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Weltweit 3500 Tote durch Hepatitis – täglich

Weltweit werden laut Weltgesundheitsorganisation WHO viel zu wenige Hepatitis-Erkrankungen diagnostiziert und behandelt. Deshalb sei die Zahl der Menschen, die an viraler Hepatitis starben, von 1,1 Millionen im Jahr 2019 auf 1,3 Millionen im Jahr 2022 angestiegen.

  • Hepatitis-Vakzine sind in einem medizinischen Labor aufgereiht.Foto: Imago/Pond5 Images

    Hepatitis-Vakzine sind in einem medizinischen Labor aufgereiht.Foto: Imago/Pond5 Images

Trotz Schutz- und Behandlungsmöglichkeiten verursacht das Hepatitis-Virus laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit immer noch 3500 Todesfälle pro Tag. Es gebe sogar „alarmierende Tendenzen“, dass die Zahl der Todesopfer weiter zunehme, sagte die Leiterin der WHO-Abteilung für HIV, Hepatitis und sexuell übertragbare Krankheiten, Meg Doherty, am Dienstag (9. April) in Genf bei der Vorstellung eines Berichts anlässlich des Welt-Hepatitis-Gipfels, der bis Donnerstag (11. April) in Lissabon stattfindet.

1,3 Millionen Hepatitis- Tote 2022

Es gibt fünf verschiedene Arten von Hepatitis, die durch unterschiedliche Viren verursacht werden – von A bis E. Gefährlich sind vor allem Hepatitis B und C, die zu den Hauptursachen von Leberzirrhose und Leberkrebs zählen und auf die sich der WHO-Bericht hauptsächlich bezieht.

Dem WHO-Bericht zufolge stieg die Opferzahl in den 187 untersuchten Ländern von 1,1 Millionen im Jahr 2019 auf 1,3 Millionen Tote 2022. Nun seien „schnelle Maßnahmen“ zur Umkehr dieser Tendenz wie ein besserer Zugang zu Tests und Medikamenten nötig.

Hepatitis B und C: Übertragung durch das Blut

Übertragen werden die viralen Hepatitis-A- und -E-Erreger teils durch verunreinigte Lebensmittel oder verschmutztes Wasser (A und E). Hepatitis B und C werden über das Blut, also etwa bei Geschlechtsverkehr oder Drogenkonsum, übertragen und können chronisch werden. Von den im Schnitt 3500 Hepatits-Todesfällen pro Tag gehen dem WHO-Bericht zufolge 83 Prozent auf Hepatits B zurück und die übrigen 17 Prozent auf Hepatitis C.

Laut aktualisierter Schätzungen der WHO lebten 2022 weltweit 254 Millionen Menschen, die mit Hepatitis B infiziert sind, und 50 Millionen weitere mit Hepatitis C.

Nur bei 13 Prozent aller Menschen mit chronischer Hepatitis B war die Erkrankung Ende 2022 diagnostiziert, und nur 3 Prozent hatten Zugang zu einer antiviralen Therapie. Bei Hepatitis C war demnach etwa ein Drittel der Fälle diagnostiziert, etwa ein Fünftel der Betroffenen waren in Behandlung.

Was löst Hepatitis aus?

Als Hepatitis bezeichnet man eine Entzündung des Lebergewebes. Sie kann infektiös, toxisch, immunologisch oder durch andere Erkrankungen bedingt sein. Die klassische Hepatitis wird durch Viren ausgelöst (Virushepatitis):

Wirksame Medikamente gegen Infektionen

Viele Länder würden Hepatitis-Medikamente noch immer zu teuer einkaufen, obwohl günstigere Generika am Markt seien, kritisierte die WHO. Außerdem würden Tests und Therapien vielerorts nicht vom Staat finanziert, sondern seien von den Patienten zu bezahlen.

Doherty betonte, damit sei die internationale Gemeinschaft weit entfernt von ihrem Ziel, bis 2030 mindestens 80 Prozent der Patienten mit einer chronischen Hepatitis-B- oder Hepatitis-C-Erkrankung zu behandeln.

Asiatische Länder besonders betroffen

Zwei Drittel aller Hepatitis-Fälle entfallen laut WHO-Report auf die asiatischen Länder China, Bangladesch, Pakistan, Indien, Indonesien, Vietnam, Philippinen sowie Russland und die afrikanischen Staaten Äthiopien und Nigeria. „Universeller Zugang zu Prävention, Diagnose und Behandlung in diesen zehn Ländern bis 2025 zusammen mit intensivierten Bemühungen in der Region Afrika sind wesentlich, um die weltweite Reaktion auf Kurs zu bringen“, mahnt die WHO.

Auf Afrika entfallen 63 Prozent der Neuinfektionen mit Hepatitis B. Trotzdem würden auf dem Kontinent nur 18 Prozent der Neugeborenen gegen die Erkrankung geimpft. Die WHO kritisiert in ihrem Bericht außerdem, dass stark betroffene Länder nicht ausreichend Zugang zu preiswerten Generika gegen Hepatitis hätten und oft mehr zahlten, als sie müssten.

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