Erster Corona-Fall im Landkreis Ludwigsburg

Mann aus Benningen befindet sich in häuslicher Quarantäne

Erstellt: 29. Februar 2020

Ludwigsburg (p/sr). In Baden-Württemberg gibt es seit dem späten Donnerstagabend vier neue bestätigte Corona-Fälle, berichtet das Ministerium für Soziales und Integration gestern in einer Mitteilung. Im ersten Fall handle es sich um einen Mann aus dem Landkreis Ludwigsburg, der innerhalb der sogenannten Influenza-Surveillance „herausgefischt“ worden sei. Das bedeutet, dass Proben im Labor des Landesgesundheitsamtes, die negativ auf Influenza getestet wurden, automatisch auch auf das Corona-Virus hin untersucht werden. Dies sei der erste Fall, der auf diese Art ermittelt wurde. Das Rückgrat dieser Influenza-Surveillance (-Überwachung) in Deutschland bilden die Praxen von rund 700 Haus- und Kinderärzten, der sogenannten Arbeitsgemeinschaft Influenza, die dem Robert-Koch-Institut (RKI) das ganze Jahr über freiwillig und ehrenamtlich wöchentlich die Zahl der akuten Atemwegserkrankungen in ihrer Praxis mitteilen, so das RKI. Dem Mann „gehobenen mittleren Alters“ gehe es soweit gut, er zeige grippale Symptome, sein Allgemeinzustand sei aber nicht klinikpflichtig und der Betroffene befinde sich in häuslicher Quarantäne, berichtet Dr. Thomas Schönauer, Leiter des Dezernats Gesundheit und Verbraucherschutz beim Landratsamt Ludwigsburg. Der Ansteckungsweg sei bislang nicht bekannt, weder liege eine Reiseanamnese vor, noch habe der Erkrankte große Veranstaltungen besucht. Eruiert werde momentan noch, ob die berufliche Tätigkeit etwas damit zu tun haben könnte, so Schönauer. Mögliche Kontaktpersonen werden derzeit vom Gesundheitsamt ausfindig gemacht, „das ist unser originärer Job“, sagt der Dezernatsleiter. Dabei sei man schon sehr weit. Die entsprechenden Personen werden dann kontaktiert, kategorisiert und dann werde risikoabhängig, beispielsweise abhänging vom jeweiligen Beruf, weiterverfahren. „Man soll keine Panikreaktion zeigen und besonnen an die Sache herangehen“, empfiehlt der Ludwigsburger Gesundheitsamtschef. Beim zweiten Fall handelt es sich um einen Mann aus dem Rhein-Neckar-Kreis, der sich am Mittwochabend nach seiner Rückkehr aus dem Ski-Urlaub in Südtirol mit leichten Symptomen in der Notfallambulanz der Heidelberger Universitätsklinik vorgestellt hat. Der Test fiel am späten Donnerstagabend positiv aus. Der Mann befand sich in einer entsprechenden hierfür eingerichteten Quarantäne-Station in der Uniklinik Heidelberg. Weitere bestätigte Fälle gibt es aus Karlsruhe und Freiburg.

Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg bittet in einer aktuellen Mitteilung Patienten, die Fragen zum Coronavirus und einer möglichen Erkrankung haben, primär den Patientenservice unter der Telefonnummer 116 117 in Anspruch zu nehmen. Insbesondere weist die KVBW darauf hin, dass gemäß den Empfehlungen des RKI Personen mit Atemwegsinfekten, die nicht aus einem Risikogebiet oder aus einer Region mit gehäuften Krankheitsfällen kommen oder Kontakt mit einem gesichert Infizierten hatten, nach derzeitiger Erkenntnis nicht regelhaft getestet werden müssen. Daher ist in diesen Fällen ein Besuch einer Praxis/Notfallpraxis nicht notwendig; es sei denn, der Krankheitszustand macht dies erforderlich.

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