Die Räume des Königs sind nicht mehr zugänglich

Die Arbeiten an der originalgetreuen Wiedereinrichtung der Sommerresidenz Ludwigsburg werden das Jahr 2019 prägen

Erstellt: 8. März 2019
Die Räume des Königs sind nicht mehr zugänglich 350 000 Gäste wurden im vergangenen Jahr im Residenzschloss Ludwigsburg gezählt. Foto: ssg

Das Residenzschloss ist der Ort des größten Restaurierungsprojekts der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg: Die Arbeiten an der originalgetreuen Wiedereinrichtung der königlichen Sommerresidenz Ludwigsburg werden das Jahr 2019 im Schloss prägen.

Ludwigsburg (oh). Wie vielfältig und reich trotz der Einschränkungen durch die Restaurierung das Programm in diesem Jahr sein wird, das präsentierte Geschäftsführer Michael Hörrmann gemeinsam mit Dr. Patricia Peschel und dem Leiter der Schlossverwaltung, Stephan Hurst, bei einem Pressegespräch im Residenzschloss. 2019 dreht sich beim aktuellen Themenjahr der Staatlichen Schlössern und Gärten alles um „Frankreich und den deutschen Südwesten“.

Michael Hörrmann, der Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, sorgte mit dem Rückblick auf eine außerordentlich erfolgreiche Saison für den glänzenden Hintergrund, vor dem die Präsentation der neuen Saison 2019 im Residenzschloss entwickelt werden konnte. Mit über 350 000 Gästen liegen die Besucherzahlen des vergangenen Jahres um gute 100 000 über dem Wert, auf den man im Schloss noch vor fünf Jahren berechtigt stolz war. „Die besondere Leistung dabei ist, dass es im Residenzschloss gelungen ist, die Besucherzahlen in den klassischen Bereichen enorm zu steigern“, erläuterte Geschäftsführer Michael Hörrmann: Die stärksten Zuwächse weist das Schloss bei den Museen und Ausstellungen auf.

„Das alles beherrschende Thema in diesem Jahr ist die Wiederherstellung der Wohnungen von König Friedrich I. und Königin Charlotte Mathilde“, kündigte Geschäftsführer Michael Hörrmann an. Die klassizistischen Einrichtungen und Ausstattungen vom Beginn des 19. Jahrhunderts erweisen sich, je weiter das Team der Staatlichen Schlösser und Gärten um Konservatorin Dr. Patricia Peschel bei den Arbeiten voranschreitet, immer mehr als Hochkaräter von europäischem Rang. „Das erste württembergische Königspaar hat Ludwigsburg zu seiner Sommerresidenz gemacht, die den Vergleich mit ähnlichen Schlössern in St. Petersburg, London oder Paris nicht zu scheuen brauchte“, erklärte Michael Hörrmann. Und für Konservatorin Dr. Patricia Peschel enthüllt sich bei diesem größten Restaurierungsprojekt in der Geschichte der Staatlichen Schlösser und Gärten mit jedem Arbeitsschritt mehr, wie perfekt die Erhaltung ist.

Für die Besucher des Schlosses bedeutet die Sanierung in den nächsten Monaten eine Einschränkung: Bereits seit Anfang März sind die Räume des Königs nicht mehr zugänglich. Ab August wird auch der Trakt mit der Wohnung der Königin nicht mehr zu betreten sein. Im Frühjahr 2020 wird der Neue Hauptbau wiedereröffnet und bietet dann ein Besuchserlebnis, das bis ins Detail der Originalsituation, der Zeit kurz nach 1800, entspricht. „Wir gehen davon aus, dass das Schloss ab 2020 national und international ganz anders wahrgenommen wird, und das nicht nur in der Fachwelt“, erläuterte Dr. Patricia Peschel: „Die Sommerresidenz Schloss Ludwigsburg wird dann königliches Niveau in außerordentlich perfekter Erhaltung bieten und in Europa nur weniges von vergleichbarer Authentizität haben.“

2019 steht bei den Staatlichen Schlössern und Gärten Baden-Württemberg unter dem Motto „Frankreich und der deutsche Südwesten“. Das Themenjahr präsentiert die Jahrhunderte zurückreichende Geschichte der beiden Nachbarländer. Schwerpunkte im Residenzschloss Ludwigsburg werden der französische Nationalfeiertag am 14. Juli mit einem reichen Programm sowie im September ein deutsch-französisches Fest sein. Besonders vielfältig ist das Angebot an Sonderführungen zum Thema – kein Wunder, reicht hier die Geschichte doch von den barocken Hofkünstlern aus Paris über die napoleonische Zeit bis zur bahnbrechenden „Rede an die Jugend“, die der französische Staatspräsident Charles de Gaulle im Schlosshof von Ludwigsburg hielt.

Weitere Programm-Highlights im Schloss: Noch bis zum 31. März sind die „Klötzlebauer“ aus Ulm mit der gut besuchten Familienausstellung „Faszination Lego“ zu Gast. Am 16. März öffnet sich das Schloss beim „Frühlingserwachen“ für eine „Lange Nacht“: Bis 24 Uhr laden Führungen, Aktionen und ein gastronomisches Angebot dazu ein, den Start in die Saison mitzufeiern und einen entspannten Abend im Residenzschloss mit seinen Museen zu genießen.

Am Tag darauf, am 17. März, erinnern die Staatlichen Schlösser und Gärten an den Erfinder des europäischen Porzellans: Johann Friedrich Böttger starb vor genau 300 Jahren – Anlass, die Tore des Keramikmuseums den ganzen Sonntag bei freiem Eintritt zu öffnen. Über die ganze Saison hat Stephan Hurst, der Leiter der Schlossverwaltung, weitere große Termine – seit Jahren fest eingeführt und gut besucht – im Programm: etwa die Hochzeitsmesse, den Schlosserlebnistag, die spektakulären KSK Open Airs im Hochsommer und das Festival für elektronische Tanzmusik „Electrique Baroque“ Anfang September.

Geschäftsführer Michael Hörrmann und Schlossmanager Stephan Hurst hoben beide die außerordentlich gute Kooperation mit der Stadt Ludwigsburg hervor, wie sie sich im vergangenen Jahr beim 300-jährigen Stadtjubiläum wieder erwiesen hatte. Das neue Tourismuskonzept der Stadt Ludwigsburg stellt das Schloss als eine der besonderen Attraktionen für den überregionalen Reisemarkt in den Vordergrund. Michael Hörrmann resümierte: „Das ist ein deutliches Zeichen für die geglückte Kooperation in der Vergangenheit und eine fantastische Basis für die künftige Entwicklung.“

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