S-Bahn-Verlängerung im Gespräch

Erstellt: 22. März 2011

Vaihingen (aa). Die S-Bahn-Verlängerung bis nach Vaihingen scheint wieder zum Thema zu werden. Beim Verband Region Stuttgart sind im Haushaltsplan 50 000 Euro für eine Studie reserviert. Die Rathauschefs der tangierten Gemeinden (Bietigheim-Bissingen, Sachsenheim, Sersheim und Vaihingen) können sich inzwischen sogar eine Mitfinanzierung der Untersuchung in der gleichen Größenordnung vorstellen. Bisher endet die S 5 in Bietigheim-Bissingen. Der Wunsch nach einer Fortsetzung bis nach Vaihingen kommt immer mal wieder hoch. „Die Dringlichkeit einer S-Bahn-Anbindung ist aus Vaihinger Sicht nicht dramatisch hoch“, sagt Oberbürgermeister Gerd Maisch. Man habe hier ja eine relativ gute (und vor allem schnelle) Verbindung nach Stuttgart auf der Neubautrasse (Regionalexpress, Intercity…). Damit die betroffenen Bürgermeister nach Möglichkeit mit einer Zunge sprechen, hatte Maisch dieser Tage die Kollegen eingeladen. Dabei hat man sich auf eine gemeinsame Linie verständigt. Oberbürgermeister Jürgen Kessing (Bietigheim-Bissingen), selbst Mitglied der Regionalversammlung, will die Ergebnisse bei der Region vorstellen. Wichtig ist den Verwaltungschefs, dass mit der S-Bahn-Verlängerung die Vertaktung verbessert wird und die guten Regionalzugverbindungen nicht parallel dazu gekürzt werden, „denn die schnellen Verbindungen sind nicht zu ersetzen“ (Maisch). Der Vaihinger OB und seine Kollegen sind bereit, eine Studie mitzufinanzieren. „Wir wollen da nicht aus dem Bauch heraus entscheiden“, sagt Gerd Maisch. Wenn man von rund 100 000 Euro ausgehe und die Region die Hälfte übernehme, wäre das aus seiner Sicht bezahlbar. „Das Geld ist es mir und den Kollegen wert, um Gewissheit zu haben“. Der OB sieht Vaihingen bei dieser Variante als Übergangsbahnhof zwischen den Regionen Karlsruhe und Stuttgart. Was aus Sicht von Maisch aber auf keinen Fall nachfolgen darf, ist eine Beteiligung an den Betriebskosten: „Wenig, bis gar nichts darf es nur sein.“ Es müsste dramatisch Vorteile für Vaihingen geben, wenn man sich hohe Investitionen leiste. Im Auftrag der Region hat das Verkehrswissenschaftliche Institut der Universität Stuttgart (VWI) schon vor einiger Zeit ein Gutachten über die Erweiterungsmöglichkeiten im regionalen S-Bahn-Netz erstellt (die VKZ hat berichtet). Für die in Bietigheim-Bissingen endende S 5 hatte das VWI noch die Verlängerung bis zum ehemaligen WEG-Bahnhof in Enzweihingen untersucht. „Die VWI-Erhebungen dienten als Grobauswahl“, erklärt Dr. Jürgen Wurmthaler, Verkehrsdirektor beim Verband Region Stuttgart, auf Nachfrage der VKZ. „Sie sollte zeigen, wo es sich lohnt, weiter ins Detail zu gehen.“ Ausfluss ist jetzt die neue Studie, die noch in diesem Jahr auf den Weg gebracht werden soll. Mit Ergebnissen ist 2012 zu rechnen. Wurmthaler sieht eine Verbesserung des S-Bahn-Netzes nicht automatisch als Konkurrenz zu den Regionalzügen. Und wie dann später die Finanzierung aussehe, könne erst die Studie zeigen. Da versteht der Verkehrsdirektor die Zurückhaltung der Kommunen durchaus. „Aufwand und Ertrag müssen für die stimmen“, sagt er, „aber von nichts kommt nicht.“ Wurmthaler: „Jetzt gehen wir erst einmal eine qualifizierte Untersuchung an. Dann wird auf deren Grundlage eine qualifizierte Entscheidung getroffen.“ Durchaus wohlwollend steht auch der Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) einer möglichen S-5-Verlängerung bis nach Vaihingen gegenüber. In ihr sieht VVS-Geschäftsführer Thomas Hachenberger eine sinnvolle Abrundung des S-Bahn-Angebots. Aus dem Raum Vaihingen erwartet er in den kommenden Jahren ohnehin eine steigende Nachfrage im öffentlichen Personennahverkehr. „Noch besser wäre gut, aber nicht um jeden Preis“, das ist auf jeden Fall der Standpunkt in Vaihingen und in den Anrainerkommunen. Ob die S-Bahn-Verlängerung ein großes Stück näher gerückt ist, ist allerdings nach wie vor die Frage. „Lassen wir ,großes’ weg“, meint Verkehrsdirektor Wurmthaler. Er ist aber froh, dass Bewegung in die Angelegenheit gekommen ist.

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