Rock am Stall ist das Gegenteil von sozialer Distanzierung

Großveranstaltung in Nussdorf am 1. August ist abgesagt. „Die Enttäuschung sitzt bei uns tief.“ Der 7. August 2021 steht schon fest.

Erstellt: 25. Juli 2020
Rock am Stall ist das Gegenteil von sozialer Distanzierung High Tide: Auftritt im vergangenen Jahr bei Rock am Stall. Foto: Archiv

Nussdorf (ub/vs). Am 1. August hätte es wieder Rock am Stall auf der Pferderennbahn in Nussdorf geben sollen. Die Veranstaltung ist wegen der Corona-Pandemie abgesagt. Am 7. August 2021 soll es wieder Rock am Stall geben, das Open-Air-Festival im Oval.

„Zu Beginn des Jahres haben wir, sprich das Team von Rock-am-Stall, noch nicht glauben können, welche Ausmaße diese Pandemie erreichen kann, wie es möglicherweise die meisten nicht getan haben. Dabei waren schon die ersten Planungen für das Festival in Angriff genommen worden“, sagt Volker Schwerdtle, Pressesprecher des Vereins.

Ab März gab es ja bekanntlich die ersten massiven Einschränkungen, was auch Großveranstaltungen betraf. „Wir wussten jedoch nicht, ab welcher Personenzahl und in welcher Umgebung eine sogenannte Großveranstaltung definiert ist. Lange schwirrte die Zahl von 1000 Teilnehmern im Raum, was jedoch im Laufe der Zeit wieder hinfällig wurde und gar keine Zahl mehr von der Landesregierung genannt wurde. Der weiteren Planung kam dies definitiv nicht zugute und wir standen wieder schulterzuckend da. Doch der große Wunsch zur Durchführung von Rock am Stall im August bestand weiterhin.“

Nach langem Warten wurde letztendlich Ende Juni bekanntgegeben, dass ab 1. August bis mindestens Ende August, später dann bis 31. Oktober, Veranstaltungen mit bis zu 500 Personen zunächst wieder stattfinden können, jedoch mit einem funktionierendem Hygienekonzept. Da es sich bei Rock am Stall um ein Open Air handelt, hätte es dem Verein zwar erleichtert, die Maßnahmen hieraus zu erarbeiten (denn Platz gibt es genug im Rennoval und frische Luft ist permanent garantiert), jedoch ist es eine enorme Herausforderung, die Teilnehmerzahl auf einem Freigelände mit mehreren Zugangsmöglichkeiten auf die Maximalzahl zu begrenzen, selbst mit Kartenvorverkauf und Armbändern.

Schwerdtle: „Wir erwarten schließlich um die 2000 Gäste. Und abzüglich der helfenden Hände, ohne die ein solches Open Air nicht zu bewerkstelligen ist, sind die 500 Personen recht schnell erreicht. So viele kommen ja allein schon bei miesestem Regenwetter zu Rock am Stall.“

Der Verein ist sich der Verantwortung durchaus bewusst, die Gäste, Bands und Helfer vor diesem besonderen Virus zu schützen. Eine Veranstaltung, wie beispielsweise das Reitturnier vom RFZV Nussdorf an selber Stelle am vergangenen Wochenende, ist nicht mit dem Konzert zu vergleichen, sagen die Macher von Rock am Stall. Bei einem Turnier mit möglichst wenig oder keinen Zuschauern können definierte Teilnehmer sowie deren Begleitpersonen registriert sowie Zeitpläne zumindest als Rahmenbedingungen erstellt werden. Und trotzdem bleibt es ein großer Aufwand, die erarbeiteten Maßnahmen aus dem Hygienekonzept heraus kontrolliert einzuhalten. Die Organisatoren des Reitturniers sind teilweise auch Mitglieder bei Rock-am-Stall e.V., wodurch das Knowhow hierzu bereits vorhanden ist.

Bei einem Open Air Konzert wie Rock am Stall ist dies nicht eins zu eins umzusetzen. Zum einen kommen die meisten Gäste über die Abendkasse aufs Gelände. Zum anderen lebt die Veranstaltung vom Zusammenkommen, vom Leben vor der Bühne, vom Unterhalten und vom gemeinsamen Feiern. Schwerdtle: „Eine soziale Distanzierung wird zumindest im Laufe des Abends nicht mehr einzuhalten sein. Rock am Stall ist eher das Gegenteil von Social Distancing. Und das Abhalten der erwarteten großen Gästeanzahl über die Maximalzahl hinaus vor dem Betreten des Geländes wird nicht zu bewerkstelligen sein. Somit sind wir schweren Herzens zum Schluss gekommen, die Veranstaltung für 2020 abzusagen. Wir sind schließlich ein Verein und bei uns steht eher der Spaß im Vordergrund, was bei einem kommerziellen Veranstalter nicht zwingend der Fall sein wird. Die Enttäuschung sitzt bei uns, bei den Bands und der Technik sowie bei den eingefleischten Fans jedoch trotzdem tief.“

Und der Vereinssprecher weiter: „Es hat sich aber auch bereits gezeigt, dass wir mit der Absage nicht ganz falsch liegen. Wenn man bedenkt, dass sich auch namhafte nationale und internationale Künstler bei einem Autokonzert nicht an die einfachsten Abstandsregeln halten können und sich im Laufe der Zeit hautnah unter die anwesenden Fans mischen, wie kann dann unser Verein die Einhaltung der Hygieneregeln sicherstellen? Die Menschen wollen raus, viele wollen feiern, und es hat sich ja bekanntlich gezeigt, dass Feierlichkeiten mit steigendem Alkoholpegel an manchen Orten derzeit ausufern können, obwohl die Leute wissen, dass es besonderer Vorsicht bedarf. Auch Badeseen müssen zur Zeit gesperrt werden, da diese gerade überrannt werden. Der Virus ist eben immer noch in Aktion und kann nur durch besondere Einschränkungen in Schach gehalten werden, auch wenn sie schmerzlich nerven.“

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