Corona: Aktuell keine Impftermine mehr

Noch immer werfen die Vergabe, die geplante baldige Öffnung der Kreisimpfzentren und die damit einhergehenden Regelungen Fragen vor allem bei älteren Menschen im Raum Vaihingen auf. Die VKZ ist den wichtigsten erneut nachgegangen.

Erstellt: 15. Januar 2021
Corona: Aktuell keine Impftermine mehr Mobile Impfteams der Zentralen Impfzentren sind seit dem Jahreswechsel im Einsatz, hier in einem Pflegeheim in Knittlingen. Foto: Rebel/LE

Ludwigsburg/Enzkreis (clar/LE). Landesgesundheitsminister Manfred Lucha hatte am Sonntag um Gelduld gebeten. Gern würde man jedem ein sofortiges Impfangebot machen, leider reiche der momentan vefügbare Impfstoff dafür noch nicht aus. In der ersten Tranche sind bekanntlich, neben medizinischem und Pflegepersonal, insbesondere über 80-Jährige berechtigt, die Immunisierung zu bekommen.

Seit Weihnachten hatte sich daher eine Enzweihingerin, deutlich über 80 Jahre alt und mit pflegebedürftigem Ehemann, um einen Impftermin bemüht. Als sie nach vergeblichen Versuchen gestern Morgen unter der zentralen Telefonnummer 116117 endlich einen Ansprechpartner erreichte, habe der ihr gesagt, dass momentan keine Termine vergeben werden könnten. Eine Begründung habe sie nicht erhalten, wie die Frau einer VKZ-Mitarbeiterin schilderte.

Wer bekommt aber wann wo Termine und für welche Imfpzentren? Die Vaihinger Kreiszeitung hat noch einmal die wichtigsten Informationen bei der Ludwigsburger Kreisverwaltung und dem Sozialministerium in Stuttgart zusammengetragen, ergänzt durch Angaben aus einer Pressemitteilung der Enzkreisverwaltung.

Werden aktuell Impftermine vergeben?

Nein. Alle Zeitfenster für Termine bis zur nächsten Lieferung am 21. Januar sind bereits vergeben, teilte das Landessozialministerium gestern auf Anfrage mit. Derzeit laufe unter der Telefonnummer 116117 eine Bandansage, die darauf hinweist, dass keine Termine verfügbar sind. Neue würden eingestellt, „sobald wir eine neue Lieferungen an Impfstoff bekommen“.

Der Grund für den Terminstopp ist bekannt: „Es gibt derzeit einen eklatanten Mangel an Impfstoff – und zwar in ganz Deutschland“, heißt es aus dem Ministerium weiter. Das sei nicht verwunderlich, allein die Personengruppe der über 80-Jährigen und des medizinischen Personals, die derzeit impfberechtigt sind, mache in Baden-Württemberg rund eine Million Menschen aus. Derzeit können täglich jedoch nur rund 6000 Menschen im Land geimpft werden.

Wie funktioniert die Terminvergabe?

Sobald eine Lieferung von Impfdosen unterwegs nach Baden-Württemberg ist, vergibt das Land den Angaben nach für die Hälfte dieser Lieferung unmittelbar Termine in den Impfzentren beziehungsweise gibt sie an die Mobilen Teams für die Verwendung in Pflegeheimen. Die andere Hälfte der Dosen werde für die verpflichtende Zweitimpfung zurückgelegt.

Im Land gibt es schon jetzt neun Zentrale Impfzentren, demnächst öffnen auch die in den Kreisen. Ist vorgeschrieben, in welchem man sich impfen lassen muss?

Nein. Jeder Bürger darf laut Ministerium selbst entscheiden, welches Impfzentrum er oder sie besucht. An den Wohnort sei das nicht gebunden.

Wo und ab wann gibt es Termine in den Kreisimpfzentren (KIZ)?

Die Kreisimpfzentren in Baden-Württemberg sollen am 22. Januar öffnen. „Das ist definitiv“, sagt Andy Dorroch, Leiter des Fachbereichs Katastrophenschutz des Landkreises Ludwigsburg.

Nach Angaben der Kreisverwaltungen werden die Termine in den KIZ landesweit einheitlich ab 19. Januar freigeschaltet. Sie können wie bisher im Internet auf www.impfterminservice.de oder per Telefon unter 116117 vereinbart werden.

Der Kreis Ludwigsburg bekommt zwei KIZ, beide untergebracht in der Ludwigsburger Urbanharbor-Halle. Die Anzahl der Impflinge wird Dorroch zufolge anfangs eher gering sein. Die zwei Zentren werden anfangs für 14 Tage insgesamt 2340 Impfdosen erhalten. Rund die Hälfte geht an die Mobilen Impfteams (MIT).

Warum gehen die MIT nur in Heime, impfen aber nicht Pflegebedürftige zu Hause?

Nach einem Handlungsleitfaden des Landes sind sogenannte aufsuchende Impfungen durch die MIT derzeit nur in vollstationären Pflegeeinrichtungen und nun auch sogenannten Pflege-WGs, in Hospizen – so sie Ältere und Pflegebedürftige versorgen – und in gerontopsychiatrischen Stationen der Zentren für Psychiatrie möglich, berichtet Dr. Daniel Sailer, der den Aufbau des Kreisimpfzentrums im Enzkreis koordiniert. Bisher seien im Enzkreis nur die MIT des ZIZ Karlsruhe im Einsatz. Mit dem Start der Kreisimpfzentren würden auch von dort MIT in Alten- und Pflegeheime entsendet werden. Termine würden direkt mit den Einrichtungsleitungen vereinbart.

Die vier MIT des Kreisimpfzentrums Ludwigsburg sind bereits seit 4. Januar in Einrichtungen unterwges, um aufzuklären und Einwilligungen einzuholen. Auch sie werden laut Andy Dorroch ab 22. Januar mit dem Impfen beginnen.

Menschen in Kurzzeitpflege werden nicht in den Heimen, sondern in den Impfzentren geimpft, weil sich aufgrund der Fluktuation in der Kurzzeitpflege Erst- und Zweitimpfung nicht verlässlich in der jeweiligen Einrichtung organisieren lassen.

Die Nummer 116117 ist jenseits von Corona unter anderem vorgesehen für medizinische Hilfe, wenn Praxen geschlossen haben. Haben solche Anrufer dort momentan überhaupt eine Chance?

Die Telefon-Hotline „funktioniert gut“, findet das Sozialministerium. Die Wartezeiten hätten in den vergangenen Tagen nur bei wenigen Minuten, teilweise bei unter einer Minute gelegen. Dabei würden sich der Statistik zufolge rund 18 000 bis 19 000 Anrufer pro Tag melden. „Damit sind wir sehr zufrieden“, heißt es.

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