„Die Bundesliga wäre ein Traum“

Erstellt: 5. Januar 2013
„Die Bundesliga wäre ein Traum“ Mattia Maggio spielt nach Stationen in Vaihingen und Stuttgart jetzt in Italien. Foto: privat

Vaihingen (olt). Der 18-jährige Vaihinger Fußballer Mattia Maggio hat vor eineinhalb Jahren den Sprung aus der Jugend des VfB Stuttgart zum italienischen Zweitligisten Novara Calcio gewagt. Sein großes Ziel ist der Schritt in eine der großen Ligen Europas.

Mattia Maggios fußballerische Laufbahn begann, wie die vieler späterer Stars, mit Straßenfußball. „Ich habe, seit ich ein kleiner Junge war, immer auf der Straße mit Freunden Fußball gespielt. Zum ersten Mal im Verein gespielt habe ich dann in der E-Jugend des VfB Vaihingen“, erinnert sich der 18-Jährige, der sowohl die deutsche als auch die italienische Staatsbürgerschaft besitzt. Im Alter von zehn Jahren bewarb sich der in Nürtingen geborene und in Vaihingen aufgewachsene Maggio dann für ein Probetraining beim VfB Stuttgart. „Ich hatte selbst bereits damals das Gefühl, dass ich es schaffen kann, dort mitzuhalten“, sagt der 1,84 Meter große Mittelstürmer. In einem einmonatigen Auswahlverfahren, an dem insgesamt mehr als 200 Kinder teilnahmen, setzte sich Maggio schließlich durch und wechselte in die Jugend des Bundesligisten. Von der U 11 bis zur U 19 spielte der 18-Jährige bei den Stuttgartern, zuletzt in der B-Junioren Bundesliga. Seine Familie unterstütze Maggio dabei nach Kräften. „Ohne meine Eltern, meine Freundin und meine Freunde hätte ich es in dieser ganzen Zeit nicht geschafft. Sie waren immer für mich da, haben mich aufgebaut, wenn es nicht so gut lief“, erklärt Maggio.

Umso schwerer fiel es dem 18-Jährigen deshalb, als die Anfrage des damaligen Serie-A-Aufsteigers Novara Calcio kam, den Schritt ins Ausland zu wagen. „Da musste ich schon kurz überlegen“, sagt Maggio und ergänzt: „Die Vorstellung, plötzlich ohne mein ganzes Umfeld zu sein, alles zurücklassen zu müssen, war im ersten Moment schon sehr schwierig.“ Persönliche Probleme im Verein und nur geringe Einsatzzeiten beim VfB Stuttgart hätten dann jedoch den Ausschlag für einen Wechsel nach Italien gegeben, sagt Maggio weiter. „Novara hat sich von Anfang an sehr bemüht und mir gezeigt, dass sie mich wirklich wollen. Und als Fußballer muss man spielen, um sich weiterzuentwickeln. Diese Chance habe ich in Novara eher gesehen, als beim VfB Stuttgart.“ Dennoch gibt es Momente, in denen der Offensivspieler seinen Wechsel hinterfragt: „Natürlich habe ich in Novara neue Freunde gefunden und die Tatsache, dass ich fließend Italienisch spreche, hat mir die Eingewöhnung in Italien natürlich deutlich erleichtert. Aber es ist bis heute manchmal schwer, ohne mein altes Umfeld und meine Familie.“ In diesem Jahr war Maggio lediglich zweimal bei seiner Familie in Vaihingen. „Wenn man etwas erreichen will, muss man eben durch solche Situationen durch“, sagt der 18-Jährige.

Seit August 2011 steht Maggio nun bei Novara unter Vertrag. Momentan ist er in der Jugendmannschaft des Zweitligisten aktiv, erzielte in der laufenden Saison in zwölf Spielen bislang vier Treffer. Durch gute Leistungen in der ‚Primavera’, der italienischen Jugendliga, will sich Maggio für Einsätze im Profikader empfehlen. Einmal durfte der Vaihinger, dessen Marktwert aktuell auf 75 000 Euro beziffert wird, bereits für das Profiteam in der Serie A auflaufen – der bisherige Höhepunkt seiner Laufbahn, denn es ging gegen den AC Mailand. „Dieses Spiel werde ich niemals vergessen. Wir haben zwar mit 2:1 verloren, aber das Ergebnis war an diesem Tag zweitrangig“, sagt Maggio euphorisch. Weltstars wie Alessandro Nesta, Gennaro Gattuso, Clarence Seedorf und Filippo Inzaghi standen an diesem Tag zum letzten Mal für die ‚Rossoneri’ auf dem Platz – und Zlatan Ibrahimovic. Der schwedische Stürmer ist für Maggio der Fußballer schlechthin. „Es war ein sensationelles Gefühl, mit ihm auf dem Platz zu stehen“, erinnert sich der 18-Jährige und fügt hinzu: „Ibrahimovic steht für mich eine Stufe über allen anderen. Man weiß nie, was er als nächstes tut, sein Spiel ist nicht berechenbar. Deshalb ist er für mich ein absolutes Vorbild.“

Auch auf internationaler Ebene hat Maggio, der privat gerne die Nordamerikanische Basketballliga NBA verfolgt, bereits seine ersten Gehversuche hinter sich. Im Jahr 2009 spielte er dreimal für die damals von Steffen Freund trainierte U-16-Nationalmannschaft Deutschlands. Dabei gelang dem bekennenden Fan von Arsenal London gleich bei seinem Debüt gegen die Schweiz ein Treffer. Seit 2010 spielt Maggio jedoch für die Juniorenauswahlen Italiens. „Das ist für mich einfach eine Herzensangelegenheit. Und ich habe das Gefühl, dass es die richtige Entscheidung ist, für Italien zu spielen“, sagt der 18-Jährige. Für seine sportliche Zukunft hat Maggio ambitionierte Ziele. „Ich werde jeden Tag im Training alles geben, um mich weiterzuentwickeln und mich für eine der großen Ligen Europas zu empfehlen“, sagt der Vaihinger und fügt hinzu: „Besonders reizen würde mich natürlich die Bundesliga. Dort zu spielen wäre für mich ein Traum.“

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