Mixed-45-Mannschaft aus Enzweihingen gewinnt DM

Erstellt: 16. Mai 2012
Mixed-45-Mannschaft aus Enzweihingen gewinnt DM Das Spiel mit den bunten Indiacas ist Spezialität der Sportler aus Enzweihingen. Bei den Senioren reichte es zum nationalen Titel. Foto: Archiv/Küppers

Enzweihingen/Wattenscheid (rkü). Mit dem Indiaca macht den Enzweihingern so schnell keiner etwas vor. Erst kürzlich zeigten die Jugendlichen des TSV, dass sie zur bundesdeutschen Spitze gehören. Jetzt haben die Senioren bei der DM sogar den Titel nach Enzweihingen geholt. Der Vorjahreszweite besiegte im Mixed-45-Finale den amtierenden Deutschen Meister TVK Wattenscheid mit 2:0.

„Das Finale war eindeutiger als im vergangenen Jahr“, berichtet Inge Zimmermann, Stellerin bei der Enzweihinger Mannschaft. Im Wattenscheider Sportzentrum standen sich am Sonntag die gleichen Mannschaften im Endspiel gegenüber wie ein Jahr zuvor bei der Senioren-DM in Norden. Der TSV Enzweihingen spielte sicher, und das nicht nur ein paar Bälle lang, sondern dauerhaft. „Und wir hatten die lauteren Fans“, ergänzt Inge Zimmermann. Immerhin war der TSV mit vier Mannschaften zu den nationalen Titelkämpfen nach Bochum gefahren. „Selbst ich habe am Netz erfolgreich geblockt“, sagt die Stellerin, die sich von der allgemeinen Euphorie ihrer Mannschaft anstecken ließ.

„Keiner hat sich hängen lassen oder ein langes Gesicht gezogen, wir hatten eine positive Stimmung. Und wenn mal ein, zwei Bälle verlorgen gegangen sind, haben wir es aber gleich wieder gepackt.“ Bei anderen Turnieren waren die Enzweihinger eher dafür bekannt, dass sie in entscheidenden Phasen schon mal einen Durchhänger hatten, der sie um den Lohn ihrer Mühen brachte. Davon war dieses Mal nichts zu sehen. „Wir hatten die besseren Angriffe, waren sicher in der Spielweise und haben fast keine Fehler gemacht“, freut sich Inge Zimmermann. Der 2:0-Sieg gegen Wattenscheid bedeutete die Wachablösung an der deutschen Spitzenposition.

Der Weg zum Turniersieg und damit zur Meisterschaft war kraftraubend. Inge Zimmermann: „Wir haben konditionell gut durchgehalten. Aber vor allem gegen vermeintlich schwächere Gegner kann einem das Spiel unglaublich lang vorkommen.“ Bloß nicht nachlassen und damit die gegnerische Mannschaft aufbauen, hieß die Devise. „Wenn die ins Spiel kommen und sogar anfangen zu jubeln, ist es zu spät“, weiß die Enzweihingerin. „Also haben von Anfang an wir gespielt und uns angefeuert.“ Dafür waren die Enzweihinger Mannschaften schnell bekannt. „Wir hatten ein paar Gegner, die hat man überhaupt nicht gehört“, berichtet Inge Zimmermann. „Das konnte über uns niemand sagen. Im Halbfinale hatten die Darmstädter schon allein darum großen Respekt vor uns. Gesehen hatten wir uns vorher noch nie.“ Aber offenbar gehört. Enzweihingen gewann das erste Aufeinandertreffen mit 2:0. Die Mannschaft von Orplid Darmstadt hatte erst in diesem Jahr die Altersklasse von Mixed 35 auf Mixed 45 gewechselt.

Schon in der Vorrunde war der TSV Enzweihingen eine Klasse für sich. In vier Spielen gab die Mannschaft keinen Satz ab. Für den TSV spielten neben Inge Zimmermann und Maria Bontrup, die als weiblicher Teil des Mixed-Teams durchspielten, immer drei Männer. Dies waren abwechselnd Uli Reichert, Martin Krauß, Eberhard Enz, Steffen Rühling und Jürgen Zimmermann.
Deutscher Vizemeister wurde der TSV Enzweihingen bei den Frauen 35. Sie hatten ihren Wettbewerb schon am Samstag. Da reichte es nicht ganz, den Nimbus zu erlangen, der die Mixed-Mannschaft am Sonntag umgab – als lautstark angefeuertes Team in jedem Fall als Favorit ins Rennen zu gehen und dies auch durch entsprechende Körpersprache zu unterstreichen. „Grün Weiß Hausdülmen ist unser Angstgegner“, berichtet Inge Zimmermann. „Wenn wir das Grün sehen, dann zittern wir schon. Das ist eine Kopfsache.“ Und obwohl der Vorjahresdritte Enzweihingen den Vorjahreszweiten Pfaffenhofen gerade eben mit 2:1 bezwungen hatte, reichte es gegen Hausdülmen wieder nicht zum Sieg. Der TSV musste sich mit 0:2 bescheiden, was zugleich Rang zwei bedeutete. Gegen Darmstadt hatte Enzweihingen auch in dieser Klasse unbedrängt mit 2:0 gewonnen.

Die Männer 45 mussten sich mit dem fünften Platz begnügen. Vor einem Jahr noch Zweiter, fanden sie dieses Mal in dem mit neun Mannschaften stark besetzten Teilnehmerfeld starke Konkurrenz. „Bis bei denen die Körpersprache gestimmt hat, war der erste Satz schon verloren“, bedauert Inge Zimmermann. In der Gruppenphase bezogen die Enzweihinger zwei 0:2-Niederlagen gegen den TV Ober-Ramstadt und gegen Indiaca Malterdingen. Der 2:0-Sieg gegen Wattenscheid reichte, dass Enzweihingen ins Spiel um Platz fünf einzog. Dort wurde der TV Willmar mit 1:0 geschlagen.

Das größte Teilnehmerfeld gab es beim Mixed 35. Platz sieben für den TSV Enzweihingen war angesichts der Leistung etwas enttäuschend. „Wir haben in der Vorrunde ganz knapp und unglücklich den Einzug ins Halbfinale verpasst“, ärgert sich Inge Zimmermann. „Aber die Vordersten haben wirklich ein sportlich ganz hochklassiges Niveau.“ Wer in dieser Konkurrenz nur einen Moment unaufmerksam ist, wessen Block nicht sauber steht oder wer beim Angriff nicht den größtmöglichen Druck entfaltet, bekommt das sofort zu spüren. „Da ist es auch wichtig, Punkte zu machen, die nicht schön sind“, erklärt Inge Zimmerman. „Manche unserer Spieler wollen aber nicht nur erfolgreich, sondern auch schön spielen.“ Enzweihingen verlor im Mixed 35 nur ein Spiel – in der Vorrunde gegen Malterdingen, das sich am Ende des Turniers den Titel sicherte. Siege gegen den TV Norden und den TuS Seelbach sowie Unentschieden gegen Ausrichter Eppendorf und Hausdülmen vervollständigten die Gruppenphase. Nachdem das Halbfinale knapp verpasst war, holte sich der TSV Enzweihingen gegen den ATV Haltern noch einen 2:0-Sieg im Platzierungsspiel, was immerhin Rang sieben bedeutete.

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