Lockerungen frühestens am Montag

Viele Informationen laufen jeden Tag beim Gesundheitsamt des Landkreises Ludwigsburg ein. Nur positive PCR-Tests werden für die Sieben-Tage-Inzidenz herangezogen. Dabei kommt es manchmal auf Minuten an.

Erstellt: 28. Mai 2021
Lockerungen frühestens am Montag Auch die Daten von positiven Corona-Schnelltests erhält das Gesundheitsamt des Landkreises. In die Sieben-Tage-Inzidenz werden diese aber nicht einberechnet. Foto: Bürkle

Ludwigsburg (fr). Die Sieben-Tage-Inzidenz spielt eine enorm wichtige Rolle bei den Corona-Beschränkungen im Kreis Ludwigsburg, gleichzeitig scheint sie unberechenbar, wie der abrupte Anstieg Ende vergangener Woche zeigte. Das Landratsamt sagt, wie die Zahl genau zustande kommt.

Wie viele Stellen melden Corona-Fälle an das Landratsamt beziehungsweise das Gesundheitsamt?

An das Gesundheitsamt melden mehr als 250 Stellen Corona-Fälle, teilt Dr. Andreas Fritz, Sprecher des Landratsamts, mit. Meldende Stellen sind Labore, Arztpraxen, darunter auch Corona-Schwerpunktpraxen, Kliniken, Teststellen, Apotheken, Schulen und Kitas. Aus den Arztpraxen und Kliniken werden vor allem PCR-Testergebnisse gemeldet, alle anderen melden Ergebnisse der Antigen-Schnelltests. Einen Überblick darüber, wie viele der Stellen auch am Wochenende Zahlen liefern, hat das Landratsamt nicht.

Fließen auch Schnelltests in die Berechnung der Inzidenzzahl ein?

Nein. Nur PCR-Testergebnisse fließen in die Berechnung der Sieben-Tage-Inzidenz ein. Die gemeldeten positiven Schnelltest-Ergebnisse dienen der Überwachung, weil im Anschluss PCR-Tests gemacht werden müssen. Gleichzeitig bieten die Schnelltests dem Gesundheitsamt einen Einblick in die Tendenz des Corona-Geschehens.

Wie werden dem Gesundheitsamt positive Testergebnisse gemeldet?

„Labore melden über das Programm Demis. Alle anderen Stellen können sich für unser elektronisches Postfach registrieren lassen“, sagt Fritz. So erfolge die Übermittlung direkt über den PC per Schnittstelle in das Programm des Gesundheitsamts. Einige Teststellen übermitteln auch noch per Fax, da sie sich nicht angemeldet haben. Aus Datenschutzgründen will das Gesundheitsamt keine Befunde per E-Mail erhalten.

Die Zahlen vom Kreis- und Landesgesundheitsamt unterscheiden sich immer wieder. Warum?

Laut Fritz werden für beide Ämter täglich die Fälle um 15.30 Uhr übermittelt. Dann wird das sogenannte Dashboard auf der Homepage des Landratsamts befüllt. Vereinzelt könne es aber vorkommen, dass die Fallzahlen an das Land zwei bis drei Minuten später übermittelt würden und dann just in diesem Moment weitere Fälle dazu kommen. So komme die mitunter höhere Inzidenz des Landesgesundheitsamts zustande. Man sei aber bemüht, die Zahlengrundlage möglichst identisch zu halten. Ausschlaggebend für Lockerungen ist im Übrigen immer die Zahl des Landesgesundheitsamts.

Rechnet jemand von Hand die Inzidenz aus? Nein. Die Sieben-Tage-Inzidenz wird automatisch generiert, teilt das Landratsamt mit.

Der Anstieg Ende vergangener Woche wurde mit positiven Tests bei Erntehelfern und in Betrieben erklärt. Wie viele Menschen wurden positiv getestet, um die Inzidenz derart steigen zu lassen?

„In der letzten Woche waren in zwei voneinander unabhängigen Firmen 36 Personen an Covid-19 erkrankt, wobei acht Personen davon außerhalb unseres Landkreises wohnen. Zudem waren acht Erntehelfer an Covid-19 erkrankt“, sagt Pressesprecher Fritz. Auch wenn das nicht nach besonders viel klinge, hänge die Steigerung der Inzidenz eben auch vom Vergleich mit dem Vorwochentag zusammen, der dann aus der Berechnung herausfalle. Kurz gesagt: Verdrängt ein neuer Tag mit vielen Fällen einen alten mit wenigen, dann steigt die Inzidenz auch schon mal deutlich.

Am Montag wurde erstmals wieder die 100er-Marke unterschritten. Wann könnten nun frühestens Lockerung in Kraft treten?

Es muss an fünf Werktagen hintereinander die Sieben-Tage-Inzidenz stabil unter 100 liegen. So kann frühestens am Samstag der fünfte Tag erreicht werden. So könnte zwei Tage danach, also frühestens am kommenden Montag, mit Lockerungen gerechnet werden. Weil Pfingstmontag ein Feiertag war, werden die Zahlen nicht mitgerechnet.

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