Heiße-Herzen-Fahrt auf der kalten Enz

Erstellt: 17. Dezember 2007
Heiße-Herzen-Fahrt auf der kalten Enz Heiße-Herzen-Fahrt auf der Enz. Foto: Arning

Vaihingen/Roßwag (aa/p) – „Seit fünf Jahren spreche ich nun zur Eröffnung der Heiße-Herzen-Fahrt, aber so kalt wie heute war es noch nie“, meinte Klaus-Dieter Drensek, Jugenddorfleiter und Vorsitzender des Kanuclubs CJD Schloss Kaltenstein. Die Außentemperaturen lagen gerade mal knapp über dem Nullpunkt. Und die „Wärme“ des Wassers wollte lieber niemand messen. Fünf, sechs Grad. Mehr dürften es in diesen Tagen nicht sein.
60 Kanuten und Wassersportfreunde waren am Samstag zum Großteil verkleidet nach Roßwag an den Start gekommen und haben ihr symbolisches Startgeld für den Verein „Wish – ein Herzenswunsch für kranke Kinder“ in die Spendenbox geworfen. Der Andrang war in den letzten Jahren zwar etwas größer gewesen, aber die Temperaturen lockten nun halt mal nicht unbedingt mit aller Macht auf die Enz, wo übrigens die Vaihinger Feuerwehr mit zwei Booten patrouillierte. Beim Wehr am Alten Badplatz war zudem eine Sicherheitsleine gespannt.
Pünktlich zum Start kam zwar die Sonne hervor und tauchte die kostümierte Kanutenschar in ein Licht, das die bunte und schrille Verkleidung so richtig aufleuchten ließ. Die Kraft der Dezembersonne reichte aber nicht aus, um die Temperaturen wesentlich anzuheben. Assistiert von Jugendsprecher Fabian Hausberg forderte Jugendleiterin Melanie Weihrich in ihrer Rede dazu auf, bei den kleinen und größeren persönlichen Alltagsproblemen den Blick auf die wirklich Bedürftigen nicht zu vergessen. Die Heiße-Herzen-Fahrt sei ein Trick, um Spenden für schwerkranke Kinder zu sammeln, für Kinder, die mehr brauchen als gute Medizin: Ablenkung, Fröhlichkeit und die Vorfreude auf schöne Events. Das biete der Verein„Wish“. Er erfülle Herzenswünsche.
„Heute sind wir schnell in Vaihingen“, meinten die erfahrenen Kanuten um Jugendtrainer Wolfgang Nagel, „die Enz hat mächtig Geschwindigkeit.“ Doch ganz so flott war die bunte Gesellschaft dann doch nicht, denn die Paddelfreunde Hohenlohe aus Künzelsau kamen etwas verspätet und mussten ihre Schöpfung erst noch in Stellung bringen. Wolfgang Nagel wollte schon das Signal zur Abfahrt geben, als ihm vom Ufer her angedeutet wurde, dass sich eine kleine Wartezeit durchaus lohnen könnte. In der Tat: Aus einem Canadier-Katamaran entstand ein „Schneefeld“, auf dem ein überdimensionaler Schneemann aufgebaut wurde. Am Ausstieg sollte die muntere Truppe den ersten Preis für kreative Bootsgestaltung erhalten, denn die Riesenfigur dominierte optisch die Fahrt.
Die Kanuten des SV 1845 Esslingen parodierten mit lautstarken Discoklängen die Rave-Manie mit ihrem Motivboot „Enz in Love“. Ihr Humor wurde von den Veranstaltern ebenfalls mit einem Preis honoriert. Überhaupt schien Musik ein angesagtes Thema zu sein: Eher traditionell, aber dennoch mit viel Herz und Charme intonierten Hansi und Ronja Rimmele Weihnachtslieder auf ihren Blechblasinstrumenten, die stimmungsvoll durchs Enztal schallten. So kam es, dass die sonst eher stille Heiße-Herzen-Fahrt diesmal eine akustische Komponente hinzu bekam, die sie spürbar aufwertete. Oberbürgermeister Gerd Maisch ließ es sich nicht nehmen, den Gewinnern des ersten Platzes nach gelungener Fahrt zu gratulieren.
Die Platzierungen: Paddelfreunde Hohenlohe „Schneemänner“ (Riesenskulptur auf Katamaran), Familie Rimmele „Weihnachtsmarktmusikanten“ (Musik-Aktivität auf Katamaran), SV 1845 Esslingen „Ibiza-Party – Enz in Love“ ( Themenbild auf Katamaran), „Die Waschfrau“ (Solo-Motiv Einer-Kajak, Kategorie Jugend), Olav Beukman, Marei Beukman „Wasserhexen“ (Verkleidungsmotiv im Canadier), Kanuclub Vaihingen, Paul Rimmele, Joshua Preis, Carolin Schelling, Robin Schelling: „Die Ritter vom Kaltenstein“ (Gruppenmotiv Kategorie Jugend, Einerkajak), KC Bietigheim, Didier Estreich „Weihnachtsmann-Wassertaxi“ (Verkleidungsmotiv im Canadier).
Welche Summe jetzt an den Verein „Wish“ geht, muss erst noch ermittelt werden.

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