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Erste Anhörung zu Ufos seit Jahrzehnten im US-Kongress

Im Juli vergangenen Jahres hatte das US-Pentagon seinen lang erwarteten Ufo-Bericht veröffentlicht. An diesem Dienstag steht das Thema wieder auf der Tagesordnung: Im US-Kongress wird es eine Anhörung über unbekannte Flugobjekte geben – ganz ohne Außerirdische.

  • Vier in Formation fliegende „Objekte“ über der Stadt Salem im US-Bundesstaat Massachusetts wurden von einem Kameramann der amerikanischen Küstenwache am 16. Juli 1952 um 9 Uhr 35 vormittags beobachtet.Foto: DB/UPI/dpa

    Vier in Formation fliegende „Objekte“ über der Stadt Salem im US-Bundesstaat Massachusetts wurden von einem Kameramann der amerikanischen Küstenwache am 16. Juli 1952 um 9 Uhr 35 vormittags beobachtet.Foto: DB/UPI/dpa

Der US-Kongress wird sich am Dienstag mit unidentifizierten Flugobjekten (Ufos) beschäftigen. Erstmals seit Jahrzehnten soll es ab 16 Uhr (MESZ) eine Anhörung vor dem Unterausschuss für Terrorismusbekämpfung, Spionageabwehr und Rüstungskontrolle zu dem Thema geben.

Medienberichten nach sollen hohe Beamte des Verteidigungsministeriums Rede und Antwort stehen. Auf einen öffentlichen Teil wird eine nicht-öffentliche Anhörung folgen.

Der Kongress habe seit mehr als 50 Jahren keine öffentliche Anhörung zu Ufos mehr abgehalten, erklärte der demokratische Ausschussvorsitzende André Carson. „Die Amerikaner müssen mehr über diese unerklärlichen Vorkommnisse wissen.“

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Im vergangenen Jahr hatten Regierungsbeamte der „Unidentified Aerial Phenomena Task Force“ dem Kongress eine freigegebene Version eines höchst geheimen Berichts zu dem Thema vorgelegt. Es handelte sich um ein Papier des Verteidigungsministeriums in Zusammenarbeit mit Geheimdiensten.

Hier kommen Sie zu dem kompletten Bericht (auf englisch) der Taskforce des US-Pentagons.

Die Arbeitsgruppe war mit dem Ziel gegründet worden, „ungeklärte Phänomene in der Luft, die möglicherweise eine Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA darstellen könnten, zu entdecken, zu analysieren und zu katalogisieren“, hieß es damals vom Verteidigungsministerium. Hintergrund waren auffällige Erscheinungen, die unter anderem Piloten der US-Marine in den vergangenen 20 Jahren beobachtet haben wollen.

Nach Angaben des National UFO Reporting Center (Nuforc) in Davenport (US-Bundesstaat Washington) wurden 2020 insgesamt 7267 Ufos gesichtet. Die meisten Meldungen stammen von Privatpersonen, für die es keinerlei Beweise gibt. 2014 wurden laut Nuforc weltweit 8696 Flugobjekte von angeblichen Außerirdischen aufgezeichnet. 1990 waren nur 319.

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Das US-Verteidigungsministerium forscht schon seit Jahrzehnten im Geheimen über unbekannte Flugobjekte, oder unidentifizierte Luftraum-Phänomene UAP (Unidentified Aerial Phenomena), wie es das Pentagon nennt.

Im Dezember 2017 bestätigte das Pentagon die Existenz eines Verteidigungsprogramms zur Erfassung von Daten über militärische UFO- Sichtungen. „Unidentified Aerial Phenomena Task Force“ ( UAPTF) ist ein Programm des „United States Office of Naval Intelligence“, mit dem die Erfassung und Berichterstattung von Sichtungen ungeklärter Luftfahrzeuge „standardisiert“ wird.

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