Es wird um jeden Zentimeter gekämpft

Erstellt: 13. Mai 2013
Es wird um jeden Zentimeter gekämpft Die vier Sieger der Hauptläufe: Ralf Reidenbach (Forum Gesundheit Sersheim) und Nicole Benning (EK Schwaikheim) triumphierten auf der Halbmarathondistanz. Sandra Weiler (Team Evaldo Mühlacker) und Jörg Walter (EK Schwaikheim) (von links) sicherten sich den Sieg über zehn Kilometer. Fotos: Nachreiner

Ensingen (nac). Mit einem Herzschlagfinale hat der 7. Ensinger Laufcup auf beiden Hauptlauf-Distanzen geendet. Im Halbmarathon fing Ralf Reidenbach Florian Lechermann gerade einmal 1000 Meter vor dem Ziel ab und sicherte sich den vierten Sieg in Folge. Auf der Zehn-Kilometer-Distanz kämpften Sven Kratochwil und Fabian Pfitz bis zum letzten Meter um Platz zwei.

So spannend war es bei einem Volkslauf in der Region schon lange nicht mehr. Und Seriensieger Ralf Reidenbach (Forum Gesundheit Sersheim) stapelte schon vor dem Start über den Halbmarathon tief. „Ich habe Florian Lechermann gesagt, dass er heute die Chance hat mich zu schlagen“, berichtet der Athlet. Dementsprechend forsch ging sein Konkurrent vom TSV Aurich auch die Strecke an. Schon nach rund sieben Kilometern hatte er sich einen komfortablen Vorsprung erlaufen. „Nach zwei Runden war Florian schon ein ganzes Stück weg. Da habe ich gedacht, das war’s“, erklärt Reidenbach. Doch Stück für Stück kämpfte er sich wieder an den Führenden heran. „Mitte der dritten Runde habe ich wieder dran geglaubt, dass ich ihn noch einholen kann. Bei Kilometer 19 war er dann nur noch zehn, 15 Meter vor mir. Da habe ich mir gesagt: Bis Kilometer 20 muss ich ihn geschnappt haben und dann auch schnell wegziehen“, berichtet Reidenbach. Lechermann wehrte sich zwar kurzzeitig, musste dann aber abreißen lassen. Im Ziel hatte Reidenbach 27 Sekunden Vorsprung auf seinen Konkurrenten und siegte in 1:23:05 Stunden vor Lechermann in 1:23:32 Stunden und Detlef Müller (TSV Nussdorf) in 1:23:56 Stunden. „Ralf hat sich das Rennen einfach besser eingeteilt. Da macht sich seine Erfahrung bemerkbar“, zollte Lechermann dem Sieger Respekt. „Wenn ich heute nur etwas fitter gewesen wäre…. Aber ich bin schon um 4.30 Uhr aufgestanden, weil ich noch arbeiten musste. Und am Ende war ich froh, dass ich überhaupt durchgelaufen bin. Ich habe bestimmt die nächsten vier bis fünf Tage Muskelkater. Das spüre ich jetzt schon.“

Bei den Frauen ging kein Weg an Nicole Benning (EK Schwaikheim) vorbei. „Sie läuft in einer eigenen Klasse“, zollte die Zweitplatzierte, Jenni Scholzen (Dorfmeisterins Gäste), der Kleinglattbacherin Respekt. Benning gewann die Frauenwertung in 1:32:11 Stunden vor Scholzen in 1:39:04 Stunden und Sabine Arnold (SV Horrheim) in 1:39:58 Stunden. In der Gesamtwertung belegten die drei Frauen die Plätze fünf, zwölf und 14. „Am Freitag habe ich eigentlich noch gesagt, ich bräuchte dringend einmal eine Laufpause, nachdem ich vor zwei Wochen einen Ultrawettbewerb absolviert habe“, berichtet Benning. „Doch es ist so nett hier. Es ist einfach schön, wenn man durch den Ortskern läuft und überall angefeuert wird. Dabei bin ich kein Fan von Volksläufen, in denen man mehrere Runden drehen muss.“ Dem pflichtete Scholzen bei: „Die Menschen am Straßenrand sind unschlagbar.“

Noch spannender als auf der Halbmarathondistanz war der Kampf um die Plätze über zehn Kilometer. Nicht so sehr bei Jörg Walter (EK Schwaikheim). Der Sieger hatte im Ziel in 37:39 Minuten genau 60 Sekunden Vorsprung auf die Konkurrenten. Aber dahinter entbrannte ein Kampf um jeden Zentimeter. Am Ende musste Fabian Pfitz (TSV Nussdorf) Sven Kratochwil (Team AR Sport Asperg) nur deshalb den Vortritt lassen, weil der Asperger Pfitz im Zielkanal den Weg abschnitt. Beide Sportler liefen nach 38:39 Minuten über die Ziellinie. Beste Frau über die zehn Kilometer wurde Sandra Weiler (Team Evaldo Mühlacker) in 44:35 Minuten und landete damit auf Rang 24 der Gesamtwertung. Sie verwies in der Frauenkonkurrenz Margit Schüle (TSV Nussdorf) in 49:37 Minuten und Christel Reimann (Ensinger Team) in 50:27 Minuten auf die Plätze.

Kratochwil wollte es in Ensinger aber wissen. Bevor er beim Zehn-Kilometer-Lauf gestartet ist, lief er auch die fünf Kilometer. Auch dort musste er sich mit Platz zwei begnügen. In 17:54 Minuten war Timo Engel (Freie Waldorfschule Vaihingen) 15 Sekunden schneller als Kratochwil, der 18:09 Minuten benötigte. Dritter wurde Jean-Philippe Bronner (Glabbicher Rennschnecken) in 18:38 Minuten vor Lokalmatador Niklas Kienzle (TSV Ensingen) in 20:22 Minuten.

Vor allem, was die Stadtmeisterschaften angeht, machen die Nachwuchsläufer enormen Druck auf die etablierten. Bei den Frauen über fünf Kilometer standen sogar drei Jugendliche gemeinsam auf dem Treppchen. Die zwölfjährige Alani Tiefenbach (Friedrich-Abel-Gymnasium) sicherte sich den Titel vor der ein Jahr älteren Svenja Groß (Just Do It) und Lena Müller (Friedrich-Abel-Gymnasium). Bei den Männer ist der U-19-Läufer Niklas Kienzle auf Platz drei nur noch geringfügig langsamer als Sieger Timo Engel und Jean-Philippe Bronner. Über zehn Kilometer lief U-20-Athletin Anna Haiber (TSV Ensingen) in die Phalanx der erfahrenen Läuferinnen. Die Ensingerin wurde Zweite hinter Gabriele Friedrich (TSV Nussdorf, W 50)und vor Anke Krenkel (Vaihingen, W 50). Bei den Männern musste sich Timon Häfner (Friedrich-Abel-Gymnasium) nur dem Gesamtzweiten Fabian Pfitz und knapp Marko Gayer (TSV Nussdorf) geschlagen geben. Beim Halbmarathon sicherte sich die Stadtmeisterschaft Ralf Reidenbach vor Detlef Müller und Ingolf Zepf bei den Männern und Nicole Benning vor Sabine Arnold und Yolanda Noffke (TSV Nussdorf) bei den Frauen.

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