Kripobeamter bekommt Ausgleichssitz

Illingen veröffentlicht jetzt das berichtigte Wahlergebnis – 161 Wahlbriefe vergessen – Nonnenmann mit einer Stimme mehr

Von Uwe Bögel Erstellt: 4. Juni 2019
Kripobeamter bekommt Ausgleichssitz Sigi Nonnenmann holt Ausgleichssitz.

Jetzt hat Illingen offiziell auch gewählt. Gut eine Woche nach den Europa- und Kommunalwahlen veröffentlichte gestern die Gemeinde das endgültige Wahlergebnis. Zwei Wahlbriefbehälter waren in einem verschlossenen Raum im Rathaus vergessen worden. Eine peinliche Panne mit Folgen.

Illingen. 77 Wahlbriefe für die Europawahl und 84 Wahlbriefe für die Kommunalwahlen wurden durch den Fehler vergessen und Anfang vergangener Woche nicht mitgezählt. Da die Wahlbriefe nachweislich rechtzeitig eingegangen waren und die Wahlbriefbehälter unversehrt in einem verschlossenen Raum aufgefunden wurden, war es zwingend notwendig, diese Wahlbriefe in die Ermittlung und Feststellung der Ergebnisse einzubeziehen, heißt es in einer Mitteilung der Gemeinde Illingen. Für die Wahlleitung der Gemeinde stand außer Frage, diese nachweislichen Wähler zu berücksichtigen. Sie hat daher in Abstimmung mit der Kommunalaufsicht und der Kreiswahlleitung umgehend das weitere Vorgehen abgestimmt. Nach öffentlicher Auszählung durch einen einberufenen Briefwahlvorstand wurden die Wahlbriefe und ihr Inhalt geprüft und die gültigen Stimmen in das bisherige Ergebnis des Briefwahllokals 900-01 überführt.

Dies geschah zuerst für die Europawahl, dann für die Kreistagswahl und anschließend für die Gemeinderatswahl. Der Gemeindewahlausschuss hat dann in öffentlicher Sitzung diese nachträglich erfassten Ergebnisse geprüft und in die vorläufigen Ergebnisse überführt und diese berichtigt. Das Gemeindeergebnis für die Europawahl wurde nach Prüfung zwischenzeitlich vom Kreis in das endgültige Ergebnis der Europawahl übernommen. Das Kreistagswahlergebnis der Gemeinde wurde an die Kreiswahlleitung übergeben.

Bei der Europawahl gibt es durch die 77 vergessenen Wahlbriefe keine Konsequenzen. Die Wahlbeteiligung in Illingen steigt gering von 62,91 auf 64,33 Prozent. Der CDU werden weitere 18 Stimmen zugeschlagen, der SPD 14, den Grünen 5, der AfD 14, der FDP 7, Linke und Freie Wähler bekommen 3 Stimmen mehr.

Auch in Bezug auf die Kreistagswahl gab es keine Auswirkungen auf die Sitzverteilung im Enzkreis-Parlament.

Das berichtigte vorläufige Ergebnis der Gemeinderatswahl führte zu keiner Veränderung der zugeteilten Sitze für die jeweiligen Wahlvorschläge. CDU, SPD, und UBL erhalten jeweils vier Sitze, Grüne und Neue Liste 2019 je drei Sitze, die AfD einen Sitz. Durch die Änderung der Stimmenzahlen bei einzelnen Kandidaten kam es allerdings innerhalb des Wahlvorschlages der SPD zu einer Änderung. Der Ausgleichssitz der SPD, der nach dem ersten vorläufigen Ergebnis der Kandidatin Nadine Ehrler zufiel, wechselt nach dem berichtigten vorläufigen Ergebnis an den bis dahin hinter ihr liegenden Kandidaten Sigi Nonnenmann, der diesen mit nur einer Stimme Vorsprung erhält.

Nadine Ehrler hat nach der berichtigten Auszählung 857 Stimmen, Nonnenmann 858. Damit bekommt der 61 Jahre alte Kriminalbeamte, begeisterte Hobbykoch und Hundesportler und Vorsitzender des TV Schützingen den Ausgleichssitz.

Dieses Ergebnis von nur einer Stimme Unterschied bei insgesamt 48 862 gültigen Stimmen ist maximal knapp. Die nächste Sitzung des Gemeindewahlausschusses wird öffentlich bekannt gegeben. Nach dem gestern veröffentlichten Ergebnis hat die CDU 11 748 Stimmen (plus 2,28 Prozent gegenüber der Vorwoche), die UBL 11 163 (plus 2,66 Prozent), die SPD 9400 (plus 2,54 Prozent), die Grünen 6628 (plus 1,92 Prozent), die Neue Liste 2019 7049 (plus 2,77 Prozent), die AfD 2874 (plus 2,53 Prozent).

Illingens Hauptamtsleiter Sven Holz appelliert in der Pressemitteilung dafür, dass sich Bürger als Wahlhelfer melden. „Generell ist es immer schwierig, ehrenamtliche Wahlhelfer und Hilfspersonen zu finden, da der zeitliche Aufwand hoch und die Belastungen erheblich sind. Der Wähler, der im Wahllokal nur einen Teil der Arbeit sieht, nimmt dies nur bedingt wahr. Gemeinden müssen daher regelmäßig einen Großteil der Wahlhelfer aus den Reihen der eigenen Bediensteten stellen. Die Gemeinde würde sich freuen, wenn sich hierfür auch bei kommenden Wahlen ausreichend freiwillige Helfer finden würden und weiterhin auf eine zwangsweise Berufung zu dieser Tätigkeit verzichtet werden kann. Interessierte Bürger erhalten auf der Internetseite www.service-bw.de unter ‚Wahlhelfer werden’ oder bei der Gemeindeverwaltung weitergehende Informationen hierzu.“

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