Mit dem Stocherkahn auf der Enz

Erstellt: 1. März 2013
Mit dem Stocherkahn auf der Enz Die Vaihinger Stocherkahn-Pioniere (von links): Gerhard Ruhl, Hans-Joachim Rösner und Manfred Müller. Foto: p

Vaihingen (p). Vaihinger Bürger wollen das Stocherkahnfahren auf der Enz aufleben lassen. Neben Erlebnisfahrten im Rahmen des Maientags soll auch ein Verein gegründet werden.
Es war vor etwa eineinhalb Jahren, als der Vaihinger Hans-Joachim Rösner die Idee hatte, dass Fahrten mit einem Stocherkahn auch auf der Enz möglich sein könnten. Aus seinen Tübinger Studienzeiten hatte er das Stocherkahnfahren noch in guter Erinnerung. Tatsächlich konnte in Tübingen ein Bootsbauer ausfindig gemacht und Kontakt aufgenommen werden. Aus verschiedenen Gründen ruhte das Projekt eine Zeit lang, bis im letzten Sommer während einer Floßfahrt mit Manfred Auch von der Vaihinger Mühle das Thema wieder ins Gespräch kam. Auf dieser Fahrt war auch Gerhard Ruhl dabei, der ebenfalls in Tübingen studiert und die Stocherkahntradition in guter Erinnerung hatte. Zusammen wurde beschlossen, diese Idee konkreter auszuloten.
Der Kontakt zum Bootsbauer Rudolf Raidt wurde wieder aufgenommen und ein Besuch in seiner Werkstatt vereinbart. Dort konnten fertige und im Bau befindliche Kähne besichtigt werden. Ausführlich erklärte der engagierte Bootsbauer seine modernisierte und hochwertige Bauweise. Die Besucher waren schnell von der Qualität der Kähne überzeugt. Offensichtlich waren sie an die richtige Adresse geraten, denn Rudolf Raidt erklärte sich dazu bereit, mit einem Kahn zu einer Probefahrt nach Vaihingen zu kommen.
Zum vereinbarten Termin am vergangenen Wochenende herrschten zwar noch ausgesprochen winterliche Verhältnisse, von denen sich die Beteiligten allerdings wenig beeindrucken ließen. Mit Hilfe eines Radladers wurde der Kahn zu Wasser gelassen und die Passagiere konnten – der Witterung entsprechend eingekleidet und mit heißen Getränken versorgt – die spannende Probefahrt beginnen.
Der Gast aus Tübingen übernahm als erstes den durch Schneefall glitschigen Standplatz des Stocherers. Schon nach kurzer Fahrt war er von der Umgebung und der Kulisse begeistert. Auch die Strömungsgeschwindigkeit und der Untergrund stellte kein Problem für diese Art der Fortbewegung auf der Enz dar. Natürlich übernahmen auch Gerhard Ruhl und Hans-Joachim Rösner die Stocherstange und brachten den Kahn problemlos in Fahrt. Offensichtlich hatten sie nichts von ihrem Können verlernt, auch wenn es sicher über 30 Jahre her war, als sie das letzte Mal eine Stocherstange in der Hand hatten und damit einen Kahn zielsicher auf dem Neckar bewegten.
Alle Beteiligten waren trotz der Minustemperaturen vom Erlebnis begeistert. So wurde anschließend vereinbart, dass am Maientag zusätzlich zu den traditionellen Floßfahrten am Tag der offenen Tür der Vaihinger Mühle Auch, Fahrten mit einem Stocherkahn angeboten werden. Bei diesen Erlebnisfahrten kann die Bevölkerung die Enz einmal auf neue Art erleben. Natürlich sollen dabei auch Interessenten angesprochen werden, um Mitglieder für einen neuen Verein zu werben. Ziel des Vereins wird die Anschaffung, Nutzung und Wartung eines eigenen Stocherkahns sein. Um dieses spannende Projekt zu realisieren, ist es notwendig, weitere Interessenten und Sponsoren zu gewinnen.
„Im Zusammenhang mit der Enzuferumgestaltung wären Stocherkahnfahrten sicherlich eine weitere Attraktion für Vaihingen, wobei man auch eine alte Tradition wiederbeleben würde“, teilt Hans-Joachim Rösner mit. Der Vaihinger Wappenlöwe auf dem Kahn im vorgesehenen Vereinslogo zeige sich jedenfalls schon wild entschlossen, dazu beizutragen, dass Vaihingen wirklich wieder als Vaihingen an der Enz in Erscheinung tritt. Informationen gibt es per E-Mail an Enz-Loewen@t-online.de.

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