Vaihinger bei Gonger 2

Erstellt: 22. Januar 2010
Vaihinger bei Gonger 2 Marco Feeser zu Besuch in der VKZ. Foto: Bögel

Vaihingen (ub). In der Fernsehzeitschrift wird der Streifen als deutscher Horrorfilm angekündigt. „Gonger 2 – Das Böse kehrt zurück“ heißt es am Montag (25. Januar) um 20.15 Uhr auf Pro 7. Und eine Ensemblehauptrolle spielt dabei Marco Feeser aus Vaihingen. Das ist für den 24-jährigen Schauspieler die erste Fernsehrolle.
 Der Mystery-Thriller von Regisseur Philipp Osthus basiert auf einer norddeutschen Legende um einen im Watt Ermordeten, der keine Ruhe findet und als Untoter, als sogenannter Gonger, in die Welt der Lebenden zurückkehrt. Nach den furchtbaren Ereignissen in seinem Heimatdorf flüchtet Philipp Hansen im zweiten Teil nach Indien und sucht nach einer Lösung, wie man den Gonger besiegen kann. Doch Philipps Flucht wird zur Qual. Der Gonger zeigt ihm in seinen Träumen, was er treibt: er übt weiter Rache und mordet auf grausame Weise. Als auch Philipps Ex-Freundin Helma qualvoll ums Leben kommt, kehrt Philipp zurück, um den Gonger endgültig auszulöschen. Mit einer Gruppe von fünf Freunden (einer davon ist Marco Feeser) will er den Gonger schlagen. Das grausame Sterben nimmt aber kein Ende – und am Schluss des Pro 7-Films ist auch der in Riet aufgewachsene Marco Feeser – er spielt die Rolle des Marc – tot.
„Ich war nicht peinlich berührt, als ich den Film zum ersten Mal sah,“ sagt Feeser bescheiden. Für den 1985 in Vaihingen geborenen jungen Mann ist es die erste große Verpflichtung als Schauspieler, sein erster Dreh an einem TV-Set. „Das kann schon ein Türöffner für die weitere Karriere sein“, hofft Feeser, der 13 Jahre lang die Vaihinger Waldorfschule besucht hat.
Nach dem Abitur ging er von 2006 bis Februar 2009 auf die Schauspielschule Charlottenburg/Berlin – Abschluss mit Diplom. Zuerst war Feeser Komparse bei Quentin Tarantinos „Inglorius Basterds“, dann folgte bereits die Ensemblehauptrolle bei „Gonger 2“. Zurzeit spielt der 24-Jährige am Karlsruher Staatstheater den Prinz in „Aschenputtel“.
Tennisspieler oder Schauspieler – das waren die Optionen für das Berufsleben. „Als Tennisspieler beim TV Vaihingen war ich aber nicht gut genug“, lacht Feeser. Und die Schauspielerei stecke in einem drin, das Talent wurde dazuhin an der Waldorfschule gefördert. Neben den Klassenspielen an der Schule spielte Feeser auch zwei-, dreimal beim Theaterhaus Vaihingen mit. „Es hat sich herauskristallisiert, dass dies mein Weg ist.“
70 Prozent Fleiß, 20 Prozent Talent und zehn Prozent Glück – das sind die Ingredenzien für einen Schauspieler. Mit dem Grundgefühl für den eigenen Körper nahm beispielsweise Feeser am Casting für den Gonger-Film teil. Aus 60 Mitbewerbern machte er das Rennen für die Rolle des Marc. „Als die Zusage kam, dachte ich, wissen die überhaupt, wie ich aussehe“, erzählt Feeser. Marc ist im Film ein Muskelprotz, ein proletarisch wirkender, Eiweiß-Shakes trinkender Typ – Marco Feeser ist in der Realität groß gewachsen (1,93 Meter, Konfektionsgröße 102), freundlich, zuvorkommend und sich seiner Ausstrahlung durchaus bewusst. Die Schauspielagentur Retzlaff in Berlin (hier ist auch der Hauptwohnsitz von Feeser) gibt auf der Internetseite als besondere Fähigkeiten von Feeser an: Tennis, Ski alpin, Fechten, Stockkampf, Tai Chi, Aerobic, argentinische Tänze, Tango, Flamenco, höfische Tänze. Bei der Augenfarbe steht blond, bei der Haarfarbe dunkelblond.
Ohne Agentur geht es in der Schauspielbranche nicht. „Ich habe 30 angeschrieben, bis ich die Zusage von Retzlaff bekam“, sagt der Vaihinger Mime. Ein sicherer Job ist die Schauspielerei allerdings nicht. Allein in Berlin gibt es rund 3000 arbeitslose Schauspieler. Deshalb ist es für Feeser ein Glücksfall, dass er bereits zu Beginn seiner Karriere Fernsehluft schnuppern konnte. Rund 1000 Euro gibt es als Einsteiger pro Monat als Schauspieler beim Theater, beim Film winken die 1000 Euro bereits an einem Tag.
Bis zum 11. Februar hat Marco Feeser noch das Engagement am Karlsruher Staatstheater. Wie es weitergeht, ist noch offen. „Im Frühjahr werden viele Sachen gedreht. Ich hoffe, dass auch etwas für mich dabei ist.“ Bereits nach Gonger gab es eine dreimonatige Pause für den Vaihinger Schauspieler. Das ist in der Branche zu verschmerzen, andere haben ein oder zwei Jahre kein Projekt. Feeser: „Aber ich will arbeiten und die Schauspielerei macht einen Riesenspaß.“

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