Neue Beleuchtungskonzeption

Erstellt: 26. April 2013
Neue Beleuchtungskonzeption Neue Lampen für die Stadt. Foto: Arning

Vaihingen (aa). Die Qual der Wahl hatte der Vaihinger Gemeinderat nicht. Ob ein größeres Angebot an Straßenlampen allerdings mehr Erleuchtung gebracht hätte, ist eine andere Frage. Die Stadträte akzeptierten am Mittwoch letztlich einstimmig den Vorschlag der Verwaltung für Neukonzeption der Straßenbeleuchtung und die beiden künftigen Leuchtentypen – dekorativ und technisch.
 Kleinglattbachs Ortsvorsteherin Sieglinde Kühnle sprach bei der Neukonzeption der Straßenbeleuchtung sarkastisch von „furchtbar vielen Alternativen“. Zwei sich sehr ähnlich sehende Typen wurden als Dekorationsleuchten, nur eine als technische Leuchte vorgestellt. „Warum werden wir überhaupt gefragt? Macht es doch künftig allein“, brummelte die FW-Stadträtin. Immerhin fand sie, „dass es zufällig schöne Lampen“ sind. Doch es gebe in den Orten auch viele schöne alte Leuchten…
Dies hatte zum Beispiel in Roßwag zu Aufregung geführt. Dort wurde von der Gemeinschaft Ortsbild Roßwag (GOR) beklagt, dass die Stadtverwaltung keine Alternativen vorgestellt hatte. Bürgermeister Klaus Reitze hatte sich die Beschwerden angehört und in Roßwag offensichtlich für Aufklärung gesorgt. Die Sache sei geklärt, man beginne natürlich mit der Auswechslung von Lampen nicht in den Ortskernen. Und zur bescheidenen Auswahl der Typen: „Wir hätten da noch Lampen der Firma Hess im Angebot gehabt.“ Aber man habe ja in der Zeitung gelesen, wie es um die stehe (Insolvenz). Dass die Sache „suboptional“ gelaufen sei, musste auch Oberbürgermeister Gerd Maisch zugeben. Aber es entspreche halt nur der ausgewählte Typ den Anforderungen.
In der Stadt Vaihingen leuchten derzeit in der Nacht rund 6000 Straßenlaternen, davon ist etwa ein Drittel mit energiefressenden HQL-Lampen (Quecksilberdampflampen) bestückt, deren Auslieferung im Jahr 2015 eingestellt wird. Die 6000 Lampen setzen sich aus rund 30 verschiedenen Typen zusammen, die sich optisch und technisch zum Teil stark unterscheiden. Die Unterhaltung ist daher kosten- und arbeitsintensiv. Im Tiefbauamt (TBA) hat man sich deshalb ein Beleuchtungskonzept ausgedacht. Es sollen künftig im gesamten Stadtgebiet zwei einheitliche Lampentypen eingesetzt werden, eine dekorative für kommunal wichtige Bereiche (Fußgängerzonen, Vorplätze…) und eine technische Leuchte für die restlichen Gebiete. Bei der Auswahl wurde vor allem auf eine langfristige Ersatzteilversorgung Wert gelegt, denn eine Leuchte hat eine Nutzungsdauer von rund 40 Jahren. Eine „zeitlose Gestaltung“ war ein Kriterium, die Umrüstmöglichkeit auf neue Lampentypen und die hochwertige Konstruktion. Die Wahl fiel dabei auf den Typ Citylight der Firma Siteco. Sie kann mit Natriumdampfleuchtmittel in Orange oder LED warmweiß betrieben werden. Kosten: zwischen 450 und 700 Euro (Masthöhe bis sechs Meter). Auch die technische Leuchte soll von Siteco kommen (Familie SQ). Preis zwischen 280 und 700 Euro (Masthöhe bis zwölf Meter).
Die Umstellung soll nach den Vorstellungen von Tiefbauamtsleiter Matthias Röser im Rahmen der Instandhaltung erfolgen. Im Haushalt sind hierfür aktuell 70 000 Euro eingestellt. Ein Zuschussantrag für die Umstellung auf LED-Beleuchtung ist genehmigt.
Im Gemeinderat wies Susanne Schwarz-Zeeb (Grüne, Vaihingen) darauf hin, dass der Lieferauftrag für 155 neue Straßenlampen eigentlich schon gefallen ist (am 10. April im Technischen Ausschuss, Kosten 67 442 Euro): „Das sollte eigentlich andersrum gehen.“ Falls die Technik es möglich mache, solle man doch bitte historische Lampen stehen lassen, war die Anregung von Schwarz-Zeeb und ihrer Fraktionskollegin Dr. Heike Tapken-Brust (Enzweihingen). Man könne sie auch den Bürgern anbieten, zum Beispiel als Gartendeko, war die Anregung von Werner Rohloff (SPD, Ensingen). „Bitte sensibel vorgehen, dann wird das schon recht“, meinte Friedrich Wahl (FDP, Vaihingen). „Das passt“, so der Kommentar von Eberhard Zucker (Freie Wähler, Vaihingen). Wer die Masten für neue Lampen setzt, ist nach Aussage des OB noch nicht hundertprozentig geklärt: „Wir warten hier auf eine Lösung.“ Und das ganze Projekt gehe man natürlich „sehr behutsam, fast gemütlich“ an.

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