Vaihingen kommt in die Landesschau

Erstellt: 10. November 2009
Vaihingen kommt in die Landesschau Filmdreh im Vaihinger Pulverturm. Foto: Rücker

Vaihingen (sr) – Moderatorin Sonja Schrecklein und ihre Kollegen vom Südwestrundfunk haben fünf Tage lang Zeit, insgesamt 20 Sendeminuten mit dem Thema Vaihingen zu füllen. Gestern führte der Weg des Fernsehteams ins Innere des Pulverturms.
 Ein Filmteam besteht aus Massen von Menschen, denkt der Laie. Dann, so die Vorstellung von einem Drehtag, regiert Hektik und hysterische Stars verbreiten schlechte Laune.
 Gestern Morgen in Vaihingen war alles anders. Toningenieur Andreas Wetter, Kameramann Cornelius Thiel und Moderatorin Sonja Schrecklein sind das Trio vom SWR, das Vaihingen für die Landesschau auf Zelluloid bannen soll. Im Vaihinger Stadtarchiv trudeln die drei kurz nach 10 Uhr ein. Gemeinsam mit Archiv-Mitarbeiterin Andrea Majer wird der Tag geplant. Bis zum Donnerstag sind die SWR-Leute in dieser Woche täglich in Vaihingen. In der nächsten Woche bildet ein Besuch bei den Enzweihinger Indiaca-Spielern den Abschluss der Dreharbeiten für die Serie „Landesschau-Mobil auf Entdeckungsreise im Land“ (dieser Termin sollte ursprünglich schon am 13. November stattfinden).
Seit Anfang 2006 ist das Landesschau-Mobil im Wochenrhythmus unterwegs, um jeweils eine Stadt genauer unter die Lupe zu nehmen. Die Atmosphäre eines Ortes und die Kultur, die ihn prägen, sollen eingefangen werden.
Nun ist Vaihingen an der Reihe. Gemeinsam mit der Stadtverwaltung hat die SWR-Riege eine Tour durch die Große Kreisstadt ausklamüsert. Auf dem vorläufigen Plan stehen Türme in Vaihingen, dann heute das Thema Wein und Keller, am Mittwoch wird auf Schloss Kaltenstein gedreht. Am Donnerstag schnuppert das Filmteam bei der Firma Lösomat und nächste Woche bei den Indiaca-Spielern.
Falls sensationelle Dinge geschehen würden, zum Beispiel eine Ölquelle in Vaihingen zu sprudeln beginne, wie Moderatorin Schrecklein es umschreibt, könnte das Programm auch gekippt werden. Wobei eine solche Meldung doch eher etwas für die aktuellen Landesnachrichten wäre, sinniert Schrecklein. Denn die Folgen, die in den nächsten Tagen gedreht werden, sind jeweils als vierminütige Beiträge erst in der ersten Dezemberwoche im Fernsehen zu bewundern.
Am Tisch im Stadtarchiv wird klar, dass bei dem Regenwetter keine phänomenalen Außenaufnahmen des Städtchens möglich sind. Schrecklein mit Blick auf den Dauerregen: „Vaihingen so zu präsentieren isch bäh.“ Daher wird das Filmen aus dem Hochwachtturm auf Schloss Kaltenstein kurzerhand auf Mittwoch verlegt. „Da soll’s Wetter wieder besser werden“, sagt Schrecklein, die sich selbst als „Mobilfossil“ bezeichnet, aber „Mutter des Mobils“ doch schmeichelhafter findet.
Seit fast 20 Jahren fährt die Esslingerin, die heute ihren 44. Geburtstag feiert, mit dem Städtemobil durch die Lande. Schrecklein ruft ihre Kollegen im Rundfunkgebäude an, die für alle Fälle im Archiv nach Filmsequenzen suchen sollen, in denen Vaihingen nicht vom Regen verschleiert ist.
Ob es einen Markt gibt, wird im Trockenen des Stadtarchivs noch gefragt. Der Krämermarkt (am Mittwoch) kommt ins Gespräch, das wäre eventuell auch ein paar Bilder wert. Wie sieht’s mit einem Heimatmuseum aus, fragt die Moderatorin. Andrea Majer vom Stadtarchiv erzählt von der Peterskirche, die am heutigen Drehtag für den Turm auf Schloss Kaltenstein eingeschoben wird. Am Mittwoch auf dem Schloss müsse sie dann das Gleiche anziehen wie heute, sagt Schrecklein mehr zu sich selbst. Denn die beiden Turm-Sequenzen werden an einem Tag ausgestrahlt. Andrea Majer horcht auf: Ob sie dann auch genauso aussehen müsse wie heute? Die Moderatorin beruhigt in Richtung Majer: „Mit ihnen machen wir heute alles fertig.“
Schließlich stehen die Eckdaten für den ersten Drehtag. Der kleine Trupp bricht auf, um am ersten Drehort zur Tat zu schreiten. Im Pulverturm werden Andrea Majer und Sonja Schrecklein einiges zum Leben und Sterben des als Sonnenwirtle bekannten Verbrechers Friedrich Schwahn erzählen. Die Stichworte gerädert, geviertelt und gespießt fallen. Die Sendung komme zur Abendessenszeit, gibt Schrecklein in Anbetracht der Grausamkeiten zu bedenken. Mal sehen, was letztendlich über den Bildschirm flimmern wird.
Kameramann Thiel und Toningenieur Wetter haben ihre Ausrüstung schnell beieinander. Eine Extraleuchte bringt im Dachstuhl Licht ins Dunkel. Der Toningenieur befestigt Mikrofone an der Kleidung der beiden Damen und bei Andrea Majer scheint sich Nervosität anzubahnen. Ob ihre Tochter, die gerade im Ausland ist, die Folgen sehen kann? Klar, im Internet kann die Sendung nach der Ausstrahlung bewundert werden, erklärt Schrecklein.
Glücklicherweise lärmen weder Presslufthammer noch Laubblaser – die Feinde eines jeden Toningenieurs – in der Nähe des Drehorts. Nochmal eine kurze Beratung vor Ort. Zu klären ist beispielsweise noch, wer zuerst die Treppe hochgeht und wo überall im Turm gedreht wird.
Die Pressefrau mit ihrem störenden Blitz sucht das Weite, die Dreharbeiten können beginnen. Neugierige sind prinzipiell willkommen. Sonja Schrecklein: „Ich freue mich immer über Zuschauer.“ Aber wenn gedreht wird, sollten sich Fans doch bitte einfach kurz still verhalten, bis die Kamera aus ist.
 
Voraussichtlicher Sendetermin des Vaihingen-Porträts ist von Montag 30. November bis einschließlich Freitag 4. Dezember jeweils als Schlussstück der Landesschau Baden-Württemberg im SWR-Fernsehen gegen 19.40 Uhr.

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