Solombrinos Traum: ein Start in Le Mans

Erstellt: 12. April 2014
Solombrinos Traum: ein Start in Le Mans Der TMG GT86 CS-V3: „Der Motor und das Getriebe sind verplombt. Der TMG-Cup ist so ziemlich die letzte Rennserie, in der es wirklich auf den Fahrer ankommt“, sagt Domenico Solombrino. Foto: privat

Nürburg/Enzweihingen (nac). Michael Schumacher, Sebastian Vettel oder Nico Rosberg – sie haben den Weg in den Formel-Sport gewählt und sind nun die Stars in der Königsklasse, der Formel 1. „Formel ist gar nichts für mich“, sagt dagegen Domenico Solombrino. „Ich war immer ein GT-Sportler.“ In diesem Jahr fährt der 26-Jährige sein zweites Jahr als Profi im TMG-GT86-Cup.

„Autos waren schon immer Domenico Solombrinos Leidenschaft. „Von klein auf habe ich etwas mit Autos zu tun gehabt“, berichtet der in Enzweihingen aufgewachsene 26-Jährige. Seine Laufbahn zum professionellen Rennfahrer war aber nicht die typische. Kart, dann eine Formel-Nachwuchsserie, wie sie die Stars der Szene wie beispielsweise Michael Schumacher oder Sebastian Vettel durchlaufen haben – bei Solombrino lief es anders. Der 26-Jährige kam nach seiner Kartzeit eher durch Zufall hinter das Steuer eines Rennwagens. „Ich bin in die Mini-Challenge, den Markencup von Mini, hineingerutscht“, erklärt Solombrino. „Ich hatte Bekannte, die in dieser Serie ein Team unterhielten. Denen ist kurzfristig ein Fahrer abgesprungen. Das Cockpit bekam ich. Und bei meinem Debüt bin ich gleich auf Platz fünf von 26 Fahrern abgewunken worden. Die Saison bin ich dann zu Ende gefahren.“

Sein Einstieg in den Rennsport. In der Zwischenzeit hat sich Solombrino etabliert. In diesem Jahr fährt er seine zweite Saison im TMG-GT86-Cup, einer Langstreckenserie auf der Nordschleife und einem Teil der Grand-Prix-Strecke des Nürburgrings auf baugleichen Toyota-Rennwagen. „Der Motor und das Getriebe sind bei allen Fahrzeugen verplombt. Man kann nichts am Auto machen außer an der Fahrwerkseinstellung“, berichtet der 26-Jährige. „Es ist also so ziemlich die letzte Serie, in der es wirklich auf den Fahrer ankommt. Das macht auch den Reiz dieser Serie aus.“ Pro Rennen starten aber nicht nur die zehn Fahrzeuge des TMG-GT86-Cups, sondern rund 200 Autos in 25 bis 30 verschiedenen Rennserien.

Jedes Fahrzeug wird von einem Team von bis zu vier Fahrern pilotiert. Solombrino teilt sich das Cockpit im Auto von Neueinsteiger Mothes Grand Prix (GP) mit Patrick Mothes und Daniel Weckop. „Vorher wird abgestimmt, welcher Fahrer welchen Stint, also welchen Abschnitt“, absolviert. Da ich mit Abstand der erfahrenste Fahrer in unserem Team bin, sitze ich normalerweise beim Start im Auto. Denn das ist nicht so einfach, da sich das Feld in den ersten Kurven erst noch sortieren muss. Da kann es schon vorkommen, dass es zu dem einen oder anderen Gerangel kommt oder dass sich jemand mal an einem anderen Auto anlehnt“, berichtet der 26-Jährige.

Beim ersten Rennen der Serie sind die Neueinsteiger von Mothes GP direkt auf den fünften Platz gefahren. „Am Anfang hatten wir etwas Probleme. Alle drei Fahrer kannten das Auto nicht. Noch in der Qualifikation haben wir am Fahrzeug-Set-up gearbeitet“, erzählt Solombrino. „Ich bin dann als Achter gestartet und bis auf Platz sechs vorgefahren. Im zweiten Stint hatten wir viele gelbe Flaggen, so dass wir keine Verbesserung erreicht haben. Und im dritten Stint hatte Patrick Mothes zwar auf der Steilstrecke, einer Rechtskurve vor dem Karussell, einen kleinen Ausrutscher in einen Reifenstapel, weil das ABS versagt hat und er zu spät auf der Bremse war. Wir haben aber das Auto beim letzten Stopp zusammengetapt. Und Patrick hat sich dann sogar noch einen geschnappt.“ Der Erfolg beim ersten Rennen macht Lust auf mehr. „Wir fahren voll auf Angriff und wollen den Meistertitel in unserer Klasse“, sagt der 26-Jährige.

Einen Traum hat Solombrino auch: Er will mit dem Rennenfahren weiter Geld verdienen. „Vielleicht reicht es irgendwann in ein Werksteam“, sagt er. „Und mein absoluter Obertraum ist es, in Le Mans zu starten.“ Nicht unbedingt in einem Sport-Prototyp. „Ich würde nicht nein sagen, wenn ich in einen Le-Mans-Prototypen gesetzt würde“, berichtet Solombrino. Aber der 26-Jährige ist und bleibt ein GT-Fahrer. Die seriennahen Sport- und Supersportwagen sind seine Welt.

HINTERGRUND

Gran-Turismo-Rennserien

In GT-Rennserien – GT steht für Gran Turismo – treten seriennahe Supersportwagen und Sportwagen gegeneinander an. In der Regel werden in GT-Rennserien Langstreckenrennen gefahren. Das bekannteste Langstreckenrennen, in dem mit GT-Rennwagen, aber auch mit Sport-Prototypen gefahren wird, sind die 24 Stunden von Le Mans. Domenico Solombrino fährt im Markenpokal der Toyota Motorsport GmbH (TMG), dem TMG-GT86-Cup. In ihm treten zehn technisch optimierte TMG-GT86-CS-V3-Rennfahrzeuge gegeneinander an. Die Breitensport-Rennserie ist Bestandteil der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN). Die Rennen dauern vier oder sechs Stunden und finden auf der Nordschleife und der Sprintstrecke des Grand-Prix-Kurses statt. Pro Runde müssen 24,433 Kilometer zurückgelegt werden. Langweilig? Nicht im geringsten. „Der Nürburgring ist so schwierig zu fahren. Da gibt es blinde Kurven. Das Fahrzeug hebt mindestens dreimal ab. Und ich hatte ein Rennen, bei dem ich in einer Runde alle vier Jahreszeiten erlebt habe – Sonne, Regen und Hagel und Schnee“, berichtet Domenico Solombrino, Fahrer im TMG-GT86-Cup. (red/nac)

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