Eine Zwölfjährige stellt alle in den Schatten

Erstellt: 12. Mai 2014
Eine Zwölfjährige stellt alle in den Schatten Eine Zwölfjährige stellt alle in den Schatten

Ensingen (nac). Fünf von sechs Vorjahressiegern sind beim Ensinger Laufcup angetreten. Doch nur die Kleinglattbacherin Nicole Benning hat ihren Erfolg über die Halbmarathondistanz wiederholt. Die anderen waren am Samstag chancenlos, wieder ganz oben auf dem Podest zu stehen.

Mit neuem Streckenrekord (17:38 Minuten) hat sich Sven Kratochwil (AR Sport Asperg) die Krone über fünf Kilometer aufgesetzt. „Ich war besonders motiviert. Gegen Timo Engel zu laufen, ist immer eine Herausforderung. Denn eigentlich ist er der bessere von uns beiden“, sagt der Läufer. Sein Konkurrent Timo Engel (Waldorfschule Vaihingen), im vergangenen Jahr Sieger über fünf Kilometer, musste den Erfolg Kratochwils auch neidlos anerkennen: „In der momentanen Form konnte ich nicht dagegenhalten. Ich hatte zuletzt immer wieder Verletzungen. Vor allem die Wade hat Probleme gemacht.“ In 18:04 Minuten wurde der Lehrer an der Waldorfschule in diesem Jahr Zweiter. Für das nächste Jahr gibt es aber gleich eine Kampfansage an die Adresse von Kratochwil. „Den Streckenrekord hole ich mir zurück“, sagt Engel.

Auch bei den Frauen gab es auf der Fünf-Kilometer-Distanz eine neue Siegerin. Die Zwölfjährige Svenja Groß vom Stromberg-Gymnasium nahm mit 21:10 Minuten der Zweitplatzierten, Silke Scharmann (LG Neckar-Enz), mehr als eine halbe Minute ab, die 21:43 Minuten benötigte. „Ich war von Anfang an Erste. Doch dann hat mich eine andere Läuferin überholt. Das hat mich noch mal motiviert“, berichtet Groß. Auf dem Weg zum Sieg ließ sich die Zwölfjährige auch nicht von einem Missgeschick ihres Vaters Joe ablenken. Svenja Groß: „Ich bin anfangs mit meinem Vater zusammengelaufen, mit dem ich auch trainiert habe. Doch dann ist er umgeknickt. Ab da bin ich alleine weitergelaufen.“

Beim Halbmarathon gab es schon vor dem Start die erste große Überraschung. Einer der besten deutschen Marathonläufer der vergangenen Jahre, Tobias Sauter (BSG Lewa/Leo Sport), hatte sich kurzfristig für einen Start in Ensingen entschieden. „Im Vorfeld haben wir noch ein bisschen gejammert, dass uns große Namen beim Halbmarathon ein bisschen fehlen“, sagt Rainer Kienzle vom Organisationsteam. „Umso mehr freut es uns, dass Tobias Sauter bei uns läuft.“ Und der Leonberger lief alles in Grund und Boden. Am Ende überquerte er nach 1:13:54 Stunden die Ziellinie. „Selbst in meinen besten Zeiten bin ich so eine Zeit nicht gelaufen. Tobi ist wirklich wieder gut drauf“, zollt Vorjahressieger Ralf Reidenbach (Forum Gesundheit Sersheim) Sauter Respekt.

Reidenbach musste sich in diesem Jahr in 1:23:00 Stunden mit dem dritten Platz hinter Sauter und Janosch Kowalczyk (LT Höfingen/1:21:09 Stunden) zufrieden geben. „Die ersten Runden bin ich mit Janosch Kowalczyk zusammengelaufen. Das war wirklich gut, wir haben uns immer wieder abgewechselt. Doch dann musste ich ihn ziehen lassen“, berichtet Reidenbach. „Mir fehlen die Trainingskilometer. Ich war dieses Jahr schon zweimal krank. Vor allem die Woche Pause vor Ostern macht mir zu schaffen. Mit zunehmenden Alter braucht man immer länger Zeit, bis man wieder in Schwung kommt.“

Überhaupt nicht in Schwung gekommen ist der Vorjahreszweite Florian Lechermann. Der Auricher gab nach 16,2 Kilometern beim Halbmarathon auf. „Es geht heute einfach nicht. Und dass es im Wald matschig ist, macht das Ganze nicht besser“, sagt der Auricher. „Ich war heute Morgen acht Stunden arbeiten. Da tut jeder Meter weh. Außerdem starte ich morgen auf der badischen Meile in Karlsruhe. Da steige ich hier in Ensingen lieber aus, bevor ich mit Schmerzen weiterlaufe.“

Nicole Benning (EK Schwaikheim) hat dagegen als einzige Vorjahressiegerin ihren Triumph wiederholt. Auf der Halbmarathondistanz lief sie in 1:33:13 Stunden zu einem ungefährdeten Erfolg. „Ich hatte eigentlich mehr von der Zweiten Emmanuelle Vergé erwartet. Die 54 Kilometer vom Kirbachtal-Lauf in Ochsenbach am vergangenen Wochenende stecken gewaltig in den Beinen. Vor allem in der dritten Runde habe ich das gemerkt. Da bin ich die Hügel nicht mehr richtig schnell hoch gekommen. Und Emmanuelle ist am Berg immer schnell“, erklärt die Kleinglattbacherin. Ihre Konkurrentin vom TV Bretten Lauftreff zeigt sich von so viel Ehre überrascht. „Ich bin eine Freizeitläuferin. Zum einen habe ich mich heute spontan für einen Start entschieden. Ich bin noch nicht wirklich trainiert. Zum anderen ist es noch früh in der Saison. September und Oktober ist mehr meine Zeit.“

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