Vaihinger Stocherkähne getauft

Erstellt: 25. März 2014
Vaihinger Stocherkähne getauft Der neue Stocherkahn Leon von der Enz bewährt sich bei der Flussfahrt. Foto: Rücker

Vaihingen (sr). Gleich drei Löwenartige gleiten nun in Form von Stocherkähnen über die Enz. Zum alten Enzlöwen gesellten sich gestern die Leonie von Kaltenstein und der Leo von der Enz. Die frisch getauften Boote sollen die „Attraktivität der Stadt ein weiteres Mal steigern“, sagt Oberbürgermeister Gerd Maisch.
 Es sei „wie bei Straßennamen – nicht nach lebenden Personen“, erklärte Vaihingens Oberbürgermeister Gerd Maisch zur Namenssuche für die zwei neuen Stocherkähne der Stadt Vaihingen. Und so taufte er die Boote mit je einem Gläschen Sekt auf die Namen Leonie von Kaltenstein und Leo von der Enz.
25 Namensvorschläge hatte ein Aufruf an die Bevölkerung eingebracht, alle Teilnehmer erhalten als Dankeschön eine Gratisfahrt im Stocherkahn. Die Jury habe dann die Namensvorschläge gemischt und heraus kam das Löwenduo in Anlehnung an das Wappentier der Großen Kreisstadt. Unter der Überschrift „StadtFührungen“ bietet die Stadt Vaihingen nun Stocherkahnfahrten auf der Enz an. Die Kultur- und Touristinformation am Marktplatz wird die Flussfahrten organisieren. Diese „steigern die Attraktivität der Stadt ein weiteres Mal – die Enz rückt immer mehr ins Blickfeld der touristischen Aktivitäten“, freute sich OB Maisch kurz vor der Jungfernfahrt. Von vier fixen Bootsfahrt-Terminen seien zwei schon ausgebucht. Doch auch privat können die formschönen Kähne gemietet werden. Zwölf Personen dürfen in das Wassergefährt, 70 Euro Miete sind dann zu zahlen.
Voll besetzt bringen die rund zehn Meter langen Boote an die 1,4 Tonnen auf die Waage. Ihre Wassertauglichkeit haben die beiden neuen Stocherkähne kurz nach ihrer Taufe gestern auf der Enz in Vaihingen unter Beweis gestellt.
Überwiegend Lärchenholz sei verbaut worden, sagt Zimmermeister und Bootsbauer Rudolf Raidt aus Tübingen. Die Form des Bootes sei alt, die Bauart eher modern. Rund zehn Boote verlassen seine Werkstatt momentan pro Jahr, berichtet Vater Gerhard Raidt. Ab einem Alter von zehn Jahren sollte der neue Besitzer ein besonderes Augenmerk auf das Boot haben, denn dann bestimme vor allem die Pflege, in welchem Zustand sich der Stocherkahn befindet.
Knapp 6000 Euro hat die Stadt pro Boot investiert, sagt Hans-Joachim Rösner. Die Idee mit den Stocherkähnen auf der Enz sei seinem Kopf entsprungen und mit seinen Mitstreitern Gerhard Ruhl und Manfred Auch konnte er die Vertreter der Stadt flott von dem Vorhaben überzeugen. Der Begriff Nachen für diese Art von Boot sei „völlig falsch, der geistert immer durch die Gegend“, erläutert Rösner. So hätten früher die Fischerboote geheißen, die auch auf der Enz fuhren. „Die hatten aber eine andere Bootsform“, so Rösner. Beispielsweise haben die Stocherkähne ein Podest, auf dem der Stocherer steht. Mit einer Stocherstange schiebt er das Boot vorwärts. Mit den Stocherkähnen wolle man nicht nur die eigene Erinnerung an Tübingen aufleben lassen. Rösner: „Unsere Absicht ist es, Vaihingen an der Enz zu neuem Leben zu erwecken.“ Die laufende Enzuferumgestaltung ziele in dieselbe Richtung, dort soll sich später auch die Anlegestelle befinden.
Zum Stochern braucht der Bootskapitän Übung in Form von Fahrstunden. „Der Anfänger fährt immer im Kreis“, weiß Stocherer Gerhard Ruhl. Sieben Kapitäne gebe es inzwischen, über Verstärkung würden sie sich freuen, sagt Ruhl.
Von März bis Oktober soll die Stocherkahnsaison an der Enz dauern, danach kommen die Kähne in ihr Winterquartier. Gefahren werden könne bis zu einer Strömungsgeschwindigkeit von 40 Kubikmeter pro Sekunde, bei zu starkem Regen oder Wind bleiben die Stocherkähne an Land, sagt Gerhard Ruhl.
Noch bei zwei Stocherkahnfahrten im Rahmen der städtischen Themenführungen sind demnächst Plätze frei: am Sonntag, 11. Mai, und am Samstag, 28. Juni, jeweils von 14.30 bis circa 16 Uhr. Anmeldung und weitere Informationen bei der Kultur- und Touristinformation im Internet unter www.vaihingen.de und telefonisch unter 0 70 42 / 18 235.

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