Übung am Heiligenbergsee

Erstellt: 26. August 2010
Übung am Heiligenbergsee Übung am Heiligenbergsee in Häfnerhaslach: DRK und DLRG probten am Dienstagabend den Ernstfall. Foto: Elsässer

Häfnerhaslach (elf). Wie aus einer harmlosen Grillparty plötzlich ein umfangreicher Einsatz von Rettungskräften entstehen kann, demonstrierten am Dienstagabend die Helfer von DRK und DLRG. Als idyllischen Ort für ihre gemeinsame Übung hatten sie sich den Heiligenbergsee in Häfnerhaslach ausgesucht.
Das Szenario, das sich Thilo Zorn und Niklas Helbeck von der DLRG Vaihingen für die Übung ausgedacht haben, beinhaltete ein breites Spektrum an Situationen, die Rettungskräfte an einem solchen Schauplatz antreffen können. So wurde angenommen, dass sich am Grillplatz des Sees sechs Personen zum Feiern getroffen haben. Zwei davon gerieten offenbar in Streit, worauf einer eine Spiritusflasche ins offene Feuer warf. Die Verpuffung hatte zur Folge, dass die beiden Streithähne Brandverletzungen erlitten. Eine betrunkene Person lag in einiger Entfernung auf dem Boden und war nicht mehr ansprechbar, ein Mann drohte im See zu ertrinken und zwei Personen wurden vermisst.
Viel Arbeit für die Rettungskräfte, die sich beim Eintreffen am Unglücksort erstmal ein Bild vom Geschehen machen mussten. Schnell waren die beiden verletzten Streithähne entdeckt und konnten von den Kräften des DRK versorgt werden. Sie gaben auch die Hinweise auf die anderen vier Personen. Währenddessen kümmerten sich die DLRG-Rettungsschwimmer um den jungen Mann, der in der Mitte des Sees zu ertrinken drohte. Eigensicherung zuerst; lautete hier die Devise. Auch wenn der junge Mann in Seenot noch so zappelte, wurde der Rettungsschwimmer erst mit einem Seil gesichert, ehe er ins kalte Wasser springen durfte. Nach nur wenigen Kraulzügen erreichte er den Schwimmer und ließ sich mit ihm am Seil ans Ufer ziehen. Da der Gerettete über Schmerzen im Bauchbereich klagte, kam er in den Rettungswagen, wo ein Bauchdeckenkrampf diagnostiziert wurde.
Inzwischen wurde auch die Betrunkene gefunden. Ein DRK-Mitglied brachte die junge Frau in die stabile Seitenlage, damit sie nicht an eventuell Erbrochenem erstickt. Darauf wurde der Blutdruck gemessen und der Puls abgehört. Ansonsten war hier alles in Ordnung.
Szenenwechsel. Inzwischen haben die Rettungskräfte erfahren, dass zwei Personen vermisst sind. Während die einen um den Heiligenbergsee gehen, um dort nach den Vermissten zu sehen, suchen Taucher der DLRG den See ab. Auch ein Boot wird zu Wasser gelassen, von wo aus der Uferbereich besser einzusehen ist. Ein Taucher im See bekommt plötzlich Probleme und treibt an der Wasseroberfläche. Natürlich ist auch dies nur gespielt und gehört zur Übung. Schnell ist ein anderer Taucher zur Stelle, um seinen Kameraden zu retten. „Er sollte eine Dekompressionskrankheit simulieren“, sagte Thilo Zorn von der DLRG. Dieses Problem tauche ansonsten nur in tieferen Gewässern auf, wenn ein Taucher zu schnell auftaucht oder zu lange in großer Tiefe war. Doch für die Zwecke einer Übung war die Wassertiefe nebensächlich.
Die Taucher unterdessen kämpften mit dem trüben Wasser im See. Sie mussten sich vorwiegend auf ihren Tastsinn verlassen. Die Kommunikation mit den Kräften an Land funktionierte über die Sicherungs- und Signalleine sowie über Telefon. Kommentar eines Tauchers zum Wasser: „Jetzt woiß i au, warom do emmer an Haufa Nacktbader send. Weil nix siehsch!“
Während die Vermisstensuche in vollem Gange war und die Verletzten versorgt wurden, haben die Rettungskräfte vom DRK ein Zelt zur Behandlung der Verletzten aufgerichtet. Das aufblasbare Zelt ist Teil der Ausstattung des neuen Gerätewagens Sanitäter, das die DRK-Ortsgruppe Vaihingen erst am Samstag bekommen hatte. Mittlerweile wurde auch ein Vermisster gefunden, der nach einem kurzen Badespaß in betrunkenem Zustand völlig erschöpft im Gebüsch lag. Der zweite Vermisste wurde auch schnell gefunden – er war unbemerkt nach Hause gegangen.
Am Ende zeigte sich Thilo Zorn zufrieden. Der Ablauf der Übung sei sehr realitätsnah gelaufen und die Verletzten zügig behandelt worden. Zorn lobte insbesondere die Kommunikation zwischen DRK und DLRG, die seiner Meinung nach „hervorragend funktioniert“ hat. An der Übung haben 15 Personen der beiden DRK-Ortsvereine Vaihingen und Eberdingen sowie 25 Mitglieder der DLRG Vaihingen, Ludwigsburg und Bönnigheim teilgenommen.
Übrigens: Nach der Übung haben die Teilnehmer erstmal gegrillt…

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