Prävention statt Rattenplage

Erstellt: 26. März 2014
Prävention statt Rattenplage Der liebe Blick täuscht: Ratten können Krankheiten übertragen und daher für Menschen gefährlich sein. Foto: Dieter Rycek / pixelio.de

Oberriexingen/Sersheim (cmr). Ratten können für Menschen unangenehm werden: „Sie sind die Krankheitsüberträger schlechthin“, sagt Georg Ruf von den Stadtwerken Bietigheim-Bissingen. Damit es erst gar nicht zu einer Plage kommt, führen viele Kommunen jährlich eine oder mehrere Rattenbekämpfungen durch – wie aktuell in Oberriexingen und Sersheim.
Die Bekämpfungsmaßnahme führen in beiden Kommunen die Stadtwerke Bietigheim-Bissingen durch. Zweimal im Jahr bieten sie diese Arbeit für umliegende Städte und Gemeinden an, jeweils im Frühjahr und im Herbst. Mitarbeiter legen dazu Fressköder in die Kanalschächte der Kommunen und lassen sie dort zwei Wochen liegen. „Nach 14 Tagen kontrollieren wir, ob die Köder angefressen wurden. Wenn nicht, werden sie entfernt. Ist einer angefressen, wird nachgelegt. Denn dann können wir davon ausgehen, dass an dieser Stelle noch weitere Ratten sind“, erläutert Ruf, Leiter der Abteilung Abwasser der Stadtwerke. „Der Wirkstoff im Köder beeinflusst die Blutgerinnung, so dass die Ratten einige Tage nach der Aufnahme schmerzlos verenden“, heißt es in einem Informationsblatt des Landesverbands Baden-Württemberg der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall. Und wie gelangen die toten Nager aus dem Kanalsystem? „Sie werden zur Kläranlage geschwemmt und dort durch die Rechenanlage entfernt“, erläutert Ruf.
In Oberriexingen, wo die Rattenbekämpfung voraussichtlich in dieser oder innerhalb der nächsten beiden Wochen erfolgt – der genaue Zeitpunkt hängt davon ab, wie gut die Trupps der Stadtwerke vorankommen –, rückt man den Ratten einmal im Jahr zu Leibe. „Früher haben wir das halbjährlich gemacht, mittlerweile nur noch einmal im Jahr, da wir festgestellt haben, dass das reicht“, sagt Frank Wittendorfer, Kämmerer der Stadt Oberriexingen. „Sollte das einmal nicht genügen und Bürger anrufen, weil sie Ratten gesehen haben, könnten wir an diesen Stellen nochmals speziell Köder auslegen lassen“, fügt Wittendorfer hinzu. Aktuell gebe es jedoch keine Beschwerden.
Gleiches Bild in Sersheim, wo ebenfalls die Stadtwerke Bietigheim-Bissingen für die Bekämpfung der Nager zuständig sind: „Beschwerden kriegen wir kaum. Und falls doch, werden im Einzelfall zusätzliche Maßnahmen ergriffen, sprich Köder ausgelegt“, erläutert der Sersheimer Kämmerer Matthias Hirner.
In Vaihingen und den Stadtteilen sowie in Illingen findet eine vorsorgliche Rattenbekämpfung zweimal im Jahr statt. „Im Frühling und Herbst legen Mitarbeiter einer Fremdfirma Köder aus“, berichtet die Vaihinger Stadtsprecherin Martina Fischer.
In Illingen übernehmen Mitarbeiter des Bauhofs die Arbeit. Auch hier steht die Prävention an erster Stelle: „Wir machen das vorsorglich. Beschwerden über Ratten gibt es selten. Es kommt vielleicht einmal im Jahr vor, dass jemand anruft, weil er eine Ratte gesehen hat“, berichtet Thomas Mörmann, Leiter des Illinger Bauamts.
Andere Handhabung gibt es in Eberdingen. Hier wird nach Bedarf reagiert: „Wenn aus der Bevölkerung gemeldet wird, dass eine Ratte gesehen wurde, bringen wir dort einen Köder in den Kanalschacht. Das kommt je Ortsteil rund zwei- bis dreimal im Jahr vor“, erzählt Helmut Bossert, Leiter des Eberdinger Bauhofs.
Ebenfalls nach Bedarf wird im Kirbachtal gehandelt. „2013 hatten wir aber nicht eine Meldung“, sagt Nicole Raichle, Pressesprecherin der Stadt Sachsenheim. In Kleinsachsenheim werden hingegen alle zwei Jahre Rattenköder in den Kanalschächten ausgelegt sowie punktuell, wenn ein Bürger ein solches Tier meldet. Um die Bekämpfung kümmern sich Bauhofmitarbeiter. Plagen oder ein unnatürlich hohes Vorkommen gebe es aber in ganz Sachsenheim nicht. Zudem weist die Stadt ihre Bewohner jährlich im Frühjahr in ihrem Nachrichtenblatt mit einem Infoschreiben auf eine korrekte Essensentsorgung hin. „Vorbeugen ist besser als bekämpfen“, heißt es dort. Denn:

Damit die Nagetiere erst gar nicht angezogen werden, sollten Bürger ihre Speisereste auf keinen Fall in die Toilette kippen. „Diese gehören in die Biotonne. In der Toilette sind sie wortwörtlich ein gefundenes Fressen für die Ratten. Man glaubt gar nicht, was da alles angeschwemmt wird. Bei uns in der Kläranlage kann man teilweise das ganze Menü erkennen, von Salat bis Wurst ist alles dabei“, erzählt Georg Ruf von den Stadtwerken Bietigheim-Bissingen.

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