf vier Gemeinden deckungsgleich mit dem Enzkreis ist. Zwei Drittel haben ihr Recht wahrgenommen (66,33 Prozent), wovon allerdings sehr viele die Briefwahl bevorzugt haben – unter anderem, um coronakonform direkte Kontakte zu vermeiden. Die Covid-19-Pandemie war auch der Grund, warum Enzkreis-Wahlsiegerin Stefanie Seemann nicht zur Verkündung der Wahlergebnisse ins Landratsamt kam. Ihr Landtagskollege Erik Schweickert ließ es sich dagegen nicht nehmen, in der Kreiszentrale vorbeizuschauen, wo digitalisiert ständig die neuesten Ergebnisse aus allen Gemeinden angezeigt wurden. Schweickert: „Ich bin überwältigt von dem Wahlergebnis. Das wird eines der besten in Baden-Württemberg sein.“ Er versäumte es aber auch nicht, den Grünen zu gratulieren: „Sie sind klarer Sieger im Wahlkreis Enz.“

In den 24 Städten und Gemeinden wurde ab 18 Uhr ausgezählt, wobei die Briefwahl in diesem Jahr den Löwenanteil ausmachte. Die Wahlhelfer in Wurmberg hatten zuerst Feierabend. Die Gemeinde meldete bereits um 18.44 Uhr ihr Ergebnis für alle drei Wahlbezirke ans Landratsamt.

Wiernsheim meldete auch schon um 19.22 Uhr das Endergebnis. Die Briefwahl war wegen des großen Zuspruchs bereits im Voraus auf zwei Bezirke aufgeteilt worden. Dem kreisweiten Trend folgend, hatte mit Schweickert als Zugpferd die FDP ein gutes Ergebnis, doch auch auf der Platte gewannen die Grünen mit Stefanie Seemann die Wahl. Kurios: Wäre der Wahlbezirk Wiernsheim das Maß der Dinge, hätte die AfD das Direktmandat gewonnen – ihre 20,94 Prozent toppten sogar die Ergebnisse von Seemann und Schweickert. Bei einer sehr guten Wahlbeteiligung von 70,04 Prozent gab es gemeindeweit folgende Ergebnisse: Grüne 29,40 Prozent, CDU 18,09 Prozent, AfD 12,64 Prozent, SPD 8,37 Prozent, FDP 21,96 Prozent, Sonstige 9,56 Prozent.

In Illingen war um 19.25 Uhr Schicht im Schacht. Und auch dort holte die AfD in zwei Wahlbezirken mit jeweils mehr als 20 Prozent hohe Ergebnisse, die aber durch 6,73 und 9,43 Prozent in den Briefwahlbezirken relativiert wurden. Die Ergebnisse: Grüne 31,51 Prozent, CDU 20,59 Prozent, AfD 12,78 Prozent, SPD 9,45 Prozent, FDP 16,08 Prozent und Sonstige 9,58 Prozent. Eine interaktive Karte mit den Wahlergebnissen im VKZ-Verbreitungsgebiet findet sich hier.

Die Große Kreisstadt Mühlacker hatte 21 Wahlbezirke gebildet und war sogar schon um 19.01 Uhr fertig mit der Auszählung. Seemann holte für die Grünen 32,12 Prozent der Stimmen. Die weiteren Ergebnisse: CDU 18,60 Prozent, AfD 12,78 Prozent, SPD 10,27 Prozent, FDP 16,48 Prozent und Sonstige 9,76 Prozent.

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