Platzproblem gehört der Vergangenheit an

Erstellt: 11. August 2010
Platzproblem gehört der Vergangenheit an Der Schulhof der Realschule ist binnen zweier Tage zum richtigen Kinosaal geworden. Zwischen 600 und 700 Stühle werden vorerst aufgestellt, die Organisatoren haben aber noch weitere 200 Stück auf Lager. Hinzu kommen Biertischgarnituren im Eingangsbereich. Fotos: Sattler

Vaihingen (sv/jk). Zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen – bevor „Sex and the City 2“ gestern über die Leinwand flimmerte, war für Organisator Michael Eisinger und seine Helfer reichlich Arbeit angesagt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Das Freiluftkino ist auch für große Besucheranstürme gewappnet.

„Bis 19.30 Uhr werden wir hier schon beschäftigt sein, das läuft wieder auf einen nahtlosen Übergang hinaus“, orakelte Michael Eisinger gestern Vormittag. Zu diesem Zeitpunkt war nur ansatzweise zu erkennen, dass der Schulhof der Ferdinand-Steinbeis-Realschule sich in nur wenigen Stunden in einen Kinosaal unter freiem Himmel verwandelt haben würde. Doch Organisator Eisinger bereitet das kein Kopfzerbrechen – immerhin klingelt nur wenige Augenblicke später sein Telefon und hält gute Neuigkeiten für ihn bereit: Auch die Sonnenschirme für den Biergarten sind abholbereit.

Während die Sonnenschirme also noch den Weg in den Schulhof finden müssen, sind Eisinger und Team dort schon kräftig am Werkeln. 700 Gartenstühle müssen aufgestellt, ein Biergarten hergezaubert und natürlich Leinwand und Projektor aufgestellt werden. Viel Geschäft für zwei Tage. Dazu kommen die üblichen kleineren Arbeiten, die ebenfalls Zeit kosten: Der Parkplatz Richtung Schlossbergschule muss gesperrt werden und für die Verkehrssicherheitsmaßnahmen ist nun einmal der Veranstalter verantwortlich.

Wer das Open-Air-Kino noch von vergangenen Auflagen kennt, wird das Gelände in diesem Jahr kaum wieder erkennen. „Momentan sind wir noch am austüfteln, wie wir am geschicktesten aufstuhlen“, gab sich Eisinger gestern Vormittag noch unentschlossen. Klar ist: Erstmals wird das Publikum seinen Blick nicht auf den Bahndamm, sondern auf die Altstadt richten. Dies ist heuer möglich, da durch den Brand der Realschule und der damit verbundenen Aufstellung von Containern im Schulhof die Birken weichen mussten. „Dadurch steht uns ein fast doppelt so großer Platz zur Verfügung“, freut sich der Macher.

Und den will er auch ausnutzen: „Natürlich hat es den Leuten auch früher Spaß gemacht, aber ohne Gedränge und Gequetsche wird es dieses Jahr noch angenehmer.“ First class statt Economy class heißt Eisingers Devise.

Auch dem Kino-Biergarten kommt der hinzugewonnene Platz zugute. „Es ist jetzt möglich, uneingeschränkt vom Biergarten auf die Leinwand zu schauen“, erklärt der Organisator. Die Zeiten, als die Besucher pünktlich zum Filmbeginn die Flucht aus dem Cateringbereich ergriffen, gehören der Vergangenheit an. Glaubt man Eisinger, war diese Neuerung eine Herzensangelegenheit: „Ein Tisch, etwas zu essen, etwas zu trinken – so stelle ich mir Kino vor, so bin ich mit Kino aufgewachsen.“

„Mehr als nur Kino“ – das will der Videothekenbetreiber seinen Kunden in den kommenden Tagen bieten. Als Schmankerl gibt es zu jedem Film eine kulinarische Besonderheit. Gestern Abend stand beispielsweise ein besonderer Cocktail auf der Karte, der so hieß wie der Film – „Sex and the City“. Wenn heute „Vincent will Meer“ über die Leinwand flimmert, sollen Scampispieße vom Grill das Essensangebot abrunden und das Thema des Films anfassbar und natürlich auch essbar machen.

Zwischen Eisinger und dem Kinovergnügen standen gestern Vormittag noch 56 Quadratmeter Leinwand, die noch im Foyer der Realschule auf einem Hubwagen lagen. Die Filme sind beim Open-Air-Kino nicht alles – aber ohne Filme ist alles nichts.

Weiterlesen
Ärger in den Krautgärten

Ärger in den Krautgärten

Drucken Oberriexingen (sf). Es gibt Ärger im Oberriexinger Krautgarten – und damit ein paar Grundsatzfragen zu klären. Eine Freizeitanlage soll der gesamte Krautrgarten nach Gemeinderatsbeschluss nicht werden. Bei rund 260 Krautgartenbesitzern wäre das eventuell schwierig umzusetzen. Um dennoch... »