Supereichen im Eberdinger Wald

Erstellt: 7. Mai 2011
Supereichen im Eberdinger Wald Die Förster sind zufrieden mit der Eichensubmission. Fotos: Arning

Vaihingen (aa). Die beiden Superstämme liegen am Alten Postweg im Pulverdinger Holz nur wenige Meter voneinander entfernt. 3994 Euro wird die Nummer 2101 in die Kasse der Gemeinde Eberdingen spülen, 2880 Euro der Stamm mit der Nummer 2104. Auch dieses Geld, plus Mehrwertsteuer, geht nach Eberdingen. Insgesamt hat die Versteigerung des Eichenstammholzes im Kreis Ludwigsburg rund 555 000 Euro erbracht. „Wir sind durchaus zufrieden.“ Oberinspektor Hartmut Flunkert, der beim Fachbereich Forsten des Landratsamtes Ludwigsburg – so heißt das gute alte Forstamt mit Sitz in der Vaihinger Mühlstraße –unter anderem für den Holzverkauf zuständig ist, möchte nicht klagen, obwohl der Festmeter-Preis im vergangenen Jahr deutlich höher lag, nämlich bei 363 Euro (damals bei einem Angebot von 1077 Festmetern). Jetzt hat er bei 1845 Festmetern, die zum Teil auch aus dem Kreis Böblingen, der Gräflich Nesselrodeschen Verwaltung auf dem Kirbachhof und aus Stuttgart stammten, eine Quote von 303 Euro/Fm errechnet und sich damit zwischen den Quoten von 2010 und 2009 (249 Euro) eingependelt. „Wir hatten Signale, dass der Markt mehr Eichenholz braucht“, erklärt Flunkert. Die Signale haben nicht getrogen, denn bis auf einen Rest von 13 Festmetern wurde alles verkauft. Die acht Lose bekommt Flunkert auch noch im freien Verkauf los. Da hat er keine Sorgen. Die Stammholzversteigerung ist seit vielen Jahren eine recht anonyme Angelegenheit. Saßen Förster und Kunden früher in der Heimerdinger Festhalle zusammen, so werden die Kataloge inzwischen an die Stammkunden verschickt und das Angebot auch ins Internet eingestellt. Da sind alle wichtigen Faktoren genannt: Holzart, Güteklasse, Länge, Durchmesser, Festmeter. Die Stämme lagen in diesem Jahr im Pulverdinger Holz (unter anderen aus den Waldungen von Hemmingen, Dtzingen, Oberriexingen, Sersheim, Markgröningen, Tamm) und im Gewann Großholz bei Freudental. Der Kleinglattbacher Bartenberg war aus verkehrstechnischen Gründen (Straßenbau) nicht zu nutzen. Es hat sich bewährt, dass die Stämme nach dem Einschlag auf die zentralen Lagerplätze gefahren werden; hier können sie von den Käufern kompakt unter die Lupe genommen werden. Drei, vier Wochen hatten sie Zeit, sich ihre Wunschstämme auszugucken. Bis am 5. April, 9 Uhr, mussten die Gebote in einem Umschlag in der Vaihinger Mühlstraße vorliegen. Anschlagspreise waren nicht genannt, doch natürlich hatten sich die Förster Mindestpreise vorgenommen. Nur bei drei der insgesamt 765 Lose wurde am 6. April im Bürgerhaus von Heimerdingen der Zuschlag nicht erteilt, da die Differenz zwischen den Vorstellungen der Förster und den Käufern zu weit aufeinanderklaffte. Was ist, wenn für ein Los die absolut gleichen Gebote vorliegen? „Das kommt gar nicht so selten vor“, weiß Flunkert, „dann werfen wir eine Münze.“ Auch drei gleiche Preise gibt es ab und zu. Für diesen Fall haben die Förster natürlich auch Lösungen. Wie war das Interesse an dem Holz aus den Wäldern rund um Ludwigsburg? Flunkert muss da zugeben, dass der Andrang schon mal größer war. Gerade 22 Käufer sind in den Listen notiert („Etwas enttäuschend, mit rund 30 hätten wir schon gerechnet“), darunter auch vier aus Frankreich, wo das württembergische Eichenholz vor allem für die Herstellung von Wein- und Cognacfässern verwendet wird. Auch zwei Österreicher waren dabei. Oder Käufer aus dem deutschen Postleitzahlenbereich 1. Die beiden teuersten Stämme, für die Festmeter-Preise von 847 Euro (2101) beziehungsweise sogar 1274 Euro (2104) bezahlt wurden, gingen an ein Sägewerk mit Holzgroßhandlung und Furnierwerk in Lohr/Main und an ein Unternehmen in Karlsruhe. Auf diese Eichen, zwischen 150 und 200 Jahre alt, hatte es jeweils über ein Dutzend Käufer abgesehen, die mit ihren Angeboten bei 188 (2101) und 356 Euro (2104) begannen. Geachtet wird besonders auf die Farbe, dass kein Drehwuchs festzustellen ist und wenig Rindenmerkmale vorhanden sind. Das größte Angebot hatte in diesem Jahr wieder die Stadt Vaihingen (168 der 765 Lose, 382 Festmeter). 107 000 Euro bringt das in die Stadtkasse. Auch nicht schlecht.

Weiterlesen
Verspätetes Jubiläumsgeschenk

Verspätetes Jubiläumsgeschenk

Drucken Riet (aa). Eigentlich sollte das Wassertretbecken am Strudelbach in Riet ein Jubiläumsgeschenk der örtlichen Agenda-Gruppe sein. Doch verschiedene Umstände haben das verhindert. Nun kann aber zum Abschluss des Festjahres 1200 Jahre Riet wenigstens der „Rohbau“ in Angriff... »