Panorama

70 Tage ohne Kate – und manche wittern schon eine Verschwörung

Bis Ostern wird Prinzessin Kate sich noch von einer Bauch-OP erholen. Aber das Netz ist ungeduldig, Verschwörungstheorien schießen ins Kraut. Wie soll der Palast damit umgehen?

  • Die britische Öffentlichkeit will wissen: Wie geht es Prinzessin Kate?Foto: AFP/CHRIS JACKSON

    Die britische Öffentlichkeit will wissen: Wie geht es Prinzessin Kate?Foto: AFP/CHRIS JACKSON

70 Tage ohne Kate – so lange ist es her, dass man die Prinzessin von Wales zuletzt öffentlich sah. Und langsam wird der britische Boulevard nervös. Denn die Prinzessin von Wales ist ein Garant für schöne Schlagzeilen: Was sie macht. Was sie trägt. Auf welche Schule ihre Kinder künftig gehen. Alles ist für Royal-Fans von größtem Interesse. Die anderen „working Royals“, Prinzessin Anne oder Prinz Andrew, verströmen nicht annähernd so viel Glamour wie die 42-jährige Ehefrau von Prinz William.

Bereits Mitte Januar, als der Palast mitteilte, dass Prinzessin Kate sich einer Bauch-OP unterziehen musste, baute das britische Königshaus vor: Kate werde höchstwahrscheinlich erst nach Ostern wieder Termine wahrnehmen können. „Der Kensington Palace wird nur dann über die Fortschritte Ihrer Königlichen Hoheit berichten, wenn wichtige neue Informationen vorliegen“, hieß es damals. Und so hält man es nun auch. Ende Januar teilte das Büro des Kronprinzenpaares noch mit, dass Kate das Krankenhaus verlassen habe und sich zu Hause im Adelaide Cottage in Windsor weiter von dem Eingriff erhole.

Die britischen Medien respektieren die Bitte der Wales nach Privatsphäre, aber in den sozialen Medien köcheln die Gerüchte indes über. Die völlig unbegründete Behauptung einer spanischen Journalistin, Kate habe im Koma gelegen, machte dort munter die Runde. Als Prinz William am vergangenen Dienstag kurzfristig „aus persönlichen Gründen“ eine wichtige royale Veranstaltung absagte, tobten die absurdesten Verschwörungstheorien so ungebremst durchs Netz, dass sich der Kensington Palace dazu genötigt sah, erneut mitzuteilen: Die Prinzessin erhole sich, es gehe ihr gut. Man habe doch gesagt, dass man sich im Falle des Falls schon melden werde.

Die Erklärung „reicht nicht aus, um die moderne Neugier zu befriedigen“, bedauerte der „Telegraph“ und kritisierte, die Royals-Beobachtung im Internet habe „ein neues Maß an Wahnsinn erreicht“. Von einer „Krisenwoche“ schrieb die „Sun“. Selbst die BBC sprach von „einem königlichen Dilemma, da die öffentliche Neugier auf Kates Gesundheitszustand zunimmt“.

Noch dazu, weil Prinzessin Kate nicht die einzige Kranke in der Königsfamilie ist: König Charles III. muss sich wegen einer Krebserkrankung behandeln lassen und kann zur Zeit auch keine Termine wahrnehmen. Er versucht jedoch, das mit anderen Formaten zu kompensieren: So postete der Buckingham Palast ein Video, das den Monarchen dabei zeigt, wie er Genesungspost liest oder veröffentlichte ein Foto von einer der wöchentlichen Audienzen mit Premierminister Rishi Sunak. Zum Commonwealth Day, einem wichtigen Termin im royalen Kalender, will Charles eine Videobotschaft senden. Ganz nach dem Motto seiner Mutter, der verstorbenen Queen Elizabeth II.: „I have to be seen to be believed“ („Ich muss gesehen werden, damit man an mich glaubt“).

Könnte Prinzessin Kate nicht ähnliche kleine Lebenszeichen senden? Muss sie nicht, lautet die bisher einhellige Meinung in den Kommentarspalten. Schließlich ist sie „nur“ die Prinzessin von Wales, Charles das Staatsoberhaupt.

Der britischen „Yellow Press“ geht ohne Kate indes langsam der Stoff aus: Die „Daily Mail“ zum Beispiel schaut für Abhilfe sogar ins Ausland – und berichtete in der vergangenen Woche auffallend viel über den blauen Nagellack von Dänemarks Königin Mary.

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