Wirtschaft

Wo kann man die SpaceX-Aktie kaufen? - Was deutsche Anleger wissen sollten

SpaceX geht mit der größten Bewertung aller Zeiten an die Börse und deutsche Anleger können direkt beim IPO einsteigen. Doch hinter dem Hype stecken ungelöste Fragen. Wo man die Aktie kaufen kann und was man wissen sollte.

  • Am Freitag, dem 12. Juni 2026 steht der größte Börsengang in der Geschichte bevor. SpaceX mit einer Bewertung von 1,75 Billionen Dollar. So können deutsche Privatanleger einsteigen.Foto: Juan Alejandro Bernal / Shutterstock.com

    Am Freitag, dem 12. Juni 2026 steht der größte Börsengang in der Geschichte bevor. SpaceX mit einer Bewertung von 1,75 Billionen Dollar. So können deutsche Privatanleger einsteigen.Foto: Juan Alejandro Bernal / Shutterstock.com

An diesem Freitag, dem 12. Juni 2026 ist es soweit: SpaceX geht an die Börse und das in historischer Größenordnung. Mit einem angestrebten Emissionsvolumen von 75 Milliarden Dollar und einer Bewertung von 1,75 Billionen Dollar wird es der größte Börsengang aller Zeiten. Auch Privatanleger in Deutschland können direkt zum Ausgabepreis einsteigen. Doch wo genau kann man die SpaceX-Aktien kaufen und worauf sollten man achten?

SpaceX-Aktien vor dem Börsengang zeichnen - Das ist möglich

Ein entscheidender Unterschied dieses IPOs: SpaceX reserviert bis zu 30 Prozent der Aktien speziell für Kleinanleger. Deutlich mehr als bei vergleichbaren Börsengängen üblich. Das ermöglicht deutschen Privatanlegern, schon vor dem offiziellen Handelsstart zuzugreifen.

Wo man die SpaceX-Aktie kaufen kann.

Auch in Deutschland bieten mehrere Banken und Broker, wie zum Beispiel die Commerzbank, ING oder Trade Tepublic die sogenannte "Zeichnung" der SpaceX-Aktie zum IPO-Preis von 135 US-Dollar an. Das bedeutet, dass Anleger den Kaufwunsch bereits vor dem Handelsbeginn verbindlich anmelden können. Die Zeichnungsfrist endet am Donnerstag, 11. Juni 2026 um 18 Uhr. Danach kann die Aktie nur noch im regulären Börsenhandel gekauft werden

Nach dem Börsengang: So kaufen Sie SpaceX-Aktien im regulären Handel

Ab dem 12. Juni 2026 ist die SpaceX-Aktie, notiert unter dem Tickerkürzel SPCX an der Nasdaq, wie jede andere US-Aktie handelbar. Relevante Identifikatoren für Deutschland:

Sobald der Handel startet, kann die Aktie über jeden Broker mit US-Marktzugang gekauft werden. Der entscheidende Unterschied: Wer nicht zum Ausgabepreis zeichnet, kauft später zum Marktpreis. Das kann deutlich höher liegen oder im schlimmsten Fall auch darunter.

Was SpaceX wirklich wert ist - Die große Bewertungsfrage

Die angestrebte Bewertung von 1,75 Billionen Dollar ist bemerkenswert und umstritten. SpaceX wird damit zum 93-fachen seines Jahresumsatzes bewertet. Zum Vergleich: Apple, das wertvollste börsennotierte Unternehmen der Welt, notiert beim 7- bis 8-Fachen seines Umsatzes.

Das Analysehaus Morningstar hat die Bewertung durchgerechnet und kommt zu einem fairen Wert von nur etwa 780 Milliarden Dollar. Weniger als die Hälfte des IPO-Ziels. Laut Morningstar könnten sich nach dem Börsengang günstigere Einstiegspunkte ergeben.

Was das bedeutet: Wer SpaceX kauft, kauft vor allem eine Zukunftswette, nicht Gegenwart. Starlink ist tatsächlich profitabel und wächst stark. Aber Starship, orbitale Rechenzentren und der Mars, das sind Versprechen, die sich erst noch beweisen müssen.

Die drei Geschäfte von SpaceX: Was trägt wirklich?

Um die Bewertung richtig einzuordnen, hilft ein Blick auf die SpaceX-Geschäfte:

Trotz dieser Profitabilitätsfragen: Der Gesamtkonzern schrieb 2025 einen Verlust von knapp 5 Milliarden Dollar.

Stimmrechte: Ein wichtiges Detail

Ein Punkt, der oft übersehen wird: SpaceX emittiert Aktien der Klasse A ohne Stimmrechte. Elon Musk hält Anteile mit überproportionalem Stimmgewicht und sichert sich damit 82 Prozent aller Stimmrechte, unabhängig davon, wie viele Privatanleger Anteile kaufen. Das bedeutet: Keine Hauptversammlung, kein Veto, kein Einfluss auf Entscheidungen. Man kauft die wirtschaftliche Beteiligung, nicht die Mitsprache. Ähnliche Strukturen gibt es bei Alphabet, Meta und Snap. Sie haben trotzdem Wert geschaffen. Aber es ist ein struktureller Unterschied zu klassischen Aktieninvestments, der in die Entscheidung gehört.

IndexaufnahmeProfit – Automatische Nachfrage nach dem IPO

Ein struktureller Mechanismus könnte nach dem Börsengang zusätzliche Kursstützung bringen: Nasdaq und FTSE Russell haben ihre regulären Wartefristen für SpaceX deutlich gekürzt. Die Aktie soll bereits innerhalb von 5 bis 15 Handelstagen in wichtige Indizes aufgenommen werden. Das hat massive Implikationen: Alle ETFs und Indexfonds, die diese Indizes abbilden, müssen dann SpaceX kaufen, unabhängig davon, wie Ihre Anleger das bewerten. Das betrifft Millionen von Privatanlegern weltweit, die einen MSCI World ETF oder Nasdaq-100-ETF halten.

Ausnahme: Der S&P Dow Jones hält an der regulären 12-Monats-Wartefrist fest. In den S&P 500 kommt SpaceX frühestens Mitte 2027. Diese erzwungenen Käufe durch Indexfonds schaffen Nachfrage, die nichts mit fundamentalen Bewertungen zu tun hat. Manche sprechen bereits von einer „Lex SpaceX" – einer Sonderbehandlung, die anderen Unternehmen nicht erhalten.

Fazit: Historisch eine Chance, aber mit Vorbehalten

Der SpaceX-Börsengang ist tatsächlich historisch. Nicht nur wegen der Bewertung, sondern weil deutsche Kleinanleger zum ersten Mal so direkten Zugang zu einem IPO dieser Größenordnung bekommen. Das ist grundsätzlich positiv für die Marktzugang. Ob SpaceX selbst ein gutes Investment ist, hängt von Risikoprofil, Anlagehorizont und der Überzeugung der Anleger ab, dass Musks ambitionierte Pläne aufgehen. Starlink funktioniert und wächst. Das ist real. Der Rest ist Zukunftsmusik. Eines sollte klar sein: Eine Bewertung von 1,75 Billionen Dollar ist ein Vorschuss auf Versprechen, nicht auf bewiesene Profitabilität.

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