Baden-Württemberg

Mädchenbande wütete im Sommer – Tennies nun vor Gericht

Eine Mädchenbande – bestehend aus Kindern und Teenagern zwischen 13 und 15 Jahren – soll für mehrere Straftaten in Heilbronn verantwortlich sein. Drei Mädchen müssen sich am Donnerstag vor Gericht verantworten.

  • In Heilbronn sorgte eine Mädchenbande im Sommer für Aufsehen. Die Polizei ermittelte (Symbolbild).Foto: image/Daniel Kubirski

    In Heilbronn sorgte eine Mädchenbande im Sommer für Aufsehen. Die Polizei ermittelte (Symbolbild).Foto: image/Daniel Kubirski

Gefährliche Körperverletzung, Randale an einer Bushaltestelle, ein zerkratztes Auto, Beleidigung, Schwarzfahren und andere Straftaten sollen auf das Konto einer Mädchenbande in Heilbronn gehen. Laut Angaben der Polizei soll es sich insgesamt um 30 Mädchen handeln, die im Sommer entsprechend auffällig wurden.

Drei von ihnen, eine von ihnen soll zum Tatzeitpunkt 15 Jahre gewesen sein, zwei andere sogar erst 14 Jahre alt, müssen sich am Donnerstag vor dem Amtsgericht Heilbronn verantworten. In Anbetracht ihres jungen Alters findet die Verhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Laut Angaben des Gerichts saß eines der Mädchen zuletzt in Untersuchungshaft, eine von ihnen kam mit einem Unterbringungsbefehl in ein psychiatrisches Krankenhaus, die dritte Angeklagte befindet sich auf freiem Fuß. Die anderen Kinder, die laut Medienberichten und Polizeiangaben beteiligt gewesen sein sollen, werden rechtlich nicht verfolgt.

Haben die Behörden keine Handhabe?

Sind die Behörden gegenüber Täterinnen und Tätern unter 14 Jahren völlig handlungsunfähig? Wohl auch in Anbetracht des jungen Alters der Mädchen gibt sich das zuständige Jugendamt in Heilbronn zurückhaltend. Über eine Pressesprecherin heißt es, dass die Ermittlungen der Polizei zu Taten schuldunfähiger Kinder dem Amt regelmäßig durch die Polizei mitgeteilt würden. „Der Gesetzgeber geht aus pädagogischer Sicht davon aus, dass Kinder keine ausreichende Einsichtsfähigkeit in ihr juristisch als Fehlverhalten einzustufendes Verhalten haben“, erklärt das Jugendamt. Grundsätzlich biete das Amt betroffenen Kindern und Eltern Unterstützung an. Ziel sei es, dass weitere Straftaten vermieden werden.

Die Anzahl von Kindern, die gegenüber der Polizei auffällig wird, stieg in den vergangenen Jahren, wie der Sicherheitsbericht des Innenministeriums von Baden-Württemberg nahelegte. Im Jahr 2013 wurden noch rund 7 700 Taten aus dieser Tätergruppe unter 14 Jahren registriert, im Jahr 2022 waren es bereits über 10 000 Fälle.

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