Weltmeisterschaft der Volleyball-Senioren

Erstellt: 27. Oktober 2007
Weltmeisterschaft der Volleyball-Senioren Maria Bontrup (hinten rechts) im Kreise ihrer Nationalmannschaftskolleginnen. Foto: p

St. George/Enzweihingen (vkz) – Die deutschen Volleyball-Seniorinnen  mit der früheren Nationalspielerin Maria Bontrup (geb. Leister) aus Enzweihingen sorgten beim Weltcup in den USA für Furore: Um ein Haar wären die Deutschen als Weltmeisterinnen zurückgekehrt.
 Die deutsche Mannschaft schlug sich ex- zellent, verlor in der Vorrunde kein ein- ziges Spiel  gegen die anderen Nationalmannschaften aus Russland, USA, Kanada, Brasilien und China. Der komplizierte Modus wollte es allerdings, dass in der Hauptrunde nach einem doppelten K.o.-System weitergespielt wurde. Und hier brachten die favorisierten US-Amerikanerinnen im zweiten Aufeinandertreffen den Deutschen trotz einer Führung die erste Niederlage bei. Damit mussten die Deutschen zunächst die Verliererrunde durchlaufen, um noch weiterzukommen.
 Nach einem klaren Sieg gegen China und einem im Entscheidungssatz errungenen Erfolg gegen Brasilien trafen die deutschen Damen im Halbfinale erneut auf die USA und konnten sich dabei revanchieren. Für die Deutschen war’s ein hart erkämpfter Sieg, denn die amerikanischen Damen hatten bereits drei Matchbälle, bevor sie noch mit 28:26 in den Entscheidungssatz gezwungen werden konnten.
Diese Partie hatte die Deutschen allerdings viel Kraft gekostet. Den Russinnen hingegen war anzumerken, dass sie am Endspieltag zwei Spiele weniger in den Knochen hatten. Gleichwohl geriet das Endspiel zu einem Vergleich auf Augenhöhe. „Ein phantastisches Spiel“, schwärmten die deutschen Seniorinnen hinterher. „Wir bekamen Standing Ovations von den Rängen.“
Russland gewann den ersten Satz (21:25), Deutschland gewann den zweiten (26:24) und dritten (30:28) Durchgang, die Russinnen konnten den vierten Satz nach einem Matchball für die Deutschen doch noch mit 28:26 für sich entscheiden. Nach diesen Sätzen mit Verlängerung  musste ein Tiebreak entscheiden. Und hier reichten dem deutschen Team die Kräfte nicht mehr. Mit 15:5 im fünften Satz wurde das russische Team Volleyball-Weltmeister in der Altersklasse Ü 50.
Maria Bontrup hat früher bei der TG Rüsselsheim mit dem Volleyball angefangen und ist in dieser Zeit 97-mal in der Nationalmannschaft eingesetzt worden. Bontrup: „Aus beruflichen Gründen habe ich während der Referendarzeit mein Engagement in der Nationalmannschaft  beendet.“ Danach erhielt sie eine Stelle in Baden-Württemberg und hat noch einige Jahre beim TuS Stuttgart in der Bundesliga gespielt. Ab dem Volleyball-Seniorenalter (32 Jahre) hat Bontrup dann fast in jedem Jahr mit ihrer alten Rüsselsheimer Mannschaft an den deutschen Seniorinnen-Meisterschaften teilgenommen und regelmäßig um die vorderen Plätze mitgespielt.
Für den erstmalig ausgetragenen GlobalCup in St. George (Utah) wurde eine Nationalmannschaft zusammengestellt, die komplett aus ehemaligen Bundesliga- und Nationalspielerinnen bestand. Bontrup: „Besonders spannend war dabei, dass auch frühere Gegnerinnen – nämlich Nationalspielerinnen der ehemaligen DDR und BRD – jetzt gemeinsam in einem Team spielten.“ Der Teamgeist in der deutschen Mannschaft sei hervorragend gewesen, es habe keine großen Abstimmungsprobleme gegeben. Neben dem rein sportlichen Programm blieb den Damen dabei sogar noch genügend Zeit, um sich viele interessante Dinge aus früheren Zeiten zu erzählen.

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