Historische Tagung

Erstellt: 25. März 2013
Historische Tagung Ehrung für Jörg Schabram (rechts). Foto: Bögel

Vaihingen (ub). Es war eine historische Tagung: Am Samstag fand der erste ordentliche Verbandstag des neu gegründeten Kanuverbandes Baden-Württemberg in der Aula des Jugenddorfes Schloss Kaltenstein in Vaihingen statt. „Für uns liegt jetzt Vaihingen in der Mitte“, sagte Peter Ludwig, Präsident des Verbandes.
 In Oberkirch und in Heilbronn-Böckingen wurden die Weichen für den Zusammenschluss der beiden Kanuverbände aus Baden und Württemberg gestellt. Jetzt fand in Vaihingen der „normale“ Verbandstag statt. „Der Tagungsort wurde vom Verband bewusst gewählt, weil die Stadt an der ehemaligen Grenze zwischen dem badischen Kanuverband und dem Kanuverband Württemberg ein Symbol für das Zusammenwachsen der ehemaligen Einzel-Sportverbände ist“, sagte Wolfgang Nagel vom Kanuclub CJD Schloss Kaltenstein.
Der Vaihinger Kanuclub, der seit 32 Jahren besteht, hat aber bei den Kanuten auch einen guten Ruf weit über die Stadtgrenzen. So lockt die „Heiße-Herzen-Fahrt“ immer am Samstag vor dem dritten Advent seit Jahren viele Paddler aus ganz Deutschland nach Roßwag beziehungsweise Vaihingen. Die Benefizveranstaltung, die ein Zeichen der Gemeinsamkeit und Solidarität mit Benachteiligten geworden ist, erbrachte bisher über 8000 Euro an Spenden. In diesem Jahr findet die Fahrt auf der kalten Enz zum 15. Mal statt.
Dabei hat der Kanuclub weitere Besonderheiten, wie der zweite Vorsitzende Jörg Schabram beim Verbandstag am Samstag berichtete. „Wir sind der einzige Verein, der ein Schloss hat. Und unser Bootshaus ist absolut hochwassersicher.“ Für die hervorragende Jugendarbeit habe der Kanuclub CJD Schloss Kaltenstein bereits mehrere Preise bekommen.
In den Fokus der Öffentlichkeit rückt der Verein beim Vaihinger Straßenfest, wenn auf der Enz das Kanadierrennen über die Bühne geht. „Das macht Spaß, in dieser Form den Kanusport zu erleben“, unterstrich der Vaihinger Oberbürgermeister Gerd Maisch bei seinem Grußwort. In diesem Jahr werde noch begonnen, das Enzufer auszubauen, um die Aufenthaltsqualität an dem Fluss zu steigern. Er, Maisch, freue sich, dass der Verbandstag in Vaihingen stattfinde. „Es gibt nicht besonders viele baden-württembergische Verbände.“
Dr. Markus Rösler, Landtagsabgeordneter der Grünen aus Ensingen, outete sich als passionierter Paddler. Nicht nur beim Straßenfest sitzt er im gemischten Boot seiner Partei, auch im Urlaub hat er schon manchen Kilometer mit seiner Familie auf der Donau zurückgelegt. Das Kanadierrennen beim Vaihinger Straßenfest bezeichnete Rösler als „große Gaudi“. „Aber wenn man Menschen für den Sport gewinnen will, gehört der Spaß dazu.“ Ein Grußwort sprach auch der zweite Landtagsabgeordnete aus dem Wahlkreis Vaihingen, Konrad Epple von der CDU. Es werde im neu gegründeten Verband bestimmt noch die eine oder andere Reiberei geben, bis alles perfekt klappt.
Peter Ludwig, Präsident des Kanuverbandes Baden-Württemberg, bezeichnete vor den Delegierten aus dem Land die Fusion der beiden Verbände als „historisches Ereignis“. Am 25. Januar 2012 wurde der Vertrag unterschrieben, doch ein gemeinsamer Fusionsverbandstag war dennoch nicht möglich. Aber bei den getrennten Sitzungen in Oberkirch und Heilbronn wurde dann die „Vision Fusion“ Wirklichkeit. Es gebe jetzt zwar noch Dinge, die zusammenwachsen müssen, aber es bestehe keine zwingende Notwendigkeit zur Eile. Peter Ludwig: „Mit dieser Fusion haben wir gemeinsam etwas ganz Tolles geschafft. Jetzt gilt es, diesen Schwung mit in die tägliche Arbeit des Kanuverbandes Baden-Württemberg zu nehmen.“
Jörg Schabram, der stellvertretende Vorsitzende des Kanuclubs CJD Schloss Kaltenstein, wurde bei der Verbandstagung mit der silbernen Ehrennadel für besondere Verdienste im Ehrenamt ausgezeichnet. Schabram arbeitete von 1979 bis 1987 als Sozialpädagoge im Jugenddorf und übernahm dabei auch den stellvertretenden Vorsitz beim Kanuclub. Heute ist Schabram Leiter der Berufsberatung bei der Arbeitsagentur Ludwigsburg – das Ehrenamt beim Kanuclub hat er immer noch inne. „Ich bin seit 30 Jahren in Vaihingen und seit dieser Zeit habe ich den Posten beim Verein“, sagte Jörg Schabram.

Weiterlesen
Kopf hoch statt Kopf runter beim Maientag

Kopf hoch statt Kopf runter beim Maientag

Drucken Vaihingen (cmr). Der gestrige Maientag wird Vaihingen sicher noch lange im Gedächtnis bleiben – und zwar als einer der heißesten der zurückliegenden Jahre: Bei frühsommerlichen Temperaturen wurde das beliebte Heimatfest am Vormittag eröffnet. Bei 30 Grad im... »